12.12.2018 16:35

Wird Schweden bereits in wenigen Jahren zu einer bargeldlosen Gesellschaft?

Staatliche Digitalwährung: Wird Schweden bereits in wenigen Jahren zu einer bargeldlosen Gesellschaft? | Nachricht | finanzen.net
Staatliche Digitalwährung
Folgen
Seit geraumer Zeit überprüft die Schwedische Reichsbank mit ihrem e-krona-Projekt den Einsatz einer eigenen Digitalwährung - damit scheint die Bank auf dem richtigen Weg zu sein: Der Trend wendet sich vom Bargeld ab.
Werbung
Das Exekutivmitglied der schwedischen Zentralbank Cecilia Skingsley wühlte mit ihren Aussagen in einer kürzlich gehaltenen Rede auf der Londoner Bankenkonferenz die Debatte um ein bargeldloses Schweden und die möglichen Folgen wieder auf.

Sie möchten in Kryptowährungen investieren? Unsere Ratgeber erklären, wie es innerhalb von 15 Minuten geht:
» Bitcoin kaufen, Ripple kaufen, IOTA kaufen, Litecoin kaufen, Ethereum kaufen, Monero kaufen.

Schweden nutzen immer weniger Bargeld

"Schweden wird innerhalb von drei bis fünf Jahren wahrscheinlich zu einer bargeldlosen Gesellschaft", so die schwedische Ökonomin Skingsley. Völlig ab vom Trend liegt Skingsley mit ihrer Äußerung dabei nicht: Wie der kürzlich erschienene "World Payment Report", eine Studie zur globalen Zahlungsgewohnheit, ergab, tätigte jeder Schwede im Jahr 2016 durchschnittlich 461,5 Zahlungen über digitale Mittel - Schweden liegt in diesem Fall noch vor den USA ganz vorne. Die digitalen Zahlungen in dem skandinavischen Land nahmen von 2015 bis 2016 um 13,3 Prozent zu. Ermöglicht wurde diese Entwicklung offenbar durch die landesweit offene Haltung für E-Zahlungsmittel und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie beispielsweise Swish, iZettle und BiR, heißt es in der Studie. Außerdem habe die Kooperationsbereitschaft der schwedischen Banken ein ausgeglichenes Angebots- und Nachfrageverhältnis ermöglicht.

Trend zur Kryptowährung

Die veränderte Zahlungslandschaft zwinge die Zentralbanken gewissermaßen dazu, sich an die derzeitige Entwicklung anzupassen und ihre Strategien zu überarbeiten, verlautete die Nachrichtenagentur Reuters. Und so legte bereits auch die IWF-Chefin Lagarde den Zentralbanken nahe, über eine mögliche Einführung von eigenen Kryptowährungen nachzudenken. Bezüglich dieser Entwicklung sagte Skingley außerdem, dass bereits mit Beginn des e-krona-Projekts deutlich spürbar war, dass Bargeld an Bedeutung verliert: "Als wir mit der Analyse begonnen haben, haben wir gesehen, dass wir besser gerüstet sind, wenn das Bargeld in Zukunft marginalisiert wird".

Doch obwohl Schweden neben anderen Ländern von dem "World Payment Report" jüngst als Krypto-freundlich gekürt wurde und als Vorreiter im digitalen Zahlen gilt, machte sich bereits Anfang dieses Jahres Widerstand gegen die bargeldlose Zukunft breit: Während einige Schweden den modernen Zahlungsmitteln mit Begeisterung entgegensinnen, zeigt sich das andere Lager äußert skeptisch.

Bitcoin oder e-krona als alltägliches Zahlungsmittel?

Die Zentralbank verkündete laut Reuters aber, dass Bargeld nicht vollständig abgeschafft werden soll. Doch wenn immer weniger Menschen im alltäglichen Gebrauch zu Scheinen und Münzen greifen, würde Bargeld praktisch unnütz und könnte von einer steigenden Zahl von Geschäften nicht weiter angenommen werden. Bereits existierende Kryptowährungen wie der Bitcoin sollen offenbar aber keine Lösung bieten - allerdings könnten diese zukünftig in Konkurrenz zu einer möglichen Cyberdevise der Zentralbank stehen. Diesbezüglich warnt Skingley: "Wenn wir nichts tun, blicken wir in eine Zukunft, in der das Geld privatisiert sein wird." Für den Fall, dass eine e-Krone realisiert wird, hält es die stellvertretende Leitung der schwedischen Zentralbank für wahrscheinlich, "dass die Riksbank die e-krona […] bereitstellt, aber der private Sektor ist möglicherweise an der Verteilung beteiligt. Private Unternehmen können Kundenkontakte besser verwalten und maßgeschneiderte Lösungen finden".

Der weitere Fortgang dieser Entwicklung dürfte für viele - insbesondere auch für Kryptofans - mit Spannung beobachtet werden. Es bleibt fraglich, ob oder wann Schweden tatsächlich das erste Land sein wird, welches eine zentrale Cyberdevise einführt und sich schließlich immer mehr vom Bargeld lossagt.

Redaktion finanzen.net

Das könnte Sie auch interessieren: finanzen.net Ratgeber Bitcoin kaufen - So geht's

Bildquellen: Andrey Emelyanenko / Shutterstock.com, bildfokus.se / Shutterstock.com
Werbung

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,19630,0031
0,26
Japanischer Yen132,1860-0,0840
-0,06
Pfundkurs0,85970,0025
0,29
Schweizer Franken1,0953-0,0002
-0,02
Russischer Rubel86,2515-0,0665
-0,08
Bitcoin27616,9395-1397,7305
-4,82
Chinesischer Yuan7,7193-0,0027
-0,04

Heute im Fokus

Dow in Grün erwartet -- DAX etwas tiefer -- VW-Aktionäre sollen Umwelt- und Sozialziele in Vorstandsboni absegnen -- Panasonic verkauft alle Tesla-Anteile -- Nike, HORNBACH Holding, FedEx im Fokus

thyssenkrupp-Steel-Chef sieht Stahlengpass in Europa. Deutsche Wohnen-Aktie: Volksentscheid rückt näher - 343.000 Unterschriften für Enteignung. Bike24-Aktie legt bei Börsendebüt leicht zu. Deutsche Bank schneidet im Stresstest der Fed gut ab. EnBW-Chef Mastiaux strebt keine weitere Amtszeit an. EZB übernimmt Aufsicht über systemisch wichtige Investmentfirmen.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Lassen Sie sich bei der Planung ihres Sommerurlaubs noch von der Corona-Pandemie beeinflussen?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln