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04.02.2014 15:03
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Börse Frankfurt-News: Satte Gewinne werden eingestrichen (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 4. Februar 2014. Während Anleger bei Aktienindizes rund um den Globus Kasse machen, ist der sichere Rentenhafen wieder gesucht.

Der Kursrücksetzer an den internationalen Aktienmärkten hat eine Verkaufswelle bei börsengehandelten Indexfonds ausgelöst. "Es ist zwar keine panikartige Flucht, aber gerade bei Aktien-ETFs haben sehr viele Leute in den vergangenen Tagen Kasse gemacht", berichtet Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam und spricht von hohen Umsätzen. Martina Schröttle von der Commerzbank bestätigt: "Mit fast 22.000 Trades war die vergangene Woche enorm stark. Normalerweise gelten Wochen mit 15.000 Trades schon als stark." Übrigens: Mehr Informationen über die Geldanlage mit ETFs erhalten Sie in unserem Ratgeber ETF-Sparplan.

Die Angst, den weltweiten Konjunkturaufschwung überschätzt zu haben, hat die internationalen Aktienmärkte in den vergangenen Tagen auf Talfahrt geschickt. Nach negativen Meldungen in vielen Schwellenländern enttäuschten zuletzt China und die USA mit schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten. Zum Wochenauftakt ging es für die US-Indizes Dow Jones und S&P 500 um mehr als 2 Prozent abwärts, der japanische Leitindex Nikkei brach am heutigen Dienstag mit über 4 Prozent Minus auf den niedrigsten Stand seit rund vier Monaten ein. Der Dax ist in den vergangenen anderthalb Wochen um gut 600 Punkte gefallen und notiert am Mittag mit 9.075 Punkten erneut 1 Prozent im Minus.

Hohe Volatilität beflügelt das Geschäft

Laut Gregor Hamme von der Unicredit befeuert nicht zuletzt die deutlich gestiegene Volatilität an den Aktienmärkten den Handel mit EFTs. "Es geht im Moment schon sehr turbulent zu, wobei insgesamt die Abgaben überwiegen", fasst der Market Maker zusammen.

Der Volatilitätsindex VDAX-New der Deutschen Börse ist seit Mitte Januar von rund 14 auf aktuell knapp 22 Punkte angestiegen. Der Index misst die implizite Volatilität für den deutschen Aktien-Leitindex DAX. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten. Den bislang höchsten Tagesschlusskurs erzielte das so genannte "Angstbarometer" mit einem Indexstand von 83,23 Punkten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am 16. Oktober 2008.

Aktien-Tracker fliegen aus den Depots

Auf der Verkaufsseite führen die Market Maker vor allem Aktien-ETFs. Hamme spricht von Rückflüssen in DAX-, MDAX- und Euro Stoxx 50-Trackern über alle Emittenten. "Auch bei Aktienindizes der Europeripherie steigen Investoren aus", beobachtet Hamme und verweist beispielhaft auf den italienischen Leitindex MIB, der in Form des iShares FTSE MIB UCITS ETF (WKN A0YEDP) zurückgegeben werde.

"Die Devise scheint gerade zu lauten: Wir verkaufen alles", kommentiert Sengfelder, der sowohl bei heimischen als auch bei Aktien aus Fernost und aus Schwellenländern einen klaren Abgabeüberhang verzeichnet. "Vom MSCI World (WKNs A0HGZR, DBX1MW) über den DAX (WKNs 593393, DBX1DA), den MDAX (WKN 593392), den Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, 935927) und den MSCI Japan (WKNs A1H53P, A0RGCR) kommt alles zurück."

Japanische Aktien besonders unter Druck

Vor allem Tracker japanischer Aktien seien zuletzt besonders stark unter Druck geraten - genauso wie der Markt in Tokio selbst. Auch Schröttle bestätigt diese Tendenz, merkt allerdings an, dass Händler an der Tokioter Börse am heutigen Dienstag schon wieder von jeder Menge Kauforders berichtet hätten.

Unter den Schwellenländeraktien werden laut Sengfelder sowohl breite Indizes wie der MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) verkauft, als auch auf asiatische Aktien fokussierte Indizes (WKNs LYX0AB, DBX1AE) sowie Indizes einzelner Länder, wie etwa Malaysia (WKN LYX0CW).

Einen leichten Kaufüberhang meldet Sengfelder lediglich für den Lyxor ETF MSCI USA (WKN A0JMFG) und den iShares S&P 500 UCITS ETF (Acc) (WKN A0YBR6). "Von Euphorie kann man aber auch hier nicht sprechen, es wurde unter dem Strich lediglich etwas mehr gekauft als verkauft", ergänzt der Market Maker jedoch. Sicherheit gesucht

Profiteur der jüngsten Konjunktursorgen ist indes der vermeintlich sichere deutsche Rentenhafen. "Alles, wo Sicherheit drauf steht, wird aktuell gekauft", weiß Sengfelder und berichtet von Zuflüssen in Tracker deutscher (WKNs 628946, DBX0C9) und europäischer (WKNs DBX0AC, DBX0AD, A1HGFC) Staatsanleihen. Abgestoßen werden nach Auskunft des Händlers hingegen Staatsanleihen der Europeripherie (WKNs A1J0BF, A1J0BH) sowie der Lyxor ETF Daily Double Short Bund (WKN LYX0FW), der die Entwicklung des deutschen Rentenbarometers Euro Bund Future mit einem Zweifachhebel invers abbildet. Auch Martina Schröttle beobachtet seit Beginn dieser Woche Käufe bei deutschen Staatsanleihen (WKNs 628946, 628948).

Mutige steigen bei Finanztiteln wieder ein

Mit Blick auf einzelne Branchen nutzen Anleger laut Hamme den jüngsten Kursrückgang bei Finanztiteln zum Wiedereinstieg. "Seit Beginn der Woche beobachten wir etwa im iShares STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF (DE) (WKN A0H08K) sowie im SPDR MSCI Europe Financials ETF (WKN 550881) einen Kaufüberhang." Der Stoxx Europe 600 Financials hat seit seinem Hoch Mitte Januar bei knapp 227 Punkten auf aktuell 209 Punkte nachgegeben.

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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG © 4. Februar 2014

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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