Rohstoff verteuert sich

Ölpreise steigen weiter: Sorgen um Straße von Hormus treibt Kurse

05.03.26 16:48 Uhr

Ölpreis-Rally kommt nicht zum stehen:  Sorgen um Straße von Hormus treibt Kurse | finanzen.net

Der Ölpreis hat seinen Höhenflug seit Beginn des Iran-Krieges fortgesetzt.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

107,60 USD 4,40 USD 4,26%

94,31 USD 3,99 USD 4,42%

Am Donnerstag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai bei 84,02 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Das sind gut drei Prozent mehr als am Vortag.

Wer­bung

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten, der nun schon sechs Tage andauert, stark beeinträchtigt. Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran am Wochenende hat sich der Ölpreis für die Sorte Brent um etwa 16 Prozent verteuert. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht.

Besonders besorgt sind die Rohstoffmärkte über die Lage an der Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des globalen Ölhandels geht. Der Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die Rohöllieferungen aus dem Iran sowie von anderen Produzenten am Persischen Golf sind damit unterbrochen und Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Zuletzt haben iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf einen Öltanker im Norden des Persischen Golfs gemeldet. Die Revolutionsgarden erneuerten zudem ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.

Wer­bung

Sollte es zu weiteren Angriffen auf Öltanker oder auf die Infrastruktur der Ölindustrie oder zu längeren Störungen der Ölindustrie in der Region kommen, könnten die Preise wieder stark ansteigen, heißt es von Analysten des Handelshauses Phillip Nova aus Singapur.

Gaspreis steigt wieder - Straße von Hormus bleibt Hauptsorge

Der Preis für europäisches Erdgas ist am Donnerstag nach einem Rückgang am Vortag wieder gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat im Vormittagshandel um fast drei Prozent auf 50,15 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. Zu Handelsbeginn hatte der Preis noch deutlich höher bei 55,10 Euro gestanden.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende um mehr als 50 Prozent verteuert.

Wer­bung

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg, der nun schon sechs Tage andauert, ohne dass eine baldige Lösung in Sicht ist, stark beeinträchtigt. In den ersten Handelstagen der Woche war Preis für europäisches Erdgas allerdings noch zeitweise deutlich stärker gestiegen. Am Dienstag hatte er zeitweise bei über 65 Euro den höchsten Stand seit gut drei Jahren erreicht, wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.

Zudem bleibt die Lage an der Straße von Hormus im Fokus der Rohstoffmärkte, durch die ein großer Teil des globalen Handels mit Flüssiggas (LNG) verläuft. Der Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die faktische Blockade der Wasserstraße hat zudem Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Zuletzt meldeten die iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf einen Öltanker im Norden des Persischen Golfs. Auf dem Webportal Garden heißt es, das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.

"Eine Lösung für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht, daher wächst die Angst vor zu geringen LNG-Lieferungen täglich", sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management, ein Unternehmen, das sich auf die Absicherung von Preisrisiken auf dem Energiemarkt spezialisiert hat.

DÜSSELDORF (dpa-AFX)

Bildquellen: PhotoStock10 / Shutterstock.com, Schroders

Nachrichten zu Ölpreis