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31.01.2019 19:34

Darum empfinden Deutsche Bank-Anleger eine mögliche Fusion mit der Commerzbank als "Selbstmord"

Angst vor "Lähmung": Darum empfinden Deutsche Bank-Anleger eine mögliche Fusion mit der Commerzbank als "Selbstmord" | Nachricht | finanzen.net
Angst vor "Lähmung"
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In den letzten Wochen wurde wieder vermehrt über einen möglichen Zusammenschluss der beiden deutschen Geldhäuser Deutsche Bank und Commerzbank spekuliert. Nun machen allen voran Deutsche Bank-Aktionäre ihren Unmut darüber deutlich. Der Deal sei "Selbstmord".
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Bundesregierung äußert sich positiv über mögliche Fusion

Seit Jahren halten sich in den Nachrichten Gerüchte über eine Fusion der beiden prominenten Geldhäuser Deutsche Bank und Commerzbank. In den letzten Wochen wurden die Stimmen, die über einen Zusammenschluss diskutieren, wieder lauter. Dies kommt nicht von ungefähr. So äußerte sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz in den vergangenen Wochen vermehrt zu einer möglichen Zusammenlegung der beiden Finanzhäuser. Dabei machte er immer wieder deutlich, dass er sich "eine starke deutsche Bank" wünsche, wie ihn die Süddeutsche Zeitung zitiert.

Des Weiteren hätten sich im vergangenen Jahr 23 Mal Angehörige des Finanzministeriums mit Vertretern der beiden Geldinstitute getroffen, um "regelmäßig auch strategische Optionen der jeweiligen Institute" zu besprechen. Dies hatte den Spekulationen neuen Aufwind gegeben. Sollten die beiden Banken fusionieren, würde das mit Abstand größte deutsche Finanzinstitut entstehen. Die Hoffnung ruht dabei darauf, dass eine fusionierte Bank die nötige Größe habe, um angesichts einer starken US-amerikanischen und wachsenden chinesischen Finanzbranche, ein Gegengewicht zu bilden. Deutsche Bank-Chef Christian Sewing versicherte beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung allerdings, dass er "keinen Druck von politischer Seite" verspüre.

Anleger befürchten "Lähmung"

Der Zusammenschluss würde allerdings auch nicht nur Vorteile bringen. Deutsche Bank-Anleger zeigten sich jüngst besorgt, dass eine Fusion das Unternehmen für einen längeren Zeitraum "lähmen" könnte, wie Financial News London berichtet, und Investorenwerte dabei zerstört würden. Ein Großaktionär haben entsprechende Pläne sogar als "Selbstmord" bezeichnet, so FN London weiter. "Zwar notieren die Deutsche Bank-Papiere derzeit unter Wert, trotzdem ist es noch nicht Zeit, das Handtuch hinzuwerfen und eine helfende Hand in Form der Commerzbank zu suchen. Keine der beiden Banken kann es sich leisten durch eine komplexe Fusion, die höchstens Kosteneinsparungen, nicht jedoch Raum zum Wachsen bietet, für mehrere Jahre gelähmt zu werden", schätzt Michael Hünseler vom Asset Manager Assenagon dem Nachrichtendienst FN London zufolge.

Alte Probleme müssten erst gelöst werden

Hinzu kommt, dass bestehende Probleme wie beispielsweise die veraltete IT-Struktur der beiden Unternehmen auch nicht durch einen Zusammenschluss gelöst würden. Aus diesem Grund argumentiert Gildas Surry vom Deutsche Bank-Aktionär Axiom Alternative Investments, dass sich die Bank zunächst auf bestehende Probleme konzentrieren sollte: "Das neue Management der Deutschen Bank sollte weiter daran arbeiten, der Bank als eigenständiges Unternehmen wieder auf die Füße zu helfen".

Das sieht auch Deutsche Bank-Chef Sewing so. Seiner Meinung nach sei in nächster Zeit nicht an eine Fusion zu denken, da die Bank zuerst "ihre Hausaufgaben" machen müsse, wie er auf dem Tag der Deutschen Industrie sagte. Dazu müssten innerhalb von 18 Monaten Profitabilität und Marktbewertung steigen. Bevor dies nicht erreicht sei, wäre an eine Fusion nicht zu denken.

Fusion in der Zukunft?

Auch für Mitglied des Deutsche Bank-Aufsichtsrats und Vorsitzenden der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, kommt ein Zusammenschluss derzeit nicht in Frage: "Ob eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank in einigen Jahren Sinn machen kann, das mag eine Rationalität haben. Aber derzeit sind die Bedingungen dafür definitiv nicht reif", wird er von n-tv zitiert. Die Möglichkeit zur Fusion wird demnach offen gelassen. Dies dürfte auch in Zukunft dazu führen, dass sich bestehende Gerüchte hartnäckig halten werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die beiden Banken in nächster Zeit entwickeln.

Redaktion finanzen.net

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