28.07.2021 17:55

GRENKE-Aktie klettert kräftig: Gewinnprognose erhöht - BaFin deckt Fehler in 2019er-Abschluss auf

Bilanz 2020 nicht betroffen: GRENKE-Aktie klettert kräftig: Gewinnprognose erhöht - BaFin deckt Fehler in 2019er-Abschluss auf | Nachricht | finanzen.net
Bilanz 2020 nicht betroffen
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Die Finanzaufsicht Bafin hat in dem Abschlussbericht des Leasingspezialisten GRENKE für das Jahr 2019 einige Fehler gefunden.
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Aus diesem Grund müsse der Bericht in vielen Punkten korrigiert werden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Baden-Baden mit. GRENKE steht seit Herbst vergangenen Jahres wegen Vorwürfen von Bilanztricksereien stark unter Druck.

Die Bafin hatte laut GRENKE-Angaben gleich mehrere Mängel festgestellt. So habe das Finanzierungsunternehmen versäumt, zwölf Tochterunternehmen sowie acht weitere Tochtergesellschaften ab dem Zeitpunkt der Beherrschung in die Bilanz mit einzubeziehen. Letztere habe etwa dazu geführt, dass Posten zu hoch ausgewiesen wurden. Das Vorgehen habe gegen Richtlinien verstoßen, begründete die Finanzaufsicht.

Auf die 2020er-Bilanz, deren Veröffentlichung sich wegen einer Sonderprüfung durch KPMG verzögert hatte, habe dies nach Auffassung des Unternehmens keine Auswirkung. Die jetzt von der Bafin angeführten Aspekte für 2019 seien im Zahlenwerk des vergangenen Jahres bereits berücksichtigt.

Nach der Anpassung wies das Unternehmen nach eigenen Angaben zum 1. Januar 2019 ein Eigenkapital von rund 980 Millionen Euro aus. Zum Ende des gleichen Jahres habe der Wert bei 1,143 Milliarden Euro gelegen.

"Nach dem Verständnis des Unternehmens sieht auch die Bafin keinen weiteren Anpassungsbedarf von Jahresabschlüssen", hieß es in der GRENKE-Mitteilung weiter. Finanzvorstand Sebastian Hirsch bezeichnete den Abschluss der Prüfung der Bilanz für 2019 durch die Bafin als "weiteren Schritt in die Normalität."

GRENKE war im Herbst 2020 ins Kreuzfeuer des Leerverkäufers Viceroy geraten. Dieser warf dem Unternehmen unter anderem ein undurchsichtiges Geschäftsmodell mit nicht werthaltigen Leasing-Forderungen oder Beteiligungen vor - der Kurs der GRENKE-Aktie stürzte daraufhin ab. Mitte Mai hatte der Konzern allerdings das uneingeschränkte Testat für den 2020er-Abschluss erhalten und damit wieder etwas Vertrauen bei den Investoren zurückgewonnen. Nachhaltig behoben ist der Kurssturz aber noch nicht.

GRENKE erhöht Gewinnprognose - Bedarf an Risikovorsorge sinkt

Der zuletzt mit dem Vorwurf von Bilanztricksereien ringende Leasingspezialist hat wegen der Aussicht auf geringere Zahlungsausfälle bei den Kunden die Gewinnprognose angehoben. Im laufenden Jahr werde jetzt ein Überschuss von 60 bis 80 (2020: 88) Millionen Euro erwartet, teilte das im SDAX notierte Unternehmen am Mittwoch in Baden-Baden mit. Damit liegt die neue Spanne zehn Millionen Euro über der bisherigen Prognose. In den ersten sechs Monaten sei der Gewinn vorläufigen Zahlen zufolge im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 32 Millionen Euro gesunken.

Es habe sich herausgestellt, dass der Risikovorsorgebedarf gesunken ist. "Dieser wurde - bedingt durch die hohe Unsicherheit infolge der Pandemie - vom Vorstand bislang höher eingeschätzt. Wesentlicher Grund für die veränderte Einschätzung ist das anhaltend stabile Zahlungsverhalten der Kunden", hieß es in der Mitteilung. Auch wenn eine hohe Unsicherheit bestehen bleibe, erkenne GRENKE doch allmählich eine Normalisierung des operativen Geschäfts.

Finanzvorstand Sebastian Hirsch bekräftigte die Prognose eines wahrscheinlich sinkenden Neugeschäfts. "Vor allem aufgrund der anhaltend negativen Einflüsse der Pandemie erwartet der Vorstand unverändert ein Leasingneugeschäft zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro nach 2,0 Milliarden Euro im Jahr 2020", sagte er laut Mitteilung. "Der Vorstand geht unverändert davon aus, dass eine bilanzielle Eigenkapitalquote von mehr als 16 Prozent erreicht wird.

Zum Handelsstart war die Aktie noch etwas unter Druck, nachdem GRENKE am Dienstagabend das Ergebnis der Sonderprüfung der 2019er-Bilanz durch die Finanzaufsicht Bafin mitgeteilt hatte. Diese habe dabei wie in einem Zwischenbericht bereits angedeutet einige Fehler gefunden. So habe GRENKE versäumt, zwölf Tochterunternehmen sowie acht weitere Gesellschaften ab dem Zeitpunkt der Beherrschung in die Bilanz mit einzubeziehen. Das habe etwa dazu geführt, dass Posten zu hoch ausgewiesen wurden.

Die beanstandeten Punkte habe GRENKE bereits mit dem Abschluss 2020 für das Vorjahr angepasst, sagte Finanzchef Hirsch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Auf die 2020er-Bilanz, deren Veröffentlichung sich wegen der von GRENKE selbst in Auftrag gegebenen Sonderuntersuchung durch den Buchprüfer KPMG bereits verzögert hatte, haben die Feststellungen nach Auffassung des Unternehmens keine Auswirkung mehr. Die jetzt von der Bafin angeführten Aspekte für 2019 seien im Zahlenwerk des vergangenen Jahres bereits berücksichtigt.

GRENKE sieht auch von Seiten der Finanzaufsicht keinen zusätzlichen Änderungsbedarf. "Nach dem Verständnis des Unternehmens sieht auch die Bafin keinen weiteren Anpassungsbedarf von Jahresabschlüssen", hatte es in der GRENKE-Mitteilung vom Dienstagabend geheißen. Finanzvorstand Hirsch bezeichnete den Abschluss der Prüfung der Bilanz für 2019 durch die Bafin als "weiteren Schritt in die Normalität."

GRENKE war im Herbst 2020 ins Kreuzfeuer des Leerverkäufers Viceroy geraten. Dieser warf dem Unternehmen unter anderem ein undurchsichtiges Geschäftsmodell mit nicht werthaltigen Leasing-Forderungen oder Beteiligungen vor - der Kurs der GRENKE-Aktie stürzte daraufhin ab. Mitte Mai hatte der Konzern allerdings das uneingeschränkte Testat für den 2020er-Abschluss erhalten und damit wieder etwas Vertrauen bei den Investoren zurückgewonnen. Nachhaltig behoben ist der Kurssturz aber noch nicht.

So reagiert die GRENKE-Aktie

Die Aktie drehte nach der erhöhten Prognose ins Plus und gewann im XETRA-Handel letztlich 5,53 Prozent auf 37,41 Euro hinzu.

BADEN-BADEN (dpa-AFX)

Bildquellen: GRENKE AG

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