12.05.2020 18:03

TeamViewer-Aktie mit Rekordhoch: TeamViewer hebt Prognose nach starkem Quartal an

Hohe Nachfrage dank Corona: TeamViewer-Aktie mit Rekordhoch: TeamViewer hebt Prognose nach starkem Quartal an | Nachricht | finanzen.net
Hohe Nachfrage dank Corona
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Der Softwareanbieter TeamViewer hebt wegen der starken Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software in der Corona-Krise seinen Jahresausblick an.
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Die Anzahl zahlender Kunden konnte das Unternehmen aus Göppingen im ersten Quartal deutlich steigern, die über Abonnements erwarteten Einnahmen kletterten sogar noch stärker, als TeamViewer im März bereits in Aussicht gestellt hatte. Nun dürften Umsatz und operativer Gewinn im laufenden Jahr höher ausfallen. Die zuletzt stark gelaufene Aktie gab nach Handelsstart zunächst nach, drehte dann aber in die Gewinnzone.

Das erst im September an die Börse gebrachte Papier markierte ein Rekordhoch bei 44,98 Euro. Zum XETRA-Handelsende gewann das Papier noch 2,33 Prozent auf 44 Euro. TeamViewer gehört in der Corona-Krise zu den wenigen Gewinnern an der Börse. Die Aktie steht deutlich über dem Kurs von gut 30 Euro, den sie vor dem Corona-Crash im Februar hatte. Der Ausgabepreis im September lag bei 26,25 Euro. Der MDAX hat seit Jahresbeginn und im Corona-Crash hingegen deutlich an Wert eingebüßt.

RBC-Analystin Sherri Malek sprach von einem starken ersten Quartal. Allerdings liege die neue Jahresprognose unterhalb der zuletzt gestiegenen Markterwartungen. Die neuen Ziele bei den in Rechnung gestellten Einnahmen (Billings) wertete sie als vorsichtig.

Im laufenden Jahr rechnet der Konzern nun mit Billings von rund 450 Millionen Euro, bisher lag das Ziel bis zu 20 Millionen Euro darunter. TeamViewer verwendet diese Kennzahl, um die Höhe der Nachfrage in einem Zeitraum zu verdeutlichen, auch wenn die Abonnementverträge erst über die Vertragslaufzeit zu höheren Umsätzen führen. Die Billings beziehen sich auf die innerhalb der kommenden 12 Monate zu erwartenden Einnahmen.

Der Umsatz soll sich 2020 nun auf mindestens 450 Millionen Euro belaufen. Zuvor hatten die Schwaben mit bis zu 430 Millionen Euro gerechnet. Die um Sondereffekte bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll nun bei 56 Prozent liegen und damit im Bereich von rechnerisch 252 Millionen Euro. Auch das liegt etwas über den bisherigen Zielen. Analysten hatten bereits etwas höhere Werte auf dem Zettel als das Unternehmen bisher. Finanzchef Stefan Gaiser verwies darauf, dass die anhaltende ungewisse gesamtwirtschaftliche Lage den Ausblick erschwere.

Die Billings kletterten zwischen Januar und März im Vorjahresvergleich um 75 Prozent auf 119,7 Millionen Euro. Bisher hatte TeamViewer einen Anstieg um mindestens 60 Prozent für den Zeitraum angedeutet. "Die langfristigen Wachstumstreiber von TeamViewer sind nach wie vor intakt und haben durch den Anstieg der Nachfrage nach unseren Lösungen im Zuge der weltweiten Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie weiter an Dynamik gewonnen", sagte Vorstandschef Oliver Steil.

Die Abonnentenzahl steigerte TeamViewer bis Ende März auf über 514 000 zahlende Kunden. Ende 2019 waren es noch 464 000. Laut Steil konnte TeamViewer auch bei Großkunden verstärkt punkten. Die Anzahl der Kunden mit mehr als 10 000 Euro Vertragswert pro Jahr kletterte innerhalb eines Jahres auf mehr als das Doppelte. Dabei hielten sich die Neukunden die Waage mit Bestandskunden, die nun durch stärkere Nutzung höhere Vertragssummen aufwiesen.

Die starke Nachfrage infolge der Pandemie habe sich bis in den April hinein gehalten, sagte Gaiser. Gegen Ende April habe sie sich dann abgeschwächt und im Mai weitgehend normalisiert.

Im Umsatz schlug sich die vor allem ab März erhöhte Nachfrage noch nicht so schnell nieder, weil die Billings erst im Laufe des Jahres nach und nach als Umsätze gebucht werden. Der Erlös wuchs im ersten Quartal um 18 Prozent auf 102,7 Millionen Euro.

Unter dem Strich sackte das Konzernergebnis vor allem wegen höherer Kosten für Werbung, Vertrieb und Verwaltung sowie wegen erhöhter Aufwendungen für uneinbringliche Forderungen um über die Hälfte auf 12,1 Millionen Euro ab. Chef Steil betonte, dass der Konzern derzeit angesichts der Krise auch vermehrt Anfragen zum Aufschub von Rechnungen bekomme. In Bezug darauf sei man flexibler geworden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 11 Prozent auf 46,7 Millionen Euro zurück. Das bereinigte operative Ergebnis bezieht sich bereits auf die erzielten Vertragsabschlüsse (Billings) und verdoppelte sich dementsprechend nahezu auf 73,9 Millionen Euro.

TeamViewer gehört noch zu 51,5 Prozent dem Finanzinvestor Permira, weitere 5 Prozent liegen bei The Capital Group. Mit dem Börsengang erlösten die Alteigentümer im September mehr als 2 Milliarden Euro. Damit war die Erstnotiz der größte Tech-Börsengang in Deutschland seit der Dotcom-Boomphase um die Jahrtausendwende. Der Softwareanbieter ist am Markt mittlerweile 8,8 Milliarden Euro wert und damit mehr als die DAX-Unternehmen Lufthansa, Covestro, MTU und HeidelbergCement.

/men/jha/

GÖPPINGEN (dpa-AFX)

Bildquellen: II.studio / Shutterstock.com

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