BioNTech-Aktie im Fokus: Insiderverkäufe nach Führungswechsel verunsichern Anleger

BioNTech steht ein bedeutender Umbruch bevor. Nur einen Tag nach der Rückzugsankündigung der Gründer trennt sich ein Vorstand von einem großen Aktienpaket.
Werte in diesem Artikel
• BioNTech-Gründer scheiden überraschend aus
• Insidergeschäfte verstärken Unsicherheit
• Mehrere Analystenhäuser bleiben dennoch bei ihrer Kaufempfehlung
Die beiden Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen BioNTech verlassen und ein neues Unternehmen aufbauen. Die Eheleute würden spätestens Ende 2026 ausscheiden, wenn ihre aktuellen Dienstverträge enden, teilte BioNTech bei Vorlage des jüngsten Geschäftsberichts mit. Demnach planen die Forscher Sahin und Türeci, einen neuen mRNA-Spezialisten zu gründen.
Aktienverkäufe aus dem Management
Zusätzliche Aufmerksamkeit zogen zuletzt Aktienverkäufe aus dem Führungskreis auf sich. Mehrere Vorstandsmitglieder des Unternehmens haben sich von Anteilen getrennt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.
Die Verkäufe erfolgten demnach nach einer Phase steigender Kurse. Solche Transaktionen von Insidern müssen nach den europäischen Marktmissbrauchsregeln gemeldet werden und werden deshalb öffentlich dokumentiert, berichtet die Zeitung. Der Zeitpunkt sei zwar unglücklich, entsprechende Pläne aber schon lange angemeldet, heißt es dazu.
Während Anleger zunächst geschockt auf die Neuigkeit reagierten bleiben Analysten hingegen unaufgeregt. Vielleicht war das auch der Grund, warum die BioNTech-Aktie am heutigen Freitag an der NASDAQ letztlich um 1,21 Prozent auf 91,19 Dollar gewann, nachdem sie am Dienstag - dem Tag, an dem der Führungswechsel angekündigt worden war - um über 20 Prozent eingebrochen war.
Goldman Sachs sieht Kaufchance
So hat laut dpa-AFX die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel für die BioNTech-Aktie zwar von 145 auf 132 US-Dollar gesenkt, die Einstufung aber dennoch auf "Buy" belassen.
Der angekündigte Rückzug der Gründer habe die Aktie "trotz des recht guten Quartalsberichts aus der Bahn geworfen", schrieb Analyst Asad Haider laut einer Studie. Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten sieht der Analyst darin eine mögliche Einstiegsgelegenheit.
Der Experte verweist darauf, dass alle Vermögenswerte weiterhin im Unternehmen blieben, zudem komme BioNTech in eine Phase, in der eher Expertise in der spätklinischen Entwicklung gefragt sei. Für 2026 erwartet Haider mehrere wichtige Forschungsdaten, die das Unternehmen an die Spitze einer neuen Welle von Onkologie-Präparaten bringen könnten.
Jefferies: Umsatz über Erwartungen
Auch das Analysehaus Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung fest. Analyst Akash Tewari senkte das Kursziel nach den jüngsten Quartalszahlen und den angekündigten Veränderungen im Management zwar von 151 auf 138 US-Dollar, bestätigte jedoch ebenfalls das Votum "Buy".
Nach seinen Angaben hat das Unternehmen beim Umsatz die Markterwartungen übertroffen. Der angekündigte Rückzug der Gründer sei zwar überraschend gewesen. Sollte BioNTech jedoch geeignete Nachfolger finden, die die Kommunikation verbessern und den Fokus stärker auf die kommerzielle Nutzung der Forschung legen, könne dies langfristig positiv wirken. Zudem seien die Aktien aus Sicht des Analysten weiterhin günstig bewertet.
Deutsche Bank spricht von "unorthodoxer Entwicklung"
Bei der Deutschen Bank bleibt die Bewertung ebenfalls positiv. Analyst Emmanuel Papadakis bestätigte die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 140 US-Dollar.
Die Ergebnisse des Schlussquartals sowie der Ausblick seien insgesamt solide gewesen, wesentliche Entwicklungsupdates habe es jedoch nicht gegeben. In Zusammenhang mit dem angekündigten Abschied der Gründer sprach Papadakis von einer "überraschende[n] und einigermaßen unorthodoxe[n] Entwicklung". Der Analyst bewertet diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Der Abschied sei kein klarer Vertrauensbeweis und es könnte ein neuer Wettbewerber entstehen. Gleichzeitig könne der Schritt auch bedeuten, dass die beiden Wissenschaftler nach der Aufbauphase eines großen Unternehmens zu ihren Forschungswurzeln zurückkehren wollen.
Papadakis verweist zudem darauf, dass BioNTech für größere Pharmakonzerne ein interessanteres Übernahmeziel werden könnte, sofern der Tumor-Antikörper Pumitamig erfolgreich sei.
Fokus bleibt auf der Pipeline
Trotz des angekündigten Führungswechsels und der damit verbundenen Unsicherheit bleiben mehrere Analystenhäuser somit bei ihren positiven Einschätzungen für BioNTech. Goldman Sachs, Jefferies und Deutsche Bank Research empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf, auch wenn sie ihre Kursziele teilweise reduziert haben.
Redaktion finanzen.net
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