29.05.2015 11:01

adidas hat im Fifa-Skandal viel zu verlieren

Korruptionsaffäre: adidas hat im Fifa-Skandal viel zu verlieren | Nachricht | finanzen.net
Korruptionsaffäre
Folgen
Von allen Fifa-Sponsoren könnte adidas angesichts des um sich greifenden Korruptionsskandals am meisten zu verlieren haben. Das Fußballgeschäft ist seit Jahrzehnten quasi das Rückgrat für adidas und die Verbindungen zur Fifa sind tief verwurzelt.
Werbung
Seit 1970 stellt der Sportartikelhersteller den offiziellen Ball zur Fifa-Fußballweltmeisterschaft. Das adidas-Logo ist bei der Vermarktung der WM quasi allgegenwärtig. Zudem unterstützt das Unternehmen Fifa-Veranstaltungen wie die Frauen-Fußballweltmeisterschaft oder die Beach-Soccer-WM.

   Zu den Top-Sponsoren der Fifa gehören auch Coca Cola, Emirates Airline, Hyundai-Kia Motors, Sony und Visa - aber adidas ist das einzige Unternehmen aus dem Sportbereich.

   Der Herzogenauracher Konzern, mit Abstand der größte Sportartikelhersteller Deutschlands, ist ganz eng mit der WM und letztlich auch der Fifa verbunden. Ende 2013 verlängerte adidas den Sponsorenvertrag für den Fifa-WM-Ball bis zum Jahr 2030.

   Stunden nachdem am Mittwoch sieben Fifa-Funktionäre in Zürich festgenommen worden waren, teilte adidas mit, von seinen Partnern "die höchsten Standards, was ethisches Verhalten und Compliance" angehe, zu erwarten. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte am Donnerstag, regelmäßig Gespräche mit der Fifa zu führen. Dabei gehe es unter anderem um Themen wie Ethik, Details seien aber vertraulich.

   adidas und andere Sponsoren wurden nicht in den Skandal verwickelt. Diese anhaltend negativen Schlagzeilen seien weder gut für den Fußball, noch für die Fifa, noch für die Sponsoren der Fifa, sagte die adidas-Sprecherin.

   Für den Sportartikelkonzern ist das Fußballgeschäft von besonderer Bedeutung. Zwar versucht adidas auch in anderen Sportarten stärker Fuß zu fassen, doch die Ergebnisse sind eher trübe, vor allem in den USA. Nachdem das Unternehmen vor 40 Jahren in Amerika Marktführer war, liegt adidas mittlerweile hinter der Nummer eins Nike und sogar auch hinter Under Armour im weltgrößten Sportartikelmarkt zurück.

   In Europa unterhält der im DAX notierte Konzern einige lukrative Sponsoringverträge mit verschiedenen Nationalmannschaften und Fußballklubs, wie Manchester United oder Bayern München. An dem deutschen Rekordmeister hält adidas zudem eine Beteiligung von 8,33 Prozent und adidas-Chef Herbert Hainer sitzt im Aufsichtsrat des Vereins.

   Die Verbindungen des Unternehmens zur Fifa wurden von Horst Dassler, Sohn des adidas-Gründers Adi Dassler, zementiert. Er war einer der ersten, der den potenziellen Wert des Sportmarketings erkannt hat und der adidas bei den Olympischen Spielen in Melbourne 1956 vermarktete.

   In den Siebzieger- und Achtzigerjahren konzentrierte sich adidas zunehmend auf nationale und internationale Sportvereinigungen, wie aus der firmeneigenen Chronik hervorgeht. John Boulter, der viele Jahre hochrangige Posten bei adidas bekleidet hat, wird darin mit dem Satz zitiert. "It was all about making friends and being nice--but why not?"

   1982 war Horst Dassler einer der Mitgründer von International Sport & Leisure (ISL), einer in der Schweiz registrierten Vermarktungsfirma, die mit Übertragungsrechten für sportliche Großveranstaltungen handelte. ISL wurde bald der wichtigste Partner der Fifa bei Fußballrechten. Die Fifa nannte das Unternehmen später das zu der Zeit "wichtigste Medien und Vermarktungsunternehmen in der Welt des Sports".

   Die Erlöse aus den Firmen Horst Dasslers trugen dazu bei, dass die Fifa in den Siebzigerjahren solvent blieb, sagte ein ehemaliger adidas-Manager. Von der Fifa war dazu unmittelbar kein Kommentar zu bekommen.

   "Es ist kein Geheimnis, dass die Fifa heute nicht das wäre, was sie ist, wäre Adi Dasslers Sohn nicht gewesen", sagte der ehemalige Fifa-Manager.

   Thomas Kistner zufolge, Autor des Buches "Fifa-Mafia: Die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball", ist der Einfluss Horst Dasslers in den oberen Rängen der Fifa immer noch sichtbar. "Blatter war Dasslers Protegé", sagte er. Er sei von ihm ausgewählt worden, Fifa-Präsident zu werden, so der Autor. Von der Fifa war dazu unmittelbar kein Kommentar zu bekommen.

   Das Ethikkomitee der Fifa veröffentlichte 2013 einen Bericht, der die ISL beschuldigte, Fifa-Vertretern im Zeitraum von 1992 bis Mai 2000 Schmiergelder in Millionenhöhe gezahlt zu haben. Das war lange nach Horst Dasslers Tod, er starb 1987.

   Laut Bericht gibt es keine Hinweise, dass Fifa-Präsident Sepp Blatter für die Bestechungen verantwortlich war. Es sei aber die Frage, ob er davon gewusst haben sollte.

   ISL hat 2001 Insolvenz angemeldet. Der Schuldenberg betrug mehr als 300 Millionen US-Dollar.

   Die adidas-Sprecherin sagte, ISL gehörte der Dassler-Familie, nicht adidas. Sie wollte dieses Thema nicht weiter kommentieren.

Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.

Ausgewählte Hebelprodukte auf adidas
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf adidas
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: JuliusKielaitis / Shutterstock.com, Radu Bercan / Shutterstock.com

Nachrichten zu adidas

  • Relevant
    4
  • Alle
    9
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu adidas

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.08.2022adidas UnderperformCredit Suisse Group
05.08.2022adidas OutperformRBC Capital Markets
05.08.2022adidas NeutralUBS AG
04.08.2022adidas OutperformRBC Capital Markets
04.08.2022adidas NeutralJP Morgan Chase & Co.
05.08.2022adidas OutperformRBC Capital Markets
04.08.2022adidas OutperformRBC Capital Markets
04.08.2022adidas BuyGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022adidas BuyDeutsche Bank AG
04.08.2022adidas BuyJefferies & Company Inc.
05.08.2022adidas NeutralUBS AG
04.08.2022adidas NeutralJP Morgan Chase & Co.
04.08.2022adidas NeutralUBS AG
29.07.2022adidas NeutralUBS AG
28.07.2022adidas HaltenDZ BANK
05.08.2022adidas UnderperformCredit Suisse Group
04.08.2022adidas ReduceBaader Bank
28.07.2022adidas ReduceBaader Bank
27.07.2022adidas UnderperformCredit Suisse Group
27.07.2022adidas ReduceBaader Bank

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für adidas nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Warten auf Inflationsdaten: Dow letztlich schwächer -- DAX schließt tiefer -- Trotz Millionenverlust bleibt Conti optimistisch -- Munich Re beim Gewinn über Erwartungen -- VW, Google, Airbus im Fokus

EDF verlangt staatliche Entschädigung für Schritt gegen Strompreisanstieg. adidas-Chef räumt Fehler in China ein. Micron plant Milliardeninvestition in den USA. Scout24 steigert Gewinn dank lukrativen Premium-Abos. HAMBORNER REIT veröffentlicht Details zu Jahresprognose. CEWE wächst im zweiten Quartal dank Preiserhöhungen. Trotz mehr Umsatz rutscht Fraport in die roten Zahlen.

Umfrage

Worüber machen Sie sich derzeit die größeren Sorgen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln