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10.01.2019 10:02
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Ex-EZB-Chefökonom: Ein Euro-Rauswurf darf kein Tabuthema sein

Euro-Aus: Ex-EZB-Chefökonom: Ein Euro-Rauswurf darf kein Tabuthema sein | Nachricht | finanzen.net
Euro-Aus
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Der Mitgründer des Vorstands der Europäischen Zentralbank und ehemalige Chefvolkswirt Otmar Issing meint, dass ein Euro-Rausschmiss für die einzelnen Mitglieder der Währungsunion nun kein Tabu mehr sein darf.
Kurz vor dem 20. Geburtstag der europäischen Gemeinschaftswährung kritisiert der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, den laissez faire-Umgang mit so manchem Mitglied der Eurozone.
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Die Mitgliedsstaaten müssen ihren Verpflichtungen nachkommen

Gegenüber dem Tagesspiegel sagte das Gründungsmitglied des EZB-Vorstands, der Euro könne "nur überleben, wenn alle Länder ihren Verpflichtungen nachkommen." Dementsprechend findet es der Ökonom auch nicht verwerflich, laut über den Austritt einzelner Länder aus der Gemeinschaftswährung nachzudenken, wenn diese die grundsätzlichen Regeln der Währungsunion missachten.

Kein Tabu bei Fehlverhalten

"Bisher gibt es keine Bestimmung für den Austritt eines Landes aus der Währungsunion - der Beitritt wird als irreversibel betrachtet, sozusagen als ewig" sagte Issing. "Wenn Konflikte aufgrund des Fehlverhaltens eines oder mehrerer Länder extrem werden, kann das Problem des Rückzugs nicht länger tabu sein," so der Ex-EZB-Chefökonom in Bezug auf den Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU.

Offene Diskussion über Euro-Rauswurf

Dass Italien "gegen die Verpflichtungen verstößt, die das Land mit der Europäischen Kommission eingegangen ist, zeigt einen vorsätzlichen Verstoß gegen die Regeln" der Währungsunion, so Issing. In solch einem gravierenden Fall sollten nach der Einschätzung des ehemaligen Chefvolkswirts harte Disziplinarverfahren eingeleitet und ein Euro-Rauswurf offen diskutiert werden.

Euroskepsis aus Italien

Euro-kritische Äußerungen aus Italien brachten die Finanzmärkte in den zurückliegenden Wochen und Monaten schon mehrfach unter Druck. Italien "würde mit einer eigenen Währung einen Großteil seiner Probleme lösen" und ähnliche Aussagen von dem Finanzpolitiker Caudio Borghi der italienischen Regierungspartei Lega sorgen bei der EU-Kommission zu Recht für Verwunderung.

Happy Birthday - Euro

Die einheitliche Währung, der Euro, war seit seiner Einführung am 1. Januar 1999 als Teil eines umfassenden politischen Projekts zur Gewährleistung des friedlichen Zusammenlebens in Europa gedacht. Zum 20. Geburstag steht dieses Projekt jedoch vor scheinbar unlösbaren Aufgaben. An Kryptowährungen interessiert? - Bitcoin handeln - So geht's. Ökonomische Differenzen zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten, die Staatsschuldenkrise, der Aufstieg populistischer Parteien und der Austritt Großbritanniens aus der EU bringen das Projekt der Einheitswährung zunehmend ins Straucheln.

Die Zukunft der Gemeinschaftswährung bleibt weiterhin unklar

Angesichts dieser massiven Probleme darf gezweifelt werden, ob der Euro in seiner heutigen Form und Mitgliederstruktur nochmals 20 Jahre durchhalten kann. Jüngste Umfragen zeigen nämlich, dass die Unterstützung für den Euro im vergangenen Jahr gerade in Italien massiv zurückgegangen ist.

Die Mehrheit der Europäer ist Euro-Fan

Trotz aller Probleme sind die meisten Menschen aus der Euro-Zone von ihrer Gemeinschaftswährung überzeugt. Laut Umfragen hat sich die Stimmung zum Euro in 13 Mitgliedsstaaten seit ihrem Beitritt sogar deutlich verbessert. Selbst im euroskeptischen Italien bevorzugen noch rund 60 Prozent der Menschen den Euro und nicht die italienische Lira.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: Kaonos / Shutterstock.com, Daniel Schweinert / Shutterstock.com

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