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04.04.2016 17:30

Diese zehn Banken gründeten die meisten Schattenfirmen

"Panama Papers": Diese zehn Banken gründeten die meisten Schattenfirmen | Nachricht | finanzen.net
"Panama Papers"
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Diese zehn Banken sind die "Spitzenreiter" in Sachen Schattenfirmen. Auch deutsche Banken geben bereits Statements ab.
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Ein Datenleck bei einem Verwalter von Briefkastenfirmen in Panama bringt nach Recherchen internationaler Medien Spitzenpolitiker und Sportstars in Erklärungsnot. Auch 500 Banken haben über die Kanzlei Mossack Fonseca insgesamt 15.600 Offshore-Unternehmen registriert, die vor allem der Steueroptimierung dienen sollen. Das Ausmaß des Skandals ist immens. So erklärte Georg Mascolo, der Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung, auch deutsche Banken seien in die Geschäfte verwickelt. "Wenn Sie mich fragen würden, welche der deutschen Banken eigentlich nicht dabei gewesen ist, Kunden zu helfen zu ‚Mossack Fonseca‘ zu gehen, müsste ich lange nachdenken, ob mir überhaupt eine einfällt", so Mascolo.

Bekannt war unter anderem bereits, dass etwa die Commerzbank im vergangenen Jahr insgesamt 17 Millionen Euro Bußgeld wegen dubioser Geschäfte in Panama und Luxemburg zahlen musste. Nun liegen allerdings noch weit mehr Fakten auf dem Tisch. Dies sind die zehn Banken, die die meisten Schattenfirmen über die umstrittene Kanzlei gegründet haben.

1. Experta

Der luxemburgische Vermögensverwalter Experta ist eine Tochter der Banque Internationale à Luxembourg. Experta ist der Spitzenreiter unter den Offshore-Gründern. Das Institut hat insgesamt 1.659 Schattenfirmen gegründet.

2. Safra Sarasin

Auf Platz zwei rangiert die schweizerische Safra Sarasin. Die Privatbank registrierte 963 Schattenfirmen.

3. Credit Suisse Channel Islands Limited

Auch auf Platz drei findet sich eine Bank aus der Schweiz. Die international tätige Großbank Credit Suisse registrierte im Auftrag ihrer Kunden insgesamt 918 Offshore-Firmen.

4. HSBC Monaco

Die monegassische Niederlassung der HSBC ist ebenfalls in die dubiosen Geschäfte in der Steueroase Panama verwickelt. Sie registrierte 778 Firmen.

5. HSBC Schweiz

Die britische Großbank HSBC ist auch mit ihrer Schweiz-Tochter in den Skandal verwickelt. 733 Schattenfirmen registrierte die HSBC Schweiz. Die HSBC-Töchter hätten zusammengefasst den ersten Platz der Top-List der Schattenfirmen-Gründungen erobert. Insgesamt gründete die HSBC nämlich mehr als 2.300 Offshore-Firmen.

6. UBS

Die Schweizer Großbank UBS registrierte 579 Schattenfirmen im Auftrag ihrer Kunden.

7. Coutts

Die britische Privatbank registrierte 487 Firmen.

8. Société Générale

Die Luxemburg-Tochter der französischen Großbank Société Générale hat für ihre Kunden 465 Offshore-Firmen gegründet.

9. Landsbanki Luxembourg

Die Landsbanki Luxembourg registrierte 404 Schattenfirmen.

10. Rothschild Trust

Auch die namhafte Investmentbank Rothschild ist in den Skandal verwickelt. Eine Tochtergesellschaft des Unternehmens ließ insgesamt 378 Offshore-Unternehmen registrieren.

Simple Funktionsweise

Das Geschäft von Mossack Fonseca ist dubios, jedoch nicht per se illegal. Die Funktionsweise ist sogar denkbar simpel: Es kostet nur wenige Tausend Dollar, um eine anonyme Firma für einen Kunden zu gründen. Die Kanzlei stattet ihrerseits die Firma mit Scheindirektoren aus, um damit den eigentlichen Eigentümer zu verschleiern.

Banken betonen Legalität von Offshore-Geschäften

Die Deutsche Bank und die Hamburger Privatbank Berenberg haben Geschäfte im Zusammenhang mit Briefkastenfirmen im Ausland bestätigt. Zugleich betonten sie aber die Rechtmäßigkeit der Vorgänge.

Nach den am Sonntagabend von Medien aus Dutzenden Ländern veröffentlichten Recherchen soll Geldhäusern eine Schlüsselrolle beim Vertrieb von Briefkastenfirmen zugekommen sein. Grundlage der Enthüllungen sind aus einer anonymen Quelle stammende Daten der Wirtschaftskanzlei Mossack Fonseca aus Panama. Demnach haben zahlreiche Politiker, Sportler und Prominente ihr Geld in Offshorefirmen geparkt.

Gut 500 Banken hätten den Dokumenten zufolge in den vergangenen Jahren mithilfe der Kanzlei über 15 000 Briefkastenfirmen an ihre Kunden vermittelt, heißt es etwa in den Berichten von NDR und WDR. Die meisten Firmen seien dabei erst nach 2005 gegründet worden.

Die Deutsche Bank hat bestätigt, Kunden bei der Vermittlung von Briefkastenfirmen im Ausland geholfen zu haben. "Wir sind uns der Bedeutung dieser Angelegenheit vollkommen bewusst", teilte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage mit. "Was die Deutsche Bank angeht, so haben wir unsere Kundenannahmeverfahren verbessert; wir überprüfen, mit wem wir Geschäfte machen und stellen sicher, dass unsere Richtlinien, Verfahren und Systeme so gestaltet sind, dass sie alle relevanten Gesetzen und Regularien befolgen."

Die Berenberg Bank führt nach Angaben eines Sprechers über ihre in der Schweiz ansässige Vermögensverwaltungstochter Konten für sogenannte Offshore-Gesellschaften. "Dies steht selbstverständlich im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen, erfordert jedoch höhere Sorgfaltspflichten auf Seiten der Banken." So sei der hinter dem Konto stehende wirtschaftlich Berechtigte immer bekannt. Der Sprecher betonte, dass viele anderen Banken ebenfalls Konten für Firmen in Steueroasen führten. Die Berenberg Bank verfolge eine klare Weißgeldstrategie.

Die DZ Privatbank erklärte, nie aktiv Kunden Briefkastenfirmen angeboten zu haben. "Dies war zu keinem Zeitpunkt Bestandteil des Geschäftsmodells. Die Kapitalanlagegesellschaften, die die DZ Privatbank im Bestand hat, sind nachweislich steuerkonform", teilte das genossenschaftlichen Institut auf Anfrage mit.

Die skandinavische Großbank Nordea betonte, sie halte sich an alle Regeln und Vorschriften. "Wir akzeptieren nicht, als Plattform für Steuerhinterziehung genutzt zu werden", hieß es. Offshore-Strukturen könnten für einige Kunden mit komplizierten internationalen Unternehmen ein legales Verwaltungs-Vehikel sein. Die Bank stelle aber sicher, dass die Kunden den Steuerbehörden ihre Konten meldeten. "Dem Großteil unserer Kunden empfehlen wir, Offshore-Firmen nicht zu nutzen."

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörde erklärte, sie habe die Berichte über "Panama Papers" zur Kenntnis genommen. Für Ermittlungen müssten aber "konkrete Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Handeln vorhanden sein".

Laut dem Journalisten-Konsortium, dass Unterlagen über Offshore-Firmen in Panama ausgewertet hat, sollen die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS zu den aktivsten Gründern solcher Gesellschaften gehören.

Beide betonten, dass diese Tätigkeit in Übereinstimmung mit den Gesetzen stehe. "Wir haben keinerlei Interesse an Geldern, die nicht versteuert sind oder aus illegaler Herkunft stammen", hieß es bei der UBS. "Für die Credit Suisse ist es von entscheidender Bedeutung, dass ihre Kunden Vermögensstrukturen ausschließlich für zulässige Zwecke nutzen", erklärte diese Bank.

Analysten hielten sich mit Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Folgen der neuen Enthüllungen für die Banken zurück. Noch sei es dafür zu früh und zudem werde den Instituten auch kein Gesetzesverstoß vorgeworfen, schreiben die Experten der japanischen Bank Nomura./bur/wbj/enl/DP/jha

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Redaktion finanzen.net/dpa

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