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19.11.2016 12:05
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20 Jahre Telekom-Aktie: Wie man den Deutschen Aktienanlagen vermiest hat

Von wegen "Volksaktie": 20 Jahre Telekom-Aktie: Wie man den Deutschen Aktienanlagen vermiest hat | Nachricht | finanzen.net
Von wegen "Volksaktie"
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Vor 20 Jahren ging die Aktie der Deutschen Telekom an den Start. Für die allermeisten Anleger war das Investment der Anfang und das Ende ihrer Börsenkarriere. Doch wer von Anfang an dabeigeblieben ist, hat eine anständige Rendite eingefahren: Allerdings nicht dank Kursgewinnen.
Als am 18.11.1996 die Eröffnungsglocke an der Frankfurter Börse läutete, hingen 1,9 Millionen Privatanleger in Deutschland mit den Augen an der Kurstafel. Zwei Stunden Geduld war nötig, dann erst stand der Erstkurs der Telekom-Aktie fest. Eine vorher hierzulande nie gekannte Euphorie setzte ein: Am ersten Handelstag konnten Anleger, die einige der 713 Millionen zu einem Preis von 28,50 DM ausgegebenen Aktien ergattern konnten, Kursgewinne von 20 Prozent einfahren.

Mega-Marketing-Maschinerie

Vorausgegangen war dem IPO eine massive Börsenkampagne, in deren Mittelpunkt die T-Aktie stand. Die Bundesregierung wollte den Staatskonzern Telekom versilbern. Die Deutschen, bislang ein Volk von risikoscheuen Kapitalanlegern, sollte mit dem Aktienmarkt vertraut gemacht werden. Helfen sollten dabei die als "Volksaktien" vermarkteten Telekom-Titel. Eine riesige Werbe-Maschinerie lief an, Promis wie der Schauspieler Manfred Krug warben für das vermeintlich zukunftssichere Investment und Millionen Privatanleger machten mit der T-Aktie tatsächlich ihre ersten Erfahrungen auf dem Aktienmarkt.
Und nicht nur der Börsengang war ein Erfolg: Auch in den folgenden Monaten und Jahren kannte die T-Aktie nur eine Richtung: Nach oben. Die Titel entwickelten sich so gut, dass man sich bei dem ehemaligen Staatskonzern entschloss, drei Jahre später nochmals Aktien nachzuschießen - in einem zweiten Börsengang nahm die Telekom erneut umgerechnet rund zehn Milliarden Euro ein. Für Anleger, die sich erst jetzt zu einem Einstieg entschlossen, war die Aktie inzwischen deutlich teurer als bei der Erstnotiz 1996: 39,50 Euro wurden nun für einen Anteilsschein fällig. Doch anfangs lohnte sich die Aktie auch für die Zuspätkommer noch, der Aufwärtstrend blieb intakt.
Im März 2000 schoss die Telekom-Aktie bis auf 103,50 Euro hoch - absoluter Rekord.

Die Blase platzt - und damit viel Anlegervertrauen

Auf dem Höhepunkt der Erfolgsgeschichte platzte im Frühjahr 2000 in den USA die DotCom-Blase und erwischte die meisten Anleger weltweit auf dem falschen Fuß. Auch hierzulande machte die Krise vor kaum einem Wert Halt - im Sog der Ereignisse stürzte die Telekom-Aktie phänomenal ab. Die T-Aktie erwischte es vergleichsweise überproportional heftig, denn der Bund trennte sich von seinem 13 Milliarden Euro schweren Aktienpaket. Privatanleger hatten aber in der Regel kein so glückliches Händchen und mussten mit ansehen, wie ihr Langfristinvestment Telekom zusehends an Wert verlor. Wer seit dem Start dabei war, konnte sich mit Glück noch mit Gewinnen aus der Aktie verabschieden, wer aber drin blieb oder erst beim zweiten oder sogar späteren dritten Börsengang eingestiegen war, für den erwies sich seine Volksaktie als veritabler Flop.
Eine Menge Anlegervertrauen wurde verspielt, viele im Vorfeld bereits skeptische Telekom-Aktionäre sahen sich bestätigt, dass der Aktienmarkt ein unsicheres Glücksspiel mit meist wenig positivem Ausgang ist. Bis heute sind die Deutschen ein Volk, das dem Aktienmarkt eher misstrauisch gegenüber steht. Dass die Aktionärsquote hierzulande trotz historischer Niedrigzinsen nur bei rund 14 Prozent liegt, ist auch dem Telekom-Fiasko geschuldet. Deutschland liegt in Sachen Aktienkultur im Vergleich zu anderen Industrienationen weit abgeschlagen. In den Köpfen vieler Deutscher hat sich der Absturz der als "Volksaktie" vermarkteten Telekom-Aktie festgesetzt.

Gewinner trotz Kursstagnation

Heute kostet die Telekom-Aktie rund 14,45 Euro und ist damit annähernd so viel wert, wie zum Börsengang vor 20 Jahren. Rendite? Fehlanzeige. Wer früh eingestiegen ist, hat zumindest nur wenig Geld mit seinem Investment verloren. Wer seine T-Aktien seit 1996 im Depot hat und sich von der zwischenzeitlichen Panik nicht anstecken ließ, für den hat sich das Engagement am Aktienmarkt aber schlussendlich sogar noch gelohnt. Denn die Deutsche Telekom ist ein verlässlicher Dividendenzahler: Nur 2003/2004 gab es keine Ausschüttung an die Aktionäre. Insgesamt hat die Telekom an Dividenden seit dem Börsengang mehr als 11 Euro gezahlt - pro Aktie. Diese Rendite kann sich dann also doch sehen lassen. Fraglich nur, wie viele Telekom-Aktionäre der ersten Stunde davon tatsächlich profitiert haben. Verglichen mit denen, für die die Volksaktie ihr erster und letzter Ausflug an den Aktienmarkt war, weil sie mit dem vermeintlich sicheren Investment riesige Verluste eingefahren haben, dürfte ihr Anteil verschwindend gering sein.

Redaktion finanzen.net
Bildquellen: Juergen Schwarz/Getty Images, Deutsche Telekom
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