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23.01.2020 17:53
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HOCHTIEF mit hoher Sonderbelastung wegen CIMIC - Aktie bricht ein

Neubewertung bei CIMIC: HOCHTIEF mit hoher Sonderbelastung wegen CIMIC - Aktie bricht ein | Nachricht | finanzen.net
Neubewertung bei CIMIC
Der HOCHTIEF-Konzern wird 2019 wegen Problemen einer Beteiligung im Mittleren Osten eine hohe Ergebnisbelastung verzeichnen.
Ohne die Belastung rechnet der Konzern für das abgelaufene Jahr mit einem Gewinn im Rahmen der eigenen Prognose. Wie HOCHTIEF mitteilte, soll zudem die Dividende für 2019 um 16 Prozent auf 5,80 Euro erhöht werden.

Eine Neubewertung der Minderheitsbeteiligung der HOCHTIEF-Tochter CIMIC an der BIC Contracting (BICC) führe bei dem MDAX-Konzern zu einer einmaligen Ergebnisbelastung nach Steuern und Minderheiten von etwa 800 Millionen Euro. Dieser Effekt führe zu einem erwarteten Cashabfluss nach Steuern von 400 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2020, so das Unternehmen weiter.

HOCHTIEF erwartet für 2019 ohne Berücksichtigung des BICC-Effekts ein Wachstum beim nominalen Konzerngewinn auf rund 625 (Vj 543) Millionen Euro. Der erwartete operative Konzerngewinn soll rund 660 Millionen Euro betragen, was im Einklang mit der Guidance für 2019 stehe, so HOCHTIEF weiter.

HOCHTIEF-Tochter CIMIC von BICC-Problembeteiligung belastet

Die australische Tochter CIMIC will sich aus dem Geschäft im Mittlerer Osten zurückziehen und ihre 45-prozentige Minderheitsbeteiligung an der BIC Contracting (BICC) verkaufen. Man habe die in Bezug auf BICC bestehende Finanzposition, besonders Gesellschafterdarlehen und Finanzgarantien, neu bewertet und werde eine einmalige Ergebnisbelastung nach Steuern von etwa 1,1 Milliarden Euro für 2019 ausweisen, teilte HOCHTIEF mit. Dieser Betrag entspreche dem gesamten finanziellen Risiko von CIMIC im Zusammenhang mit BICC.

HOCHTIEF hält knapp 73 Prozent an CIMIC. CIMIC werde für 2019 keine Abschlussdividende zahlen. Das Unternehmen rechnet laut Mitteilung mit einem Cashabfluss nach Steuern von 400 Millionen Euro im laufenden Jahr, weil Finanzgarantien für bestimmte BICC-Verbindlichkeiten in Anspruch genommen werden.

Der Aktienkurs von CIMIC rutscht in Reaktion auf die Ankündigung an der Börse in Sydney um 20 Prozent ab.

ACS bestätigt trotz CIMIC-Belastung Gewinnprognose 2019

Der HOCHTIEF-Mutterkonzern Actividades de Construccion y Servicios SA (ACS) wird wegen einer Belastung aus einer Beteiligung seiner australischen Tochter CIMIC im Mittleren Osten rund 400 Millionen Euro abschreiben. Das spanische Bau- und Infrastrukturunternehmen erwartet nach eigenen Angaben trotz dieser Belastung für das abgelaufene Jahr wie in Aussicht gestellt einen Nettogewinn von mehr als 950 Millionen Euro. Die Ausschüttungsquote soll unverändert 65 Prozent betragen.

CIMIC hatte zuvor angekündigt, dass die Belastung und der Rückzug aus dem Mittlerer Osten das Nachsteuerergebnis 2019 um etwa 1,1 Milliarden Euro schmälern wird. Es würde keine finale Dividende für 2019 festgesetzt.

So reagiert die HOCHTIEF-Aktie

Der kostenintensive Rückzug hat den Anlegern von HOCHTIEF am Donnerstag einen schweren Schlag versetzt. Mit einem Abschlag von 8,04 Prozent auf 108,60 Euro fiel das Minus aber zuletzt glimpflicher aus als noch im frühen Handel: In ersten Reaktionen war die Aktie bis auf 106,50 Euro und damit auf ein Tief seit Oktober gefallen.

Kritische Äußerungen gab es am Markt zu den Dividendenaussichten. Aktionäre sollen zwar für 2019 mit 5,80 Euro etwas mehr erhalten als im Vorjahr, die Auszahlung ist aber etwas weniger als die von Analysten erwarteten 5,95 Euro. Ein Händler blickte auch schon skeptisch auf die Dividende für 2020. Den Liquiditätsabfluss wegen der CIMIC-Geschichte werde HOCHTIEF wohl erst in diesem Jahr verbuchen, vermutete der Börsianer.

Analysten zeigten sich trotzdem gelassen. Sie sehen in dem Kursrückschlag eine Einstiegsmöglichkeit. Laut Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe eliminiert Cimic mit dem vollständigen Rückzug einen großen Unsicherheitsfaktor. Gerade für Dividendenjäger könnte sich eine gute Möglichkeit ergeben.

Ähnlich sieht es Commerzbank-Experte Kretlow, der in seinem Kommentar die operativ gute Entwicklung in den Vordergrund hob. Kein Verständnis zeigte Kretlow für die Kursentwicklung in Sydney bei CIMIC. "Der Kurssturz um 20 Prozent macht auf uns einen zu harten Eindruck", so der Commerzbank-Experte. 3 bis 5 Prozent wären gerechtfertigt gewesen.

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX)

Bildquellen: nitpicker / Shutterstock.com

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