Deutsche Bank-Aktie fällt: Finanzhaus zahlt Milliarden-Boni - Ex-Mitarbeiter wollen 600 Millionen Pfund

Bei der Deutschen Bank profitieren die Beschäftigten und der Vorstand vom zurückliegenden Rekordjahr.
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Deutschlands größte Bank zahlt für 2025 Boni von 2,7 Milliarden an die Belegschaft, deutlich mehr als im Vorjahr (2,5 Mrd. Euro), wie der DAX-Konzern in Frankfurt mitteilte. Damit steigt die Gesamtvergütung für die Beschäftigten bei stabilen Grundgehältern auf 11,1 Milliarden Euro.
Vom Rekordgewinn im vergangenen Jahr profitiert laut Geschäftsbericht auch Vorstandschef Christian Sewing: Er bekommt eine Gesamtvergütung von knapp 10,5 Millionen Euro, rund 740.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Summe setzt sich aus einem Fixgehalt sowie kurz- und langfristigen Boni zusammen. Ein Teil wird aber erst mit Zeitverzug abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt.
Zweitbester Verdiener im Vorstand ist der Chef der Investmentbank, Fabrizio Campelli, der in Summe auf fast 9,3 Millionen Euro Gehalt kommt. Die Investmentbanking-Sparte hatte 2025 ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro gesteigert.
Insgesamt stieg die Vergütung für den Vorstand auf tatsächlicher Basis und unter der Annahme einer hundertprozentigen Zielerreichung von 68,1 Millionen Euro auf 68,9 Millionen Euro.
Mehr als 650 Einkommensmillionäre
Auch im vergangenen Jahr beschäftigte die Deutsche Bank Hunderte Beschäftigte mit Millionengehalt: 658 Banker bekamen Gesamtbezüge von einer Million Euro oder mehr, im Vorjahr waren es noch 647. Davon erhielten 123 zwischen 1,5 und knapp 2 Millionen Euro. Vorstandschef Sewing war aber nicht der Top-Verdiener: Zwei namentlich nicht genannte Banker bekamen laut Geschäftsbericht zwischen 11 und knapp 12 Millionen Euro und einer sogar zwischen 18 und fast 19 Millionen Euro.
Rekordgewinn 2025
Die Deutsche Bank hat ein starkes Jahr hinter sich. 2025 hatte sie mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern den höchsten Vorsteuergewinn ihrer Geschichte erzielt. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Aktionäre entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro.
Ex-Mitarbeiter wollen 600 Millionen Pfund von Deutscher Bank
FRANKFURT (dpa-AFX) - Vier frühere Beschäftigte fordern von der Deutschen Bank im Zusammenhang mit dem Fall der italienischen Bank Monte dei Paschi Schadenersatz von mehr als 600 Millionen Pfund (rund 700 Millionen Euro). Das geht aus dem Geschäftsbericht des DAX-Konzerns hervor, der in Frankfurt veröffentlicht wurde. Die ehemaligen Investmentbanker werfen der Deutschen Bank in ihren Klagen, die bereits im Herbst vor englischen Gerichten eingereicht wurden, vor, ihre Karriere beschädigt zu haben.
Das Geldhaus weist das zurück: "Die Deutsche Bank hält alle derartigen Klagen für unbegründet und wird sich entschieden gegen sie verteidigen, einschließlich der Anfechtung der überhöhten und unrealistischen behaupteten Verluste".
Zu der Summe kommt noch eine Forderung eines fünften Bankers in Höhe von 152 Millionen Euro hinzu. Diese Klage wurde bereits beim Landgericht Frankfurt eingereicht und soll im September verhandelt werden. Mit einem weiteren Ex-Mitarbeiter hat sich die Deutsche Bank außergerichtlich geeinigt. Über die Vergleichszahlung macht das Institut keine Angaben.
Die Deutsche Bank hat bisher nicht mitgeteilt, ob sie für die Fälle Rückstellungen gebildet hat. Eine solche Offenlegung würde vermutlich den Ausgang der Verfahren "erheblich beeinflussen", heißt es im Geschäftsbericht. Hintergrund des Rechtsstreits sind komplexe Geschäfte, die die Deutsche Bank 2008 mit der Banca Monte dei Paschi di Siena MPS)und einer Tochtergesellschaft der MPS abgeschlossen hatte. 2019 wurden fünf ehemalige und ein damals aktiver Mitarbeiter der Deutschen Bank in Mailand wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung in Tateinheit mit Marktmanipulation zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. In einem Berufungsverfahren gab es 2022 Freisprüche für alle Beklagten. Diese wurden 2023 vom Obersten Gerichtshof in Italien bestätigt. Die Banker sehen aber in dem italienischen Verfahren und dem erstinstanzlichen Urteil Schäden für ihre Karriere.
Die Aktie der Deutschen Bank verliert auf XETRA zeitweise 7,02 Prozent auf 25,23 Euro.
FRANKFURT (dpa-AFX)Zunächst verurteilt wegen Marktmanipulation, dann Freispruch
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