18.12.2012 16:49

Börse Frankfurt-News: Lieber Europa als USA (ETFs)

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    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 18. Dezember 2012. Die Jahresendrallye in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern sorgt auch im ETF-Handel für anhaltende Kauflaune. Tracker von US-Aktien werden allerdings abgestoßen. Übrigens: Wenn Sie als Privatanleger für Ihr Kind in ETFs investieren wollen, dann sollten Sie sich einmal OSKAR ansehen, den unkomplizierten ETF-Sparplan für Kinder.

 

Ein DAX-Plus von rund 10 Prozent in nur vier Wochen sowie ein neues Fünfjahreshoch - das lockt auch bislang skeptische Anleger aus der Reserve. "Von vorweihnachtlicher Ruhe kann nicht die Rede sein", bemerkt Frank Mohr von der Commerzbank. Sowohl private als auch institutionelle Investoren seien noch sehr aktiv. Das Interesse gelte dabei fast ausschließlich Aktien-ETFs. "Diese machten rund 80 Prozent unserer Umsätze aus."

 

Auch Florian Perini von Flow Traders berichtet von einem regen Handel. Laut Mark Schönbrodt von der DekaBank ist das Handelsaufkommen im Vergleich zur Vorwoche zwar etwas zurückgegangen, beklagen über mangelndes Geschäft kann er sich aber auch nicht.

 

US-Märkte im Hintertreffen

 

Kaufen, aber bitte nicht alles - so lautet derzeit das Credo. "Die Zuflüsse überwiegen im Aktienbereich zwar deutlich", erklärt Mohr. Allerdings seien ETFs auf US-Aktien eher abgegeben worden, etwa S&P 500-Tracker (WKN ETF012) und auch Dividendenstrategiefonds (WKN A1JKS0). Das ist kaum verwunderlich: US-Indizes wie der Dow Jones Industrial oder der S&P 500 sind zwar in den vergangenen Wochen ebenfalls stark angestiegen, konnten die Verluste vom Herbst aber noch nicht ganz ausbügeln. Grund ist der immer noch ungelöste US-Haushaltskonflikt.

 

Alte Welt gesucht

 

ETFs auf europäische Dividendentitel standen Mohr zufolge im Gegenzug fast ausschließlich auf den Einkaufslisten (WKN ETF050). Zugegriffen worden sei auch in ETFs mit Hebel, etwa Leveraged DAX-Produkten, während Short DAX-ETFs (WKN ETF004) verkauft worden seien. Auch Perini sieht US-Aktien (WKN 264388, 628939) eher auf den Abgabelisten, in Euro Stoxx 50- (WKN 593395, 935927) und MSCI World-ETFs (WKN A0HGZR, DBX1MW) sei aber in beide Richtungen gehandelt worden. "Gekauft wurden DAX-ETFs (WKN 593393), der sich auf italienische Aktien beziehende FTSE MIB- (WKN DBX1MB) und währungsgesicherte MSCI Japan-Indexfonds (WKN A1H53P)."

 

Schönbrodt sieht DAX-ETFs (WKN ETFL01) in der Gunst der Anleger weit oben, anders als die übrigen Händler hat er bei seinen Kunden aber durchaus auch Interesse an S&P 500-Indexfonds ausgemacht.

 

Gemischtes Bild bei Emerging Markets-ETFs

 

Nicht ganz eindeutig ist der Trend in Schwellenländeraktien. "Nachdem in der Vorwoche eher Käufer unterwegs waren, zeigten sich in den vergangenen fünf Handelstagen eher Verkäufer (WKN DBX1EM, A0HGZT)", bemerkt Perini. Auch Schönbrodt berichtet von Abflüssen. Der Commerzbank zufolge waren Emerging Markets-Werte hingegen weiter gesucht - aber nur breit aufgestellt Portfolios (WKN ETF127).

 

Banken-Indexfonds mit Kurssprung

 

Im Bereich der Sektoren-ETFs ziehen nach wie vor insbesondere Banken-Indexfonds (WKN 628930, ETF062) viel Aufmerksamkeit auf sich. "Hier hatten wir die meisten Umsätze, allerdings dominierten Abgaben", berichtet Mohr. Eingestiegen seien Anleger zum Beispiel in ETFs auf die Technologiebranche (WKN ETF076). Im Fall der Banken-ETFs könnte es sich um erste Gewinnmitnahmen handeln: Die Kurse haben sich seit Sommer nämlich stark erholt, etwa verzeichnet der Comstage Stoxx Europe 600 Banks auf Sicht von sechs Monaten ein Plus von knapp 28 Prozent.

 

Die DekaBank hat ebenfalls Abflüsse aus Banken-Indexfonds (WKN A0F5UJ) beobachtet, auch von Versorger-Indexfonds (WKN DBX1SU) hätten sich Anleger getrennt. Gut angekommen seien hingegen ETFs, die an die Entwicklung der Telekommunikationsbranche (WKN DBX1ST) gekoppelt sind.

 

Sicherheit: kein Bedarf mehr

 

Keine so hohe Beachtung finden unterdessen Renten-ETFs. "Hier gibt es deutlich weniger Aktivität", erklärt Mohr. Allerdings ist eines klar: Die lange extrem beliebten deutschen Staatsanleihen werden aus den Portfolios geworfen. Das berichten die Händler unisono. "ETFs auf deutsche Staatsanleihen (WKN 628946, 628947, 628948) wurden eher verkauft", meldet etwa Perini. Auch Schönbrodt und Mohr bestätigen das (WKN ETFL20, 628949, ETFL21).

 

Wenn überhaupt Renten-ETFs gekauft werden, dann sind es meist die etwas riskanteren Produkte. "Zuflüsse gibt es in ETFs auf Unternehmensanleihen wie im iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (WKN 251124)", erklärt Schönbrodt. Der ETF kannte in diesem Jahr übrigens nur eine Richtung: nach oben. Mit einem Kursplus von 10,55 Prozent ist das Jahr 2012 damit weit überdurchschnittlich. Auf Sicht von sechs Jahren wurden mit dem ETF Renditen von 6,55 Prozent im Jahr erzielt.

 

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© 18. Dezember 2012 / Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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