Kohleausstieg

RWE-Aktie steigt: EU-Kommission bewilligt Milliardenzahlung an RWE

11.12.23 17:43 Uhr

RWE-Aktie steigt: EU-Kommission bewilligt Milliardenzahlung an RWE | finanzen.net

Die Bundesregierung darf den Energiekonzern RWE für dessen Kohleausstieg mit mehreren Milliarden entschädigen.

Werte in diesem Artikel
Aktien

30,93 EUR -0,15 EUR -0,48%

Einen entsprechenden Entschluss veröffentlichte am Montag die EU-Kommission, die in der Förderung in Höhe von 2,6 Milliarden Euro keinen Verstoß gegen EU-Beihilferegeln sieht. Offen bleibt, ob auch der Energiekonzern Leag im ostdeutschen Kohlerevier seine Milliardenzahlung bekommen darf.

"Mit der Beihilfe wird RWE für die vorzeitige Stilllegung seiner Braunkohlekraftwerke im rheinischen Revier entschädigt", teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die Ausgleichszahlung stelle zwar eine staatliche Beihilfe dar, sie sei aber notwendig, damit RWE seine Braunkohlekraftwerke auslaufen lassen könne. Der derzeitige Nettowert der entgangenen Gewinne sei höher als der Wert der Entschädigung.

Tagebau und Kraftwerksblöcke stillgelegt

RWE begrüßte die Entscheidung - und verwies auf die Kosten für den früheren Ausstieg. Seit 2020 habe der Konzern unter anderem fünf Kraftwerksblöcke für Braunkohle abgeschaltet, hieß es in einer Stellungnahme. Hinzu komme die Stilllegung des Tagebaus Hambach, verbunden mit der Erhaltung des Hambacher Forsts. Nach der Entscheidung der Kommission sei der Weg nun frei, um die Kompensation wie geplant gestaffelt bis 2030 auszuzahlen.

Nach dem deutschen Kohleausstiegsgesetz wird für mehr Klimaschutz ab 2038 kein Strom mehr Kohle erzeugt. Die Regierungspartner SPD, Grüne und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag allerdings vereinbart, den Kohleausstieg "idealerweise" von 2038 auf 2030 vorzuziehen. Laut Bundeswirtschaftsministerium wurde die Entschädigungssumme für RWE für einen Ausstieg im Jahr 2038 verhandelt. Das Ende der Braunkohle im rheinischen Revier sei vergangenes Jahr per Gesetz auf 2030 vorgezogen worden, ohne dass sich die Entschädigungssumme für RWE erhöht habe.

RWE will bis Ende 2030 in Deutschland wasserstofffähige Gaskraftwerke mit mindestens drei Gigawatt Leistung bauen. Die Anlagen sollen nach früheren Angaben vor allem an bisherigen Kohlekraftwerks-Standorten gebaut werden. Sie sollen Strom liefern, wenn die Erzeugung von Wind und Sonne nicht ausreicht. Einen Reservebetrieb der Kohlekraftwerke auf Rechnung des Bundes nach 2030 schließt das Unternehmen nicht aus.

Entscheidung für Ostdeutschland noch offen

Deutschland hatte die geplante Entschädigung bereits 2021 bei der Kommission angemeldet, insgesamt geht es um 4,35 Milliarden Euro für zwei Betreiber. 2,6 Milliarden Euro waren für die RWE-Braunkohleanlagen im Rheinland vorgesehen, 1,75 Milliarden Euro soll es für die Leag-Anlagen in der Lausitz geben. Für Letztere steht das Votum der EU noch aus.

Der Leag-Vorstandsvorsitzende Thorsten Kramer betonte am Montag, für den Umbau seines Konzerns brauche es Planungssicherheit. "Die zeitnahe und positive Entscheidung im Beihilfeverfahren ist daher für die LEAG von größter Bedeutung." In der Lausitz sei sein Unternehmen wichtiger Arbeitgeber und arbeite am Strukturwandel mit.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagierte enttäuscht auf die Entscheidung nur zum westdeutschen Revier. "Man gewinnt den Eindruck, dass die Bundesregierung sich zu wenig für die Braunkohleunternehmen in Ostdeutschland, Leag und Mibrag, einsetzt." Er erwarte jetzt eine schnelle Lösung für die 1,75 Milliarden Euro, die der Bund versprochen habe.

Via XETRA schloss die RWE-Aktie 0,57 Prozent fester bei 40,68 Euro.

jcf/DP/ngu

BRÜSSEL (dpa-AFX)

Ausgewählte Hebelprodukte auf RWE

Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf RWE

NameHebelKOEmittent
NameHebelKOEmittent
Werbung

Bildquellen: Andre Laaks, RWE, Dennis Diatel / Shutterstock.com

Nachrichten zu RWE AG St.

Analysen zu RWE AG St.

DatumRatingAnalyst
21.02.2024RWE BuyGoldman Sachs Group Inc.
21.02.2024RWE BuyDeutsche Bank AG
19.02.2024RWE BuyJefferies & Company Inc.
07.02.2024RWE BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
05.02.2024RWE UnderweightBarclays Capital
DatumRatingAnalyst
21.02.2024RWE BuyGoldman Sachs Group Inc.
21.02.2024RWE BuyDeutsche Bank AG
19.02.2024RWE BuyJefferies & Company Inc.
07.02.2024RWE BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
29.01.2024RWE BuyDeutsche Bank AG
DatumRatingAnalyst
16.11.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
11.11.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
17.08.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
12.08.2021RWE HoldKepler Cheuvreux
30.07.2021RWE HaltenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
05.02.2024RWE UnderweightBarclays Capital
21.10.2021RWE UnderweightJP Morgan Chase & Co.
12.11.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux
13.08.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux
15.05.2020RWE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"