VW-Aktie im Minus: Beschäftigte kämpfen für ihre Zukunft im VW-Werk Zwickau - Betriebsratswahl beginnt

Beschäftigte von Volkswagen haben mit ihren Familien für eine langfristige Zukunft der Automobilproduktion in Zwickau demonstriert.
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"Diese Region und das Land Sachsen sind mit dem Automobilbau groß geworden", sagte der Betriebsratsvorsitzende Mario Albert. Und den müsse es hier auch in Zukunft geben. Sein Stellvertreter Mike Rösler ergänzte: "Lasst uns alle gemeinsam kämpfen, dass wir nach dem 31.12.2030 hier noch ein Volkswagen-Logo am Tor haben, hier noch Volkswagen-Produkte bauen."
Jüngst hatte ein Bericht über ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro bei Volkswagen für Aufregung gesorgt. Laut "Manager Magazin" sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. Grund für den Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle. Die Tarifvereinbarung von Ende 2024 sieht vor, bis 2030 bundesweit 35.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Dafür wurden Werkschließungen ausgeschlossen.
1.200 Arbeitsplätze abgebaut
Infolgedessen hat auch die Zwickauer Auto-Fabrik Federn lassen müssen. Den Angaben zufolge sind seither 1.200 Arbeitsplätze verloren gegangen - durch altersbedingte Abgänge, Aufhebungsverträge und weil befristete Verträge nicht verlängert wurden. Inzwischen werden in Zwickau nur noch in zwei statt früher drei Schichten Autos gebaut. In den kommenden Jahren muss das Werk zudem mehrere Modelle an andere Standorte abgeben.
Dafür erhält Zwickau das neue Geschäftsfeld der Kreislaufwirtschaft. Ab 2030 sollen hier jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge je nach Zustand für Kunden neu aufbereitet oder zerlegt werden, um einzelne Bauteile zum Beispiel für Gebrauchtwagen wiederzuverwenden oder Rohstoffe zurückzugewinnen. Die Rede ist von etwa 1.000 Jobs, die so gesichert werden.
Aktuell Mehrarbeit für viele Volkswagen-Beschäftigte in Zwickau
Im Zwickauer Volkswagen-Werk werden ausschließlich Elektroautos gebaut. Aktuell gibt es an einer der beiden Produktionslinien Mehrarbeit. So arbeitet die Spätschicht eine Stunde länger, die Frühschicht absolviert eine wöchentliche Sonderschicht. Das sei aber nur eine Momentaufnahme, erklärte Albert. Die Entwicklung im Nahen Osten mit ihren Auswirkungen auf die Benzinpreise hierzulande zeige, dass E-Mobilität die Zukunft sei, ergänzte Rösler. Es brauche aber weitere flankierende Maßnahmen mit Blick auf die Ladeinfrastruktur, den Ladestrompreis und ein einheitliches Bezahlsystem.
VW-Betriebsratswahl beginnt - IG Metall will Spitze halten
Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen beginnen heute die regulären Betriebsratswahlen in Wolfsburg und an weiteren Standorten. Die IG Metall mit Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo an der Spitze will ihre Führungsrolle verteidigen. Bei der letzten Wahl 2022 holte die IG-Metall-Liste in Wolfsburg 85,5 Prozent der Stimmen.
In Wolfsburg treten diesmal sechs Listen und ein Einzelbewerber für die 67 Sitze im Betriebsrat an. Zur Wahl aufgerufen sind mehr als 60.000 Menschen, die am größten VW-Standort arbeiten - fast die Hälfte der 130.000 VW-Beschäftigten in Deutschland. Bis Freitag können sie ihre Stimme abgeben. Erst danach wird ausgezählt.
Auch an den meisten anderen VW-Standorten in Deutschland sind die Beschäftigten diese Woche zur Stimmabgabe aufgerufen. Chemnitz und Hannover wählten bereits vergangene Woche.
Die VW-Aktie notiert in einem schwachen Gesamtmarkt am Montag im XETRA-Handel zeitweise 1,84 Prozent tiefer bei 88,32 Euro.
ZWICKAU /WOLFSBURG (dpa-AFX)
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