03.03.2022 17:51

VW-Aktie letztendlich mit Verlusten: VW und Porsche stoppen Russland-Geschäft - Vernetzung von Auto-Entwicklung, Software und Weiterbildung geplant

Wegen Krieges in der Ukraine: VW-Aktie letztendlich mit Verlusten: VW und Porsche stoppen Russland-Geschäft - Vernetzung von Auto-Entwicklung, Software und Weiterbildung geplant | Nachricht | finanzen.net
Wegen Krieges in der Ukraine
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Wie bereits mehrere andere internationale Konzerne setzt nun auch Volkswagen sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus.
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"Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen", hieß es am Donnerstag. Auch sämtliche Exporte der größten europäischen Autogruppe in die Russische Föderation würden "mit sofortiger Wirkung gestoppt".

VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Fertigung. An den Standorten werde die Produktion jetzt vorerst beendet, teilten die Wolfsburger mit. Ebenso sollen keine Autos mehr nach Russland ausgeführt werden. "Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation." Die Beschäftigten in Russland erhalten zunächst eine Lohnfortzahlung.

In anderen Ländern hatte der Kriegsbeginn die Produktion von Autoherstellern bereits ausgebremst - auch bei Volkswagen. So kommt es nach der Corona- und Chipkrise zu weiteren Arbeitsausfällen in Werken wie Zwickau, Wolfsburg oder Hannover, weil Zulieferteile etwa aus der Westukraine fehlen. "Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen", erklärte VW.

Erst musste die Produktion in Sachsen eingeschränkt werden, am Dienstag weiteten sich die neuen Lieferengpässe dann auf zusätzliche Fabriken aus. Demnach wird ab der kommenden Woche die Fertigung am Stammsitz Wolfsburg "gestuft auf verschiedenen Linien" verringert. In der Woche danach werde man dort wohl gar nicht fertigen können, so der letzte Stand. Auch konzerninterne Zulieferwerke sind betroffen.

Für den Hauptsitz der leichten VW-Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover wurde ein möglicher Stillstand ab der kommenden Woche angedeutet. Am Donnerstag war aus dem Unternehmen zu hören, dass hier zwischen dem 14. und 25. März definitiv nicht produziert werden könne. Bis zum 24. April, so die Erwartung, könne es weitere Ausfälle geben - für diesen Fall haben man mit dem Betriebsrat vereinbart, weitere Kurzarbeit beantragen zu können. An den polnischen Standorten Poznan und Wrzesnia soll die Produktion zunächst vom 10. März an ruhen.

"Der Krieg in der Ukraine bestürzt uns alle", schrieben Einkaufschef Murat Aksel, Personalvorstand Gunnar Kilian und Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einem Brief an die Belegschaft. "Nach dem russischen Angriff hofft Volkswagen auf eine schnelle Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie." Vorstandschef Herbert Diess hatte schon kurz nach Kriegsbeginn in der vergangenen Woche "mit großer Sorge und Bestürzung" reagiert. Der europäische und der Welt-Konzernbetriebsrat der VW AG gaben sich "tief erschüttert".

Zentral- und Osteuropa sind für den nach Toyota zweitgrößten Autokonzern ein wichtiger Absatzmarkt. 2021 lieferten alle Marken der VW-Gruppe dort fast 660 000 Fahrzeuge aus. Die Kernmarke VW Pkw kam im vorigen Jahr in der Region auf rund 206 000 verkaufte Neuwagen.

Auch andere Autobauer zogen Konsequenzen aus der militärischen Eskalation. BMW stellt den Bau von Autos im russischen Kaliningrad und den Export nach Russland ein. Zudem werde es durch Lieferengpässe zu Produktionsunterbrechungen in deutschen und europäischen Werken kommen, hieß es bereits am Dienstag in München.

BMW bezieht ebenfalls Kabelbäume aus der West-Ukraine. Der Konzern hat 2021 mit seinem russischen Partner Avtotor 12 000 Autos in Kaliningrad gebaut und insgesamt 49 000 Autos in Russland verkauft. Im größten europäischen BMW-Werk Dingolfing dürfte die Produktion in der kommenden Woche komplett ausfallen - Kurzarbeit sei in Klärung.

Ähnliche Schritte beschloss Mercedes-Benz. Die Stuttgarter setzen ihre Exporte nach Russland sowie die Fertigung dort aus, wie sie am Mittwochabend mitteilten. Mercedes hatte vor knapp drei Jahren sein erstes Pkw-Werk nahe Moskau eingeweiht - damals noch in Anwesenheit von Präsident Wladimir Putin. Die für mehr als 250 Millionen Euro gebaute Produktionsstätte bietet über 1000 Jobs. Ab der kommenden Woche soll die Schichtplanung einzelner Mercedes-Werke angepasst werden. Ausfälle will man "bestmöglich" vermeiden. Der weltgrößte Lkw-Bauer Daimler Truck stellte seine Russland-Aktivitäten inklusive der Kooperation mit dem Panzerwagen-Hersteller Kamaz vorerst ein.

Porsche stellt Geschäfte mit Russland vorläufig ein

Porsche setzt sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. Aufgrund der aktuellen Situation habe die Volkswagen-Tochter die Auslieferung von Fahrzeugen nach Russland mit sofortiger Wirkung gestoppt, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Stuttgart mit. Porsche ziehe mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit in Russland die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation.

Im Jahr 2021 wurden von Porsche insgesamt 6 262 Fahrzeuge nach Russland geliefert. Der Sprecher sagte, "wir hoffen weiterhin auf eine Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie". Man sei überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung des Konflikts nur auf Grundlage internationalen Rechts erfolgen könne. "Bei allen Aktivitäten vor Ort stehen die Sicherheit und Unversehrtheit der Menschen an erster Stelle."

VW will Auto-Entwicklung, Software und Weiterbildung enger vernetzen

Volkswagen will die technische Fahrzeug-Entwicklung im neuen Zentrum "Campus Sandkamp" grundlegend umbauen und stärker mit der Arbeit von IT-Experten und anderen Abteilungen vernetzen. Zudem seien weitere Fortbildungsprogramme für Beschäftigte geplant, sagte der Entwicklungsvorstand der Kernmarke VW Pkw, Thomas Ulbrich, am Donnerstag. "Interdisziplinäre Teams aller Fachabteilungen entwickeln zusammen - dadurch erreichen wir auch kürzere Entwicklungszeiten, vergleichbar mit denen der Softwarebranche."

Statt herkömmlicher Entwicklung in einzelnen thematischen "Silos" sei mehr interne Abstimmung nötig. "Reine Konstruktion war gestern, heute geht es in erster Linie um Kommunikation", meinte der Manager. Dabei sei klar: "Wir pflegen einen besonders engen Draht zu Cariad." Die VW-eigene Softwaresparte soll künftig den größten Teil der Funktionen für neue Modelle bereitstellen, anstelle Systeme extern zuzukaufen. Auch die Kooperation mit dem Einkauf und die gemeinsame Beobachtung der zuletzt brüchigen Lieferketten etwa für Chips soll enger werden.

Der Baubeginn für den "Campus Sandkamp" am VW-Stammsitz in Wolfsburg wird bis zum Ende dieses Jahres angepeilt. Spätestens ab dem Frühjahr 2023 soll dann eine eigene Fabrik für das demnächst zentrale Modell Trinity hinzukommen. Das 2026 startende E-Auto soll auch teilautonom fahren können. Für das neue Entwicklungszentrum investiert VW gut 800 Millionen Euro, allein hier sollen rund 4000 Beschäftigte arbeiten.

Ziel sei es, dass die Abläufe die generelle Transformation in der Autoindustrie widerspiegeln. "Statt Austausch unter Experten geht es um Interaktion mit anderen Disziplinen", sagte Ulbrich. Dabei sei die Weiterqualifikation wichtig - "von kurzen bis zu mehrmonatigen oder gar mehrjährigen Umschulungen". Die derzeitige technische Entwicklung umfasst in Wolfsburg insgesamt 11 500 Mitarbeiter, perspektivisch könnte VW hier noch aufstocken. "In den kommenden Jahren werden wir sie schrittweise auf die veränderten Anforderungen ausrichten."

Die VW-Aktie fiel im XETRA-Handel zuletzt um 2,90 Prozent auf 155,36 Euro.

WOLFSBURG / KALUGA / STUTTGART (dpa-AFX)

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