10.08.2022 14:43

Talanx-Aktie gibt dennoch ab: Talanx erwirtschaftet Gewinnplus - Combined Ratio erhöht

Auf Kurs: Talanx-Aktie gibt dennoch ab: Talanx erwirtschaftet Gewinnplus - Combined Ratio erhöht | Nachricht | finanzen.net
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Der Versicherungskonzern Talanx hat im zweiten Quartal trotz weiterer Rückstellungen für die Folgen des Ukraine-Kriegs den Gewinn gesteigert.
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Mit 304 Millionen Euro lag der Überschuss 13 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Vorstandschef Torsten Leue sieht den Versicherer mit seiner Hauptmarke HDI daher auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen Gewinn von 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro zu erzielen. Dies wäre der zweite Milliardengewinn in der Geschichte des Konzerns.

An der Börse wurden die Neuigkeiten dennoch mit Kursverlusten quittiert. Am frühen Nachmittag gehörte die Talanx-Aktie mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent zu den schwächeren Titeln im MDAX, dem Index der mittelgroßen Werte. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie fast 17 Prozent eingebüßt und damit rund fünf Prozentpunkte mehr als die Aktie des Rückversicherers Hannover Rück, an dem Talanx gut die Hälfte der Anteile hält.

DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel wertete die jüngsten Geschäftszahlen allerdings positiv: Talanx habe in einem schwierigen ersten Halbjahr ein solides Ergebnis erzielt. In der Industrieversicherung und bei der Hannover Rück scheine es gegenwärtig zu gelingen, die Auswirkungen der hohen Inflation in Form höherer Prämien auf die Kunden abzuwälzen. Im Privat- und Firmenkundengeschäft sei dies aber bisher nicht der Fall.

Als einen weiterhin großen Unsicherheitsfaktor nannte Talanx die Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Im zweiten Quartal stockte der Konzern seine Rückstellungen für drohende Schäden durch den Krieg um rund 200 auf 346 Millionen Euro auf. Der Löwenanteil entfällt auf die Hannover Rück, die bereits vergangene Woche Rückstellungen von 316 Millionen Euro gemeldet hatte. Der Großteil der Summen beziehe sich auf Schäden, die vermutlich schon eingetreten, aber noch nicht gemeldet worden seien, hieß es nun von Talanx.

Infolgedessen verbuchte der Konzern in den ersten sechs Monaten eine Großschadenbelastung von fast 1,1 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Damit wurde das für diesen Zeitraum vorgesehene Großschadenbudget von 816 Millionen klar überschritten. Dennoch steigerte Talanx den Gewinn in den ersten sechs Monaten um gut zweieinhalb Prozent auf 560 Millionen Euro - was etwa der Hälfte des Jahresziels entspricht.

Denn auch die Prämieneinnahmen des Konzerns legten deutlich zu. Für das erste Halbjahr betrug die Steigerung fast 18 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro. Dies zeige, "dass wir zum einen bereits mit Preisanpassungen auf die hohe Inflation reagieren sowie zum anderen ein starkes Neugeschäft ausweisen", sagte Vorstandschef Leue.

Im Gesamtjahr will der Konzern seine Prämieneinnahmen nun stärker steigern als bisher geplant. Statt um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sollen sie nun um einen hohen einstelligen Prozentsatz wachsen.

Talanx-CFO: Ukraine-Reservierung erhöhte Combined Ratio deutlich

Talanx hat sowohl im ersten Halbjahr als auch im zweiten Quartal wegen zusätzlicher Reserven für mögliche Schäden aus dem Russland-Ukraine-Krieg eine erhebliche Verschlechterung der Combined Ratio hinnehmen müssen. Die Combined Ratio betrug 98,4 Prozent sowohl im Halbjahr als auch im zweiten Quartal. Ohne die Ukraine-Reserven hätte sie CFO Jan Wicke zufolge im Halbjahr bei 96,0 Prozent gelegen, im Quartal nach Angaben eines Unternehmenssprechers bei 95,8 Prozent und somit in etwa auf Vorjahresniveau (95,7 Prozent) gelegen. Die Quote setzt Aufwand und Ertrag in Relation. Unterhalb von 100 Prozent arbeitet eine Versicherung profitabel.

Insgesamt hat Talanx zum 30. Juni auf Gruppenebene inzwischen 346 Millionen Euro für mögliche Schäden aus dem Krieg gebildet, mehr als doppelt soviel wie die 150 Millionen Euro im ersten Quartal. Der Russland-Ukraine-Krieg machte im ersten Halbjahr den größten möglichen Großschaden aus.

Wicke zufolge ist die Schätzung vorsichtig, aber weiter mit Unsicherheit behaftet - nicht zuletzt, weil der Krieg andauert und weil juristische Fragen im Zusammenhang mit Flugzeug-Leasing-Verträgen geklärt werden müssen. Es sei nicht auszuschließen, dass der Konzern die Reserven weiter stärken müsse.

Die Reservestärkung betrifft laut Wicke vor allem drei Konzernbereiche - am stärksten die Rückversicherung Hannover Rück, aber auch die Industrieversicherung und Erstversicherung. Etwa 80 Prozent der Reserven beträfen derzeit Schäden, von denen der Konzern annimmt, dass sie eingetreten sind, die aber noch nicht von Kunden oder Zedenten gemeldet wurden. In den Rückstellungen seien auch mögliche Flugzeug-Schäden enthalten sowie bestimmte Kriegspolicen, die nicht gekündigt werden konnten. Manche Kriegspolicen seien kündbar gewesen, andere nicht.

HANNOVER (dpa-AFX) / FRANKFURT (Dow Jones)

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