19.09.2022 22:40

Deutsche Bank-Strategen warnen: Im Falle einer Rezession könnte der Ausverkauf an den US-Aktienmärkten "noch viel weiter gehen"

Börsen im Abwärtstaumel: Deutsche Bank-Strategen warnen: Im Falle einer Rezession könnte der Ausverkauf an den US-Aktienmärkten "noch viel weiter gehen" | Nachricht | finanzen.net
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Am US-Aktienmarkt weist die Tendenz in diesem Jahr klar abwärts, ob für den US-Leitindex Dow Jones, den Techwerte-Index NASDAQ Composite oder den marktbreiten S&P 500. Sollte die US-Wirtschaft nun auch noch, wie so mancher Experte prognostiziert, in eine Rezession abrutschen, dürfte der Ausverkauf laut den Strategen der Deutschen Bank weiter gehen.
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• Aktienmärkte in diesem Jahr im Abwärtstaumel
• Inflation und straffe Zinspolitik drücken auf die Stimmung
• Ausverkauf dürfte laut Deutsche Bank-Strategen im Falle einer Rezession weiter gehen


Im Juni notierte der marktbreite US-Index S&P 500 zeitweise mehr als 20 Prozent unterhalb seines vorherigen Markthochs und fiel damit in einen Bärenmarkt. Seither kam es immer wieder zu kleineren Erholungsrallys, die Tendenz weist aber dennoch weiter klar abwärts. Seit Jahresbeginn ging es für den S&P 500 bisher um 18,73 Prozent runter auf zuletzt 3.873,33 Punkte - auf sein 52-Wochen-Hoch bei 4.818,62 Punkten hat er inzwischen 19,62 Prozent verloren, womit er sich wieder gefährlich einem Bärenmarkt nähert (Stand: Schlusskurs vom 16. September 2022). Und die Talfahrt an den Aktienmärkten dürfte angesichts der hohen Inflation, der straffen Zinspolitik der US-Notenbank Fed und der drohenden Gefahr sinkender Unternehmensgewinne sowie eines langsameren Wirtschaftswachstums wahrscheinlich noch nicht vorbei sein.

So warnte Börsenkenner Jeremy Grantham erst kürzlich, dass die Superblase, vor der er bereits Anfang des Jahres gewarnt hatte, immer noch nicht geplatzt sei. Der Experte geht davon aus, dass der S&P 500 gegenüber seinem Hoch um bis zu 50 Prozent fallen dürfte, bevor die Talsohle erreicht ist.

Auch die Strategen der Deutschen Bank zeigten sich zuletzt vorsichtig. Sie warnten laut Fortune, dass der Ausverkauf an den Aktienmärkten - sollte die US-Wirtschaft in eine Rezession abrutschen - "noch viel weiter gehen" könnte.

Deutsche Bank-Strategen sehen zwei sehr unterschiedliche Szenarien

Die Strategen der Deutschen Bank unter der Leitung des Chief U.S. Equity and Global Strategen der Bank, Binky Chadah, schrieben in einer Research Note: "Die Aussichten sehen relativ binär aus". Der US-Aktienmarkt dürfte den Experten zufolge eine von zwei sehr unterschiedlichen Richtungen einschlagen, je nachdem, ob die Wirtschaft in eine Rezession abrutscht oder nicht.

Sollte die US-Wirtschaft in eine Rezession abrutschen, prognostiziert das Team der Deutschen Bank, dass der S&P 500 auf bis zu 3.000 Punkte fallen könnte, was einen Rückgang von 22,5 Prozent gegenüber seinem aktuellen Stand und einen Rückgang von fast 38 Prozent gegenüber seinem 52-Wochen-Hoch bei 4.818,62 Punkten bedeuten würde.

Sollte die US-Wirtschaft jedoch eine Rezession vermeiden können, so könnte der Markt laut den Strategen "steil auf seine früheren Höchststände zurückkehren". Dann sei eine Jahresendbewertung des S&P 500 von 4.750 Punkten möglich. Die Experten trauen dem US-Index in diesem Fall also ein Aufwärtspotenzial von fast 23 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs zu. Damit würde sich der S&P 500 auch wieder seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch bei 4.818,62 Punkten nähern.

Viele Investoren preisen Rezession bereits ein

Wie Fortune berichtet, habe jüngsten Umfragen zufolge eine wachsende Zahl von Investoren und Ökonomen damit begonnen, eine Rezession innerhalb des nächsten Jahres einzupreisen. So rechnet zum Beispiel Steve Hanke, Wirtschaftsprofessor an der Johns Hopkins University, 2023 mit einer gewaltigen Rezession in den USA, die mit einer weiterhin hohen Inflation einhergehen dürfte. Derweil schlagen andere Marktbeobachter laut Fortune einen sanfteren Ton an. So habe Goldman Sachs-Chefökonom Jan Hatzius kürzlich einen zwar komplizierten, aber machbaren Weg für die US-Notenbank umrissen, um eine Rezession zu vermeiden.

Laut dem Team der Deutschen Bank seien die aktuellen Wirtschaftstrends mit einer Rezession "vereinbar", jedoch hätten sie bisher nicht damit begonnen, zu signalisieren, dass sich die USA bereits in einer befinden. Ein wichtiger Indikator hierfür seien die fortgeführten Antragsdaten auf US-Arbeitslosenhilfe, für die Anzahl der Personen, die einen fortgesetzten Anspruch auf Leistungen bei Arbeitslosigkeit gestellt haben. Diese seien bisher "über Zyklustiefs gestiegen, signalisieren aber keine unmittelbar bevorstehende Rezession", gibt Fortune die Ökonomen der Deutschen Bank wieder.

Fokus auf die Gewinne

Die Experten der Deutschen Bank gehen, wie Fortune berichtet, davon aus, dass die weitere Entwicklung des Aktienmarktes hauptsächlich von der Entwicklung der Gewinne in diesem Jahr abhängen wird.

Im zweiten Quartal hätten steigende Ölpreise und starke Leistungen von Energieunternehmen das Bild verzerrt, weshalb die jüngsten positiven Ergebnisse als Signal womöglich nicht ganz zuverlässig seien. Ab dem dritten Quartal erwarte das Team um Binky Chadah, dass die Ölpreise und Energieeinnahmen leicht fallen werden.

Redaktion finanzen.net

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