finanzen.net
14.03.2019 19:51
Bewerten
(0)

RWE-Aktie erholt sich: RWE will bei schwächerem Ausblick höhere Dividende zahlen

Diverse Herausforderungen: RWE-Aktie erholt sich: RWE will bei schwächerem Ausblick höhere Dividende zahlen | Nachricht | finanzen.net
Diverse Herausforderungen
DRUCKEN
Trotz schwächerer Aussichten für das laufende Jahr will der Stromversorger RWE seinen Aktionären eine höhere Dividende ausschütten.
Die Anteilseigner sollen 80 Cent je Anteilsschein erhalten und damit 10 Cent mehr als für das abgelaufene Jahr, wie das Unternehmen bei der Vorlage seiner Bilanz verkündete.

Wegen des vorläufigen Rodungsverbots im Hambacher Forst am gleichnamigen Tagebau und der geringeren Braunkohleförderung sowie ausbleibenden Prämien für die sichere Stromlieferung in Großbritannien erwartet der Energiekonzern einen niedrigeren Gewinn. Der Vorstand peilt ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 0,3 und 0,6 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll sich auf 1,2 Milliarden bis 1,5 Milliarden summieren.

RWE wolle "die Profitabilität unseres Geschäfts in der konventionellen Erzeugung stabil halten", erklärte Finanzvorstand Markus Krebber. "Das wird vor dem Hintergrund vielfältiger Herausforderungen ein Kraftakt, den wir jedoch voller Energie und Zuversicht angehen", ergänzte er.

Im alten Jahr erreichten die Essener die selbstgesteckten Ziele. Wie erwartet, wurde in allen Segmenten des Konzerns weniger verdient. Der operative Gewinn der Braunkohlesparte musste heftig Federn lassen und halbierte sich. RWE hatte seinen Strom für das alte Jahr bereits im Vorfeld verkauft, als die Preise an der Strombörse niedrig lagen.

Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 1,5 Milliarden Euro und damit 600 Millionen weniger als 2017. Prognostiziert hatte RWE zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden. Der Überschuss erreichte 591 Millionen Euro, nach zuvor 1 Milliarde. Auch hier wurde die Prognose von 500 bis 800 Millionen erfüllt. Die vorgelegten Zahlen beziehen sich auf das Kerngeschäft von RWE zuzüglich der Dividende der Noch-Ökostromtochter innogy (RWE stand-alone).

Mit dem früheren Rivalen E.ON hat RWE die Zerschlagung und Aufteilung der innogy verabredet, die die deutsche Energielandschaft neu ordnen wird.

Anleger sehen in RWE-Aussagen etwas mehr Licht als Schatten

Aussagen zum Schuldenabbau, der Dividende und erwarteten Milliardenentschädigungen haben am Donnerstag den Aktien von RWE in die Gewinnzone verholfen. Nach einem zunächst sehr schwachen Start drehten die Papiere des Versorgers zeitweise ins Plus. Gegen Mittag zeigten sie sich dann im Vergleich zum Vortagesschluss etwas höher mit plus 0,65 Prozent auf 21,80 Euro. Zum Handelsende tendierten die Papiere 1,85 Prozent im Plus bei 22,06 Euro. Am Morgen noch waren sie nach mit Missmut aufgenommenen Jahreszahlen und Enttäuschungen über den Ausblick unter ihre 50-Tage-Linie bei rund 21,20 gerutscht.

Eine geringere Stromerzeugung durch Braunkohle und Kernenergie sowie geringere Großhandelspreise hatten die Essener im vergangenen Jahr belastet. Für 2019 erwartet RWE bestenfalls ein stabiles Ergebnis. Wie dazu die Analysten der Schweizer Großbank UBS und von Goldman Sachs schrieben, verfehlten sowohl die Vorjahresergebnisse als auch der Ausblick auf das angelaufene Jahr die Markterwartungen deutlich. Allerdings, so schränkte UBS-Experte Sam Arie ein, seien die Gründe dafür überwiegend Einmaleffekten geschuldet gewesen und daher nur temporär. Er hatte daher einkalkuliert, dass sich die Aktie nach einer deutlich negativen Reaktion zum Handelsstart erholen könnte.

Goldman-Experte Alberto Gandolfi verwies seinerseits auf "sehr erfreuliche Neuigkeiten" mit Blick auf die Schulden, die Dividenden und Investitionen für die Restrukturierung. "Die Nettoverschuldung am Jahresende lag bei 2,3 Milliarden Euro und damit deutlich unter der Marktprognose von 4,3 Milliarden Euro", schrieb er. Zudem hob er die für 2018 vorgeschlagene Dividende von 70 Cent je Aktie und für 2019 von 80 Cent je Aktie positiv hervor sowie auch die Pläne des Konzerns, sein Portfolio mit Erneuerbaren Energien um 2 bis 3 Gigawatt pro Jahr zu erweitern.

Auch Analyst Vincent Ayral von JPMorgan schrieb: Die Zahlen für 2018 seien recht schwach gewesen. Anders als Gandolfi allerdings sieht er zugleich auch die Nettoverschuldung trotz eines gemeldeten wesentlichen Rückgangs nicht positiv. Vielmehr nannte er sie "besorgniserregend" Denn: Wäre die Summe um einen angefallenen 4,4 Milliarden Euro schweren positiven Effekt bereinigt worden, hätte sie deutlich über der Konsensschätzung gelegen.

Milliardenentschädigungen für Braunkohle-Aus

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz erwartet Milliardenentschädigungen für die vorzeitige Abschaltung von Braunkohlekraftwerken. Pro Gigawatt abgeschaltete Leistung müssten die Entschädigungen bei 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro liegen, sagte Schmitz am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz des Energiekonzerns in Essen.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat vorgeschlagen, bis 2022 rund 3 Gigawatt Braunkohlekapazität zusätzlich vom Netz zu nehmen. RWE geht davon aus, dass der Großteil der Abschaltungen auf das Rheinische Revier entfällt, wo der Essener Konzern die Kraftwerke und Tagebaue betreibt. "RWE kann und wird aber nicht alles alleine stemmen könne", fügte Schmitz hinzu.

Im Vergleich zur Ökostromförderung seien Entschädigungen für abgeschaltete Kraftwerke aber überschaubar, sagte Schmitz. "Ein kompletter Kohleausstieg wird wahrscheinlich nicht mehr kosten als ein halbes Jahr staatliche Förderung der erneuerbaren Energien."

Gespräche mit der Bundesregierung zur Umsetzung der Beschlüsse der Kohlekonferenz hätten gerade erst begonnen, sagte Schmitz. Der Prozess werde sicherlich Monate dauern.

ESSEN (Dow Jones) / dpa-AFX

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, RWE
Anzeige

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
22.03.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
22.03.2019RWE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
15.03.2019RWE HaltenIndependent Research GmbH
15.03.2019RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.03.2019RWE kaufenRBC Capital Markets
22.03.2019RWE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
15.03.2019RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.03.2019RWE kaufenRBC Capital Markets
14.03.2019RWE kaufenDZ BANK
14.03.2019RWE buyUBS AG
15.03.2019RWE HaltenIndependent Research GmbH
14.03.2019RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.01.2019RWE HoldHSBC
28.01.2019RWE HoldHSBC
28.01.2019RWE Equal-WeightMorgan Stanley
22.03.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
14.03.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
08.02.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
25.01.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
24.01.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht tiefrot ins Wochenende -- US-Börsen schließen deutlich im Minus -- Commerzbank-Chef liebäugelt mit Fusion -- Chaos-Brexit vorerst abgewendet -- Nike, Ströer, Uber, Dürr, Hapag im Fokus

Allianz bietet auf Versicherungs-Sparten von BBVA. Nokia-Warnung vor Problemen bei Alcatel-Zukauf sorgen Anleger. ProSiebenSat.1-Aktie vor Mehrjahrestief. Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erstmals seit Herbst 2016 wieder negativ. Neuer Videodienst von Apple erwartet. RWE und E.ON im Aufwind.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Die Top-Autos des Genfer Autosalon 2019
Das sind die Highlights
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BayerBAY001
Amazon906866
Allianz840400
BMW AG519000
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
BASFBASF11
CommerzbankCBK100
Aurora Cannabis IncA12GS7
Deutsche Telekom AG555750