20.07.2022 17:51

HelloFresh-Aktie bricht ein: HelloFresh passt Jahresziele an

Vor Zahlen: HelloFresh-Aktie bricht ein: HelloFresh passt Jahresziele an | Nachricht | finanzen.net
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Infolge eines schwierigen Konjunkturumfeldes und einer eingetrübten Verbraucherstimmung hat der Kochboxenversender HelloFresh seine Jahresziele nach unten geschraubt.
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HelloFresh wird wegen größerer Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges und einer schlechteren Verbraucherstimmung skeptischer. Zwar lief das zweite Quartal besser als von den Analysten erwartet. Aber weil sich das konjunkturelle Umfeld seit der ursprünglichen Prognose im vergangenen Dezember deutlich eingetrübt hat und sich zudem die Inflation bemerkbar macht, rechnet der Vorstand für 2022 nun mit einem geringeren Wachstum bei Umsatz und operativen Gewinn.

Zunächst waren die Händler kurz nach Bekanntwerden der Nachricht noch uneins, ob das besser als erwartet verlaufene Quartal oder doch die Prognosesenkung entscheidender ist. Zuletzt ging es aber um über 10 Prozent auf 29,69 Euro abwärts, womit die Aktien das Schlusslicht im DAX waren. Damit haben sie seit Jahresbeginn über die Hälfte ihres Wertes verloren. Und selbst Anleger, die HelloFresh-Papiere vor zwei Jahren gekauft und seitdem gehalten haben, beklagen gut ein Drittel weniger im Depot.

Der Konzernerlös solle 2022 währungsbereinigt nur noch um 18 bis 23 Prozent steigen, teilte das im DAX notierte Unternehmen überraschend in Berlin mit. Zuvor hatte sich der Vorstand einen Wert von 20 bis 26 Prozent vorgenommen. Ausgehend vom Vorjahresumsatz von knapp sechs Milliarden Euro rechnet Konzernchef Dominik Richter nun also mit einem Erlös von rund 7,07 bis 7,37 Milliarden Euro.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll noch bei 460 bis 530 Millionen Euro liegen. HelloFresh wollte ursprünglich im laufenden Jahr einen operativen Gewinn von 500 bis 580 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr hatte der Wert bei 527,6 Millionen Euro gelegen.

Jefferies-Experte Sebastian Patulea schrieb in einer ersten Reaktion, die Prognosesenkung sei nicht so stark ausgefallen wie von ihm befürchtet. Er rechnet nicht damit, dass HelloFresh im laufenden Jahr noch ein weiteres Mal die Ziele kappen wird.

Analyst William Woods von Bernstein Research kommentierte, die Kappung der Jahresziele zeige, auf welch instabilen Beinen das Geschäftsmodell stehe. Zudem merkte er an, dass HelloFresh im zweiten Quartal mit bedeutsamem Gegenwind wegen der Dollar-Stärke zu kämpfen gehabt habe.

Insgesamt lief es für die Berliner im zweiten Geschäftsquartal rund. Auf Basis vorläufiger Erkenntnisse dürfte der operative Gewinn (Ebitda) zwischen 140 und 150 Millionen Euro liegen. Zwar wäre das in jedem Fall weniger als im Vorjahr, allerdings hatten Analysten noch schlechtere Zahlen erwartet. Der Umsatz hingegen dürfte bei fast zwei Milliarden Euro liegen, nach 1,56 Milliarden im Vorjahr. Auch hier übertraf HelloFresh die durchschnittlichen Erwartungen. Den Bericht zum zweiten Quartal sowie dem ersten Halbjahr will das Management am 15. August vorlegen.

HelloFresh-Aktien brechen nach gesenkten Jahreszielen ein

Die Aktien von HelloFresh haben am Mittwoch nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung in einer steilen Talfahrt ihre deutlichen Erholungsgewinne abgegeben. Zum Handelsschluss büßten sie 9,41 Prozent auf 29,94 Euro ein. Vor der Senkung der Jahresziele hatten sie noch klar mit mehr als sechs Prozent im Plus gelegen, in der Spitze hatten sie sogar um etwa acht Prozent zugelegt.

Mit dem Kursrutsch war HelloFresh nicht nur mit Abstand das Schlusslicht im DAX. Die Aktien rutschten auch wieder deutlich unter die gleitende 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend signalisiert und aktuell bei rund 32,88 Euro liegt. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Papier zudem nach Zalando das am schlechtesten gelaufene im deutschen Leitindex mit einem Minus von aktuell 56 Prozent.

Wie der Kochboxenlieferant am Nachmittag mitteilte, wird er bei Umsatz und operativem Ergebnis im zweiten Quartal zwar besser als von Experten erwartet abschneiden, dennoch senkte er seine Ziele für 2022. Beim Umsatzplus rechnet er nur noch mit einer Spanne zwischen 18 und 23 Prozent nach zuvor 20 bis 26 Prozent. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 460 und 530 Millionen Euro erwartet. Bislang waren es 500 bis 580 Millionen Euro.

"Endlich wird das Berliner Unternehmen etwas realistischer", kommentierte ein Marktteilnehmer die gesenkten Ziele. Bernstein-Analyst William Woods hob hervor, dass trotz der augenscheinlich positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung die Kundenzahl mit 8 Millionen die Prognose von 8,2 bis 8,4 Millionen verfehlt habe. Außerdem habe HelloFresh im zweiten Quartal von deutlichem Rückenwind durch Wechselkurseffekte profitiert.

"Während wir davon ausgegangen waren, dass Umsatz und Marge im zweiten Quartal unter Druck geraten werden, hat sich das verzögert und der Druck wird nun in der zweiten Jahreshälfte erwartet", schrieb Woods unter Verweis auf die Umsatz- und Gewinnwarnung des Unternehmens. Diese Prognosesenkung sei das Resultat eines sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Umfelds, der Inflation, des Ukraine-Krieges und auch eines sich deutlich abschwächenden Verbrauchervertrauens.

BERLIN / FRANKFURT (dpa-AFX)

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