12.05.2021 21:15

Holz wird knapp: Streit über Maßnahmen gegen Rohstoffknappheit

"Runder Tisch" gefordert: Holz wird knapp: Streit über Maßnahmen gegen Rohstoffknappheit | Nachricht | finanzen.net
"Runder Tisch" gefordert
Folgen
Der Umgang mit der Rohstoffknappheit für Industrie und Bauwirtschaft bleibt in Bund und Ländern umstritten.
Werbung
Die Wirtschaftsminister aus Thüringen und dem Saarland, Wolfgang Tiefensee und Anke Rehlinger (beide SPD), plädieren für zeitweilige Exportbeschränkungen als letztes Mittel, um das Problem in den Griff zu bekommen und Engpässe bei Unternehmen zu beheben.
Werbung
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 30) handeln
Handeln Sie Rohstoffe mit hohem Hebel und kleinen Spreads. Sie können mit nur 100,00 € mit dem Handeln beginnen, um von der Wirkung von 3.000 Euro Kapital zu profitieren!
72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Unter anderen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lehne einen zeitweiligen Exportstopp ab, wie Teilnehmer einer Videoschalte der Wirtschaftsminister der Länder am Mittwoch berichteten. Dies sei aus seiner Sicht nicht das geeignete Mittel, um Knappheiten zu beheben. Altmaier soll sich den Angaben zufolge für einen "Runden Tisch" zu dem Thema ausgesprochen haben. Hintergrund der Debatte ist auch der Boom bei Ausfuhren von Bauholz unter anderem in die USA und nach China. Dadurch werden steigende Baupreise sowie Engpässe und Verzögerungen hierzulande befürchtet.

"Die Preise für Holz und andere Rohstoffe steigen rasant, das wird zur Gefahr für Handwerk und Bauwirtschaft", begründete Saarlands Ministerin Rehlinger ihre Haltung. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. "Verzögerungen oder gar Baustopp wären eine harte Bremse für den erhofften Aufschwung", warnte Rehlinger. "Lösungen für die Rohstoffknappheit fallen einzelnen Bundesländern schwer, es handelt sich unter anderem um ein Problem auf dem Weltmarkt." Ihr Thüringer Ressortkollege Tiefensee hatte sich ähnlich geäußert. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatte eine Exportregulierung oder Preisbeschränkungen zuletzt abgelehnt.

Der Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Andreas Pinkwart (FDP) aus Nordrhein-Westfalen, sagte, die Lieferengpässe und Preisausschläge unter anderem bei Halbleitern und auf dem Holzmarkt würden die Länder sehr ernst nehmen. Auf dem Holzmarkt seien möglicherweise auch staatliche Eingriffe in den vergangenen Jahren zur Bevorzugung von Schadholz, Zölle und monopolartige Strukturen bei den Sägewerken ursächlich für Marktverzerrungen, die Handwerksbetriebe belasteten. Bis zum nächsten Treffen im Juni wollen die Länder die Analyse der wichtigsten Ursachen abschließen und wirksame Lösungen voranbringen. "Dabei brauchen wir voraussichtlich nicht mehr, sondern weniger staatliche Eingriffe, um die Märkte wieder in die Balance zu bringen", betonte Pinkwart.

Im vergangenen Jahr hat Deutschland die Rekordmenge von 12,7 Millionen Kubikmetern Rohholz exportiert, wie das Statistische Bundesamt jüngst berichtete. Über die Hälfte davon ging in die Volksrepublik China, wo der Bauboom nach überwundener Corona-Krise noch einmal angezogen hat. Auch in den USA herrscht eine hohe Nachfrage, weil der traditionelle Nachschub aus Kanada nach Bränden und Trump-Strafzöllen stockt.

Das für Holz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium verwies auf mehrere Effekte, die derzeit zu einer besonders hohen Nachfrage führen, darunter eine Sonderkonjunktur im Holzbau und ein "Do-It-Yourself-Boom" in Corona-Zeiten. Diese Effekte hätten "insgesamt bei allen Baustoffen zu Preissteigerungen und teilweise Lieferengpässen führen", so eine Ministeriumssprecherin.

Die deutsche Sägeindustrie habe im Jahr 2020 rund 25 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz produziert und damit so viel wie noch nie. Von dieser Menge wurden den Angaben zufolge mehr als 60 Prozent im Inland abgesetzt. Von den Nadelschnittholz-Exporten wiederum sei knapp ein Fünftel in die USA verschifft worden. "Grundsätzlich sind die Möglichkeiten des Exportes wie Importes von (Roh-)Holz und Holzprodukten für die Forst- und Holzwirtschaft - wie auch für andere Wirtschaftsbereiche - eine wichtige Handlungsoption", so die Sprecherin. "Staatliche Eingriffe in die Märkte sollten immer als Ultima Ratio angesehen werden."

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderte eine sofortige Lockerung der seit wenigen Tagen geltenden Einschlagsbeschränkungen bei frischem Fichtenholz, um die Lage etwas zu verbessern.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, betonte, dass Deutschland Netto-Importeur bei Rohstoffen sei. "Exportbeschränkungen bei Holz werden Gegenmaßnahmen der anderen Länder erzeugen, was unsere Industrie und die Verbraucher nur noch stärker treffen wird."

/wdw/DP/fba

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: iStockphoto

Nachrichten zu Holzpreis

  • Relevant
  • Alle
    1
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Werbung

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.877,640,00
0,00%
Kupferpreis10.029,25152,00
1,54%
Ölpreis (WTI)70,780,69
0,98%
Silberpreis27,920,00
0,00%
Super Benzin1,500,01
0,40%
Weizenpreis212,00-0,25
-0,12%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Dow Jones schließt kaum verändert -- VW mit Datenleck in Nordamerika -- Hedgefonds Elliott bei Deutsche Wohnen eingestiegen -- VW, Evonik, LEG und Apple im Fokus

Hannover Rück macht Hoffnung auf Wiederaufnahme von Sonderdividende. BP erwägt offenbar Ausgliederung des Irak-Geschäfts. Mehrheit der TV-Rechte von Frankreichs Fußball-Liga geht an Amazon. McDonald's von Hackerangriff getroffen. Magic-Mushroom-Biotech atai strebt bei IPO Milliardenbewertung an. Amazon führt in Versandzentren Grundgehalt von 12 Euro ein.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Gold oder Bitcoin - was halten Sie für den besseren Inflationsschutz?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln