06.10.2009 14:00

Abwrackprämie: Jetzt sollen auch Elektrogeräte verschrottet werden

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Abwrackprämien ohne Ende. Diemal trifft es alte Elektrogeräte, die nach dem Willen der US-Regierung auf dem Müll landen sollen.
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€uro am Sonntag
von Tim Schäfer, New York

An Abwrackprämien für alte Rostlauben hat man sich ja längst gewöhnt. Die US-Regierung setzt jetzt aber noch eins drauf. Sie will auch die Verschrottung alter Kühlschränke, Waschmaschinen und anderen stromfressenden Haushaltsgeräte ankurbeln. In dem neuen Abwracktopf befinden sich 296 Millionen Dollar. Wer ein Haushaltsgerät kauft, soll etwa zwischen 50 und 200 Dollar erhalten. Allerdings gibt es das Geld nur für Anschaffungen, die den türkisfarbenen Energiestern tragen. Im Gegensatz zu der beliebten Autoabwrackprämie Cash for Clunkers, die am 24. August endete, ist die neue Finanzhilfe weitaus geringer. Sie entspricht nur einem Zehntel des 2,9 Milliarden Dollar schweren Autopakets ab.

Ein Nachteil des Rabatts ist die unübersichtliche Gestaltung. So arbeitet jeder Bundesstaat die Details zu den Vergaberegeln in Eigenregie aus. Bis zum 15. Oktober müssen die Vorschläge bei der Energiebehörde eingereicht werden. Es geht darum, festzulegen, welche Geräte die Länder fördern wollen, wie hoch der jeweilige Rabatt ist und wie die Verbraucher entschädigt werden sollen. Der Großteil des Geldes dürfte Ende November an die Verbraucher fließen. Experten gehen davon aus, dass sich die Elektroläden nicht auf einen Massenansturm vorbereiten müssen. „Ich bin mir nicht sicher, ob es so schwungvoll wie bei Cash for Clunkers wird“, gibt sich Analystin Laura Champine von der Investmentfirma Cowen & Co zurückhaltend. „Aber natürlich ist jede Ankurbelung des Absatzes hilfreich.“ Das Wirtschaftsmagazin „BusinessWeek“ sieht das ähnlich: „Die Hersteller von Haushaltsgeräten brauchen sehr viel Unterstützung – doch das neue Bundesrabattprogramm dürfte nicht sonderlich die Nachfrage beflügeln“, titelte das Magazin.

Die Branche leidet seit Jahren unter einem Absatzschwund. Den Daten der Nationalen Vereinigung der Haushaltsgerätehersteller zufolge sank 2008 die Auslieferungen von Kühlschränken, Waschmaschinen, Trockner und Backöfen um zehn Prozent. Im laufenden Jahr besserte sich die Lage bislang nicht. Dabei bieten führende Baumarktketten wie Home Depot oder Lowe’s kernige Preisnachlässe an. Verbraucher greifen scheinbar erst dann zu, wenn ein Gerät seinen Geist aufgibt.

Auch Ökotechnik lockte bislang kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Dabei kann ein alter Bierkühlschrank mehr als die dreifache Strommenge gegenüber einem Neugerät fressen. Um bis zu 150 Dollar kann das die jährliche Stromrechnung in die Höhe treiben, rechnet der Green Inc. Blog der „New York Times“ vor. Selbst der Immobilienboom in den zurückliegenden Jahren elektrisierte die Branche nicht. Die hohen Rohstoffkosten und Billigkonkurrenz aus Asien belasteten die Gewinnmargen.

Bei dem US-Haushaltsgerätehersteller Whirlpool, der den US-Markt mit einem Anteil von fast 50 Prozent dominiert, brach in Nord­­amerika im ersten Halbjahr der Umsatz um 18,7 Prozent ein. Mit einem Sparkurs reagierte Vorstandschef Jeff Fettig auf die Krise. 5000 Arbeiter setzte er frei. Erzrivale Electrolux mit Sitz in Stockholm baute 3000 Beschäftigte ab. Alle Produzenten verfolgen eine ähnliche Strategie: Sie verlagern ihre Produktion in Billiglohnländer. General Electric sucht seit Monaten für seine Haushaltsgerätesparte einen Käufer.

Inzwischen ist der Branchenausblick wegen der massiven Sparkurse und einer möglichen Konjunkturerholung etwas besser. Von Euphorie ist aber nichts zu spüren. Kaum verwunderlich ist es daher, dass die Hersteller die neuen Rabatte reihum begrüßen. „Was auch immer den Verbraucher zurück in den Markt bringt, ist gut für uns“, kommentierte Whirlpool-Cheflobbyist J.B. Hoyt.

Unterdessen ist eine neue Service­nummer für das Recyclen von Kühlschränken eingerichtet worden. Der Auskunftsdienst nimmt dabei Bezug auf Obamas’ Wahlkampfmotto – Tel: 1-800- YES-1-CAN.

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Whirlpool: Gewaschenes Sparprogramm

Seitdem der Regierungszuschuss am 14. Juli verkündet worden ist, schoss die Aktie des Haushaltsgeräteherstellers um fast 50 Prozent nach oben. Ein Ende der Rally ist nicht in Sicht. Denn dank des radikalen Sparkurses ist mit einem kräftigen Gewinnanstieg zu rechnen. Für 2009 peilt das Management einen Gewinn je Aktie von 3,50 bis 4,00 Dollar an. Im kommenden Jahr gehen die optimistischsten Analysten sogar von sieben Dollar aus. Auf dieser Basis liegt das KGV nur bei zehn. Dass die Aktie noch erhebliches Potenzial hat, zeigt sich am Börsenwert: Dieser kommt auf lausige 5,2 Milliarden, während voriges Jahr 18,9 Milliarden Dollar Umsatz durch die Bücher gingen. Die Aktie sollte weiter zulegen.

Electrolux: Zurück zu alter Stärke

Der Weltmarktführer steigerte im zweiten Quartal sein operatives Ergebnis stärker als erwartet um 30 Prozent auf 98 Millionen Euro. Drei Effekte kommen der Firme zugute: massive Kosteneinsparungen, geringere Rohstoffkosten für beispielsweise Stahl sowie Preiserhöhungen. Während die Märkte in Europa und den USA schrumpfen, bauen die Stockholmer in Lateinamerika und Asien ihr Geschäft aus. Obwohl sich der Kurs seit dem Tief im März verdreifachte, ist der Börsenwert mit 4,8 Milliarden Euro überschaubar. Kommt die Konjunktur in Schwung, sind Spitzenergebnisse wie im Jahr 2004 mit über 600 Millionen Euro nach Steuern möglich. Gemessen daran ist die Aktie günstig. Ebenfalls aussichtsreich.

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