Meta-Aktie im Plus: Offenbar massiver Stellenabbau zur Kompensierung von KI-Kosten geplant

Der Social-Media-Konzern Meta bereitet offenbar eine weitreichende Entlassungswelle vor, die mehr als ein Fünftel aller Mitarbeiter treffen könnte.
Werte in diesem Artikel
• Meta offenbar vor großangelegtem Stellenabbau
• KI-Investitionen sollen kompensiert werden
• Höhere Produktivität durch künstliche Intelligenz
Meta plant offenbar einen großen Teil seiner Belegschaft zu entlassen. Dies berichteten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Die Maßnahme soll dazu dienen, die enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur zu kompensieren und das Unternehmen auf eine durch künstliche Intelligenz gesteigerte Produktivität vorzubereiten.
Laut den Quellen steht weder ein konkreter Zeitpunkt noch das endgültige Ausmaß der Entlassungen fest. Die Informanten äußerten sich anonym, da sie nicht befugt waren, die geplanten Kürzungen öffentlich zu machen.
Das obere Management habe die Pläne kürzlich anderen hochrangigen Führungskräften bei Meta mitgeteilt und diese angewiesen, Konzepte für den Personalabbau zu entwickeln, sagten zwei der Personen. Meta-Sprecher Andy Stone erklärte auf Reuters-Anfrage jedoch, dass es sich hierbei lediglich um "Spekulationen über theoretische Vorgehensweisen" handele.
Größte Umstrukturierung seit dem "Jahr der Effizienz"
Sollte Meta tatsächlich 20 Prozent der Stellen streichen, wäre dies die umfangreichste Entlassungsrunde seit der Umstrukturierung Ende 2022 und Anfang 2023, die das Unternehmen als "Jahr der Effizienz" bezeichnete. Laut der jüngsten Unternehmensmitteilung beschäftigte Meta zum 31. Dezember knapp 79.000 Mitarbeiter.
Im November 2022 hatte das Unternehmen bereits 11.000 Beschäftigte entlassen, was damals etwa 13 Prozent der Gesamtbelegschaft entsprach. Rund vier Monate später folgte die Ankündigung weiterer 10.000 Stellenstreichungen.
Zuckerbergs Fokus auf generative KI
Im vergangenen Jahr trieb CEO Mark Zuckerberg Meta verstärkt dazu an, im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz wettbewerbsfähiger zu werden. Das Unternehmen bot Spitzenforscher für ein neues Team zur Entwicklung von Superintelligenz großzügige Vergütungspakete an, von denen einige über vier Jahre Hunderte Millionen Dollar wert sind.
Meta kündigte an, bis 2028 insgesamt 600 Milliarden Dollar in den Aufbau von Rechenzentren zu investieren. Anfang dieser Woche erwarb der Konzern Moltbook, eine Social-Networking-Plattform für KI-Agenten. Zudem gibt Meta mindestens 2 Milliarden Dollar für die Übernahme des chinesischen KI-Startups Manus aus, wie Reuters zuvor berichtete.
Zuckerberg deutete bereits Effizienzgewinne durch diese Investitionen an. Im Januar erklärte er laut der Nachrichtenagentur, dass er erste Anzeichen dafür sehe, dass "Projekte, die in der Vergangenheit ein großes Team benötigten, nun von einer einzelnen sehr talentierten Person zum Erfolg gebracht" werden könnten.
Branchenweiter Trend zum Personalabbau
Metas Planungen reihen sich in ein umfassenderes Muster großer US-Unternehmen ein, insbesondere im Technologiesektor. Führungskräfte verweisen auf jüngste Fortschritte bei KI-Systemen als einen Grund für die Veränderungen.
Im Januar bestätigte Amazon den Abbau von etwa 16.000 Arbeitsplätzen, was fast 10 Prozent der Belegschaft entspricht. Im vergangenen Monat reduzierte das Fintech-Unternehmen Block seine Mitarbeiterzahl nahezu um die Hälfte. CEO Jack Dorsey verwies dabei explizit auf KI-Werkzeuge und deren wachsende Fähigkeit, Unternehmen dabei zu helfen, mit kleineren Teams mehr zu erreichen.
Rückschläge bei KI-Modellen
Die geplanten KI-Investitionen von Meta folgen auf eine Reihe von Rückschlägen bei den Llama-4-Modellen im vergangenen Jahr. Das Unternehmen sah sich Kritik ausgesetzt, weil es bei den Benchmarks für frühe Versionen irreführende Ergebnisse geliefert habe. Die Veröffentlichung der größten Version dieses Modells, genannt Behemoth, die für den Sommer geplant war, wurde abgesagt.
Das Superintelligenz-Team arbeitet daran, die Position des Unternehmens in diesem Jahr durch den Aufbau eines neuen Modells namens Avocado zu stärken. Allerdings blieb auch die Leistung dieses Modells hinter den Erwartungen zurück, so Reuters.
Meta begehrt - Pläne zum Jobabbau richten Blick auf KI-Effizienz
Eine offenbar geplante Entlassungswelle bei Meta hat am Montag die Aktie des Technologie-Giganten auf Erholungskurs geschickt. Sie stieg im NASDAQ-Handel zeitweise um bis zu 3,4 Prozent. Zuletzt legte die Aktie um 2,5 Prozent auf 628,97 US-Dollar zu. Den Aktien gelang damit eine fortgesetzte Erholung vom Tief seit dem 21. Januar, auf dem die Titel des Social-Media-Riesen am Freitag angekommen waren.
"Der Markt begrüßt einmal mehr die Chance, dass der Fokus auf Effizienz gerichtet wird", kommentierte zu Wochenbeginn Marktbeobachter Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown. Laut Brent Thill vom Analysehaus Jefferies, der Meta nicht nur mit "Buy" bewertet, sondern als "Top Pick" sieht, verstärkt der Bericht zum Arbeitsplatzabbau den Eindruck, dass mit Künstlicher Intelligenz (KI) umfangreiche Produktivitätssteigerungen möglich sind - und massive Investitionen in diese Technologien abgefedert werden können.
Die Schlussfolgerung daraus lautet Thill zufolge, dass sich nicht nur die Margen von Meta verbessern, sondern dass diese Nachricht auch den gesamten Technologie- und Softwaresektor beeinflussen dürfte. "Investoren dürften den Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzahl, Wachstum und Profitabilität neu bewerten."
Ziel der Entlassungen soll laut dem Reuters-Bericht sein, die geplanten Massen-Investitionen in die Infrastruktur für KI zu kompensieren. Ende Januar hatte das Unternehmen angekündigt, die Ausgaben für KI-Infrastruktur drastisch hochzufahren. Unternehmenschef Mark Zuckerberg hatte damals im Wettkampf mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI oder Google große Ambitionen signalisiert. Die Reaktion der Anleger war aber nur kurz positiv: Vom ersten Sprung auf ein Hoch seit Ende Oktober kamen die Aktien seit Ende Januar deutlich zurück.
Als ein nächster Schritt in Sachen KI-Investitionen wurde an diesem Montag bekannt, dass Meta über einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu 27 Milliarden US-Dollar ausgeben will, um sich KI-Infrastruktur des niederländischen Cloud-Spezialisten Nebius Group zu sichern. Dessen in New York gelistete Anteilsscheine sprangen daraufhin deutlich nach oben. Die Citigroup nahm die Nebius-Aktie außerdem mit einer Kaufempfehlung in ihre Bewertung auf.
Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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