23.01.2019 08:34

Beteiligungen belasten Rocket Internet-Aktienkurs

Zalando und Co.: Beteiligungen belasten Rocket Internet-Aktienkurs | Nachricht | finanzen.net
Zalando und Co.
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Als Investor von Start-ups ist Rocket Internet stark mit seinen Schützlingen verwoben.
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Fallen sie, so fällt auch der Aktienkurs von Rocket. Erfolg kann bei jungen Firmen sehr sprunghaft kommen, oder auch vergehen. Was bei dem im MDAX notierten Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI ROCKET INTERNET:

Die Berliner haben ihr Kapital besonders in junge Unternehmen angelegt, die in den Bereichen Essen und Lebensmittel, Haus und Wohnen sowie Mode aktiv sind. Das Aushängeschild von Rocket ist Zalando, das den Aufstieg zum größten Onlinemodehändler Europas schaffte.

Die vier nach eigenen Angaben derzeit bedeutenden börsennotierten Beteiligungen von Rocket sind der Essenslieferant Delivery Hero, der Kochboxenversender HelloFresh sowie die Heimausstatter Home24 und Westwing.

Die jüngste Firma auf dem Parkett ist Westwing. Die Münchener sind erst seit Anfang Oktober an der Börse. Dank treuer Kunden hat sich der Online-Möbelhändler auch im Hitzesommer gut geschlagen und sein Wachstum gesteigert. Anleger hatten trotzdem wenig Freude mit dem Papier, es ist nur noch halb soviel Wert wie der Ausgabepreis.

Ähnlich bergab ging es auch für Home24. Das erst im Juni an die Börse gebrachte Unternehmen musste seine Umsatzprognose kappen. Im Gegensatz zu Westwing hat Home24 den heißen Sommer nicht so gut überstanden. Die Aktie verlor im Vergleich zum Börsenstart rund Zweidrittel ihres Wertes.

Auch beim Essenslieferanten Delivery Hero wird für 2018 mit einem deutlich höheren Verlust gerechnet. Das Unternehmen will sein Marketing verstärken und in technische Verbesserungen investieren. In Deutschland ist der Markt hart umkämpft, weshalb Delivery Hero seine deutschen Lieferdienste Lieferheld, Pizza.de und Foodora an den niederländischen Konkurrenten takeaway.com verkaufte. Das Unternehmen werde zudem einen Anteil an Takeaway.com halten und über mehr liquide Mittel verfügen, hieß es. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Viel Potential sieht Delivery Hero hingegen in noch wenig entwickelten Märkten in Asien und Lateinamerika.

Mehr Grund zu Optimismus verbreitet hingegen der Kochbox-Versender Hellofresh. Zwar hat sich die Aktie nach zunächst positivem Start schlechter entwickelt als erhofft. Jedoch überraschten die Berliner mit ihrem Ausblick für das Gesamtjahr 2018. In Aussicht gestellte Zahlen erscheinen besser als erwartet, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn, schrieb etwa Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe. Rocket Internet SE hatte seine Anteile an Hellofresh zuvor reduziert und hält nun noch rund 30 Prozent.

Rocket wird zudem nicht müde, neue Börsengänge zu planen. Auf der Liste ganz oben soll seine Global Fashion Group (GFG) stehen. Die aus verschiedenen Onlinemodehändlern bestehende Gruppe solle möglichst noch im März 2019 aufs Parkett, berichtete das "Manager Magazin" Ende November. Die in der GFG zusammengefassten Unternehmen sind in Märkten wie Osteuropa, Asien und Brasilien tätig. Rocket äußerte sich dazu allerdings mit Zurückhaltung. "Kurzfristig ist nichts geplant", sagte Vorstandschef Oliver Samwer nach der Vorlage der Zwischenbilanz. Auf einem Finanzpolster von gut zwei Milliarden Euro, die die Börsengänge wichtiger Beteiligungen einbrachten, lässt es sich gut ausruhen.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Besonders optimistisch zeigt sich die Privatbank Berenberg. Analystin Sarah Simon hält die börsennotierten Beteiligungen des Unternehmens für unterbewertet. Ihrer Einschätzung nach befinden sich im Portfolio einige unentdeckte Perlen. Auch Deutsche Bank-Analystin Nizla Naizer hält die Startup-Schmiede für erfolgversprechend. Rocket zähle zu den besser aufgestellten Firmen, in die es sich lohne zu investieren.

Die US-Investmentbank Merrill Lynch bewertet dies in einer Studie jedoch anders. Analyst John King rät Anlegern bei Technologiewerten zu einem selektiven Vorgehen. Rocket Internet zählt dabei nicht zu seinem Empfehlungskreis.

Von sechs im dpa-AFX-Analyser gelisteten Experten raten drei zum Kauf der Papiere, zwei zum Halten und einer zum Verkauf. Das Kursziel auf zwölf Monate liegt bei 31,57 Euro. Die Spanne reicht dabei von 21 Euro bis 53 Euro pro Aktie.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Seit ihrem Zwischenhoch Ende Juli vergangenen Jahres bei 31,34 Euro hat die Aktie etwa ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Auf lange Sicht ist der Verlust jedoch noch viel deutlicher. Im November 2014 war sie mit über 60 Euro pro Papier schon einmal fast dreimal so viel Wert wie heute. Zuletzt kostete die Aktie um die 22 Euro.

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com

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