finanzen.net
02.05.2020 16:00

Fondsexperte Sälzle zu Immobilienfonds: "Die Renditen werden sinken"

Euro am Sonntag-Fonds-Tipp: Fondsexperte Sälzle zu Immobilienfonds: "Die Renditen werden sinken" | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Fonds-Tipp
Folgen
Offene Immobilienfonds » In der Finanzkrise wurden einige Offene Immofonds geschlossen. Wie gefährdet die Produkte heute sind, beantwortet Fondsexperte Rüdiger Sälzle.
Werbung
€uro am Sonntag

von Peter Gewalt, €uro am Sonntag

Die Corona-Krise hinterlässt auch bei den erfolgsverwöhnten Offenen Immobilienfonds (OIF) Spuren. Zu den negativen Folgen äußert sich Fondsconsult-Chef Rüdiger Sälzle.

Wie stark sind denn die OIF betroffen?
Rüdiger Sälzle: Die Auswirkungen der Corona-Krise werden sich bei vielen OIF erst in den nächsten Monaten zeigen. Sie sind zudem in großer Abhängigkeit der Ausrichtung auf stark oder weniger betroffene Nutzungs­arten zu sehen. Während die Sektoren Logistik, Nahversorgung und Wohnen von der Krise kaum betroffen sind, schlägt sie in den Bereichen Einzelhandel und Hotel voll durch.

Wie äußert sich das?
Die OIF-Anbieter bestätigen aus diesen Segmenten eine große Anzahl von Anfragen nach Mietstundungen.

Gibt es denn regionale Unterschiede?
Ja, insbesondere in den Corona-Epizentren Spanien und Italien ist die Lage durch den kompletten Lockdown dramatisch, und Mietausfälle sind dort de facto in erheblichem Umfang zu erwarten, selbst wenn de jure noch von Mietstundungen gesprochen wird. In anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich besteht dagegen eine deutlich größere Wahrscheinlichkeit einer werthaltigen Mietstundung.

Wie sieht es bei Büroimmobilien aus?
Die Ausfallrisiken im Bürosegment werden im Allgemeinen als gering erachtet. Sollten Länder in eine länger anhaltende Rezession abgleiten oder sollte sich die Corona- Krise weltweit über einen langen Zeitraum ausdehnen, werden aber negative Effekte in allen Nutzungsbereichen eintreten.

Wie entwickeln sich die Mittelzuflüsse?
Die Anlageklasse der OIF konnte im ersten Quartal 2020 erneut hohe Mittelzuflüsse generieren, allerdings mit deutlich fallender Tendenz im März. Auf aktueller Basis sind die Zuflüsse auf niedriger Basis weiter positiv. Rückgaben in größerem Umfang sind zudem derzeit nicht festzustellen.

In der Finanzkrise 2008 hatten OIF Liquiditätsprobleme. Besteht die Gefahr erneut?
Nein, denn mit den hohen Mittelzuflüssen der letzten Jahre und Monate haben sich die Anbieter ein mehr oder weniger hohes Liquiditätspolster aufgebaut. Zudem bewegen sich die Fremdkapitalquoten ebenfalls mehrheitlich in einem moderaten Bereich. Beide Instrumente bieten hinreichenden Schutz für den Fall erhöhter Kündigungen und Mittelrückgaben.

Wie reagieren Anbieter auf die Krise?
Sehr unterschiedlich. Während der haus­Invest eine "Rücklage" gebildet und damit den Fondspreis um rund 1,2 Prozent reduziert hat, gehen andere Häuser wie Deka- Immobilien oder Swiss Life über das Prinzip von Wertberichtigungen. Soweit diese eintreffen, unterbleibt die Zuschreibung auf den Fondspreis, das heißt, es findet kein Wertzuwachs statt. Daher sind bis heute noch keine Auswirkungen in der Rendite feststellbar. Anders beim hausInvest: Der eintretende negative Effekt wirkt neutral auf den Fondspreis, da ja bereits ­abgewertet wurde.

Bei DWS-Fonds gab es Berichtigungen.
Ja, die grundbesitz-Fonds der DWS wurden aber durch einen anderen Effekt abgewertet: Zur Vermeidung der Zahlung von Strafzinsen wurde ein höherer Cashanteil in ­Investment-Grade-Anleihen investiert, die im Zuge der Marktverwerfungen erhebliche Kursverluste erlitten. Zudem ergaben sich noch negative Effekte durch die Absicherung von Fremdwährungen.

Wie werden sich die Renditen entwickeln?
Perspektivisch wird überwiegend von ­einer Verminderung der Rendite zwischen 50 und 100 Basispunkte ausgegangen. Die erwarteten Fondsrenditen für das laufende Jahr liegen dann bei ein bis 1,5 Prozent statt wie bisher bei zwei bis 2,5 Prozent.

Sollten Anlegern OIF die Treue halten?
Man sollte die Frage im Verhältnis zu den verfügbaren Alternativen stellen: Während selbst Rententitel im Investment-Grade-Bereich zuletzt hohe Verluste zu verzeichnen hatten, gibt es für Cash-Anlagen nach wie vor keine Verzinsung. Bei den OIF bekommt der Anleger einen stabilen, wenn auch jetzt niedrigeren Wertzuwachs. Unter Abwägung von Chance und Risiko sollten OIF selbst im derzeit unsicheren Umfeld ein fester Anteil im Portfolio bleiben.

Swiss Life Living & Working

Stabiles Investment
Das Portfolio des Swiss Life Living & Working hebt sich dank seiner Diversifizierung klar von der Konkurrenz ab. Der Fonds verfügt über ausreichend hohe Cashbestände und eine sehr niedrige Fremdkapitalquote. Für das Kalenderjahr rechnet das Management wegen der Corona-Effekte nur mit rund 2,0 Prozent Rendite. Empfehlung der Redaktion: kaufen.
ISIN: DE000A2ATC31










______________________________

Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag

Nachrichten zu DWS Group GmbH & Co. KGaA

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu DWS Group GmbH & Co. KGaA

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
29.05.2020DWS Group GmbHCo buyUBS AG
06.05.2020DWS Group GmbHCo buyUBS AG
05.05.2020DWS Group GmbHCo HaltenIndependent Research GmbH
05.05.2020DWS Group GmbHCo buyJefferies & Company Inc.
01.05.2020DWS Group GmbHCo buyJefferies & Company Inc.
29.05.2020DWS Group GmbHCo buyUBS AG
06.05.2020DWS Group GmbHCo buyUBS AG
05.05.2020DWS Group GmbHCo buyJefferies & Company Inc.
01.05.2020DWS Group GmbHCo buyJefferies & Company Inc.
01.05.2020DWS Group GmbHCo buyGoldman Sachs Group Inc.
05.05.2020DWS Group GmbHCo HaltenIndependent Research GmbH
30.04.2020DWS Group GmbHCo HoldKepler Cheuvreux
16.04.2020DWS Group GmbHCo NeutralOddo BHF
13.02.2020DWS Group GmbHCo HoldJefferies & Company Inc.
31.01.2020DWS Group GmbHCo NeutralCredit Suisse Group
10.12.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
31.10.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
20.08.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenDZ BANK
25.07.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenIndependent Research GmbH
30.04.2019DWS Group GmbHCo VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für DWS Group GmbH & Co. KGaA nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht tiefer ins lange Wochenende -- TOTAL erwartet Einnahmeausfälle von 12 Milliarden Dollar -BaFin prüft Aktienkäufe von Wirecard-CEO -- JDE-Börsengang erforlgreich -- VW, Lufthansa, TUI im Fokus

Total erwartet hohe Einnahmeausfälle. Richterin lässt Klage gegen Deutsche Bank und andere im Devisenskandal zu. BASF begibt Anleihen über 2 Milliarden Euro. Twitter versieht weiteren Trump-Tweet mit Warnhinweis. VW und Ford vertiefen globale Zusammenarbeit. Airbus-Aktie: S&P senkt Airbus-Rating auf A von A+; Ausblick negativ. HELLA im Fokus: Hoffen auf den Elektro-Boom.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Scout24 AGA12DM8
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
TUITUAG00
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
BASFBASF11
Shell (Royal Dutch Shell) (A)A0D94M
TeslaA1CX3T
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
Carnival Corp & plc paired120100
Airbus SE (ex EADS)938914
Allianz840400
ITM Power plcA0B57L