Ernste Branchenlage

VW-Aktie höher: Betriebsratschefin Cavallo schließt Werksschließungen aus - Audi und Porsche sollen an die Leine

04.03.26 16:38 Uhr

VW-Aktie fester: Keine Werksschließungen! Betriebsratschefin gibt VW-Belegschaft klare Zusage | finanzen.net

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht den Autobauer trotz der angespannten Lage in der Branche gut für die kommenden Jahre gerüstet.

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In der gesamten Automobilindustrie sei die Situation ernst, sagte sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Trotzdem sind wir gut aufgestellt als Unternehmen." Zahlreiche neue Produkte stünden in den Startlöchern, zudem gebe es einen klaren Plan, um den Konzern nach vorn zu bringen.

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Befürchtungen, es könne bei Volkswagen doch noch zu Werksschließungen oder einem verschärften Stellenabbau kommen, wies Cavallo zurück. "Standortschließungen und auch betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen", sagte sie. Dies sei in der Tarifeinigung Ende 2024 verbindlich festgeschrieben worden. Der damals vereinbarte Plan solle nun gemeinsam umgesetzt werden.

Klare Zusagen in unsicheren Zeiten

Einem Pressebericht zufolge plant der Konzern ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Der bisherige Plan sieht den Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 vor - sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Das werde Volkswagen in den kommenden Jahren deutlich verändern, räumte Cavallo ein. "Denn wir haben ja auch einen gemeinsamen Plan aufgestellt, der viele Veränderungen beinhaltet." Es werde Umstrukturierungen und einen Personalabbau geben. Zugleich arbeite der Konzern an Zukunftsthemen wie neuen Produkten und stärkeren Synergien innerhalb des Unternehmens. Ziel sei es, Volkswagen robust für die Zukunft aufzustellen.

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Sparen und umbauen zugleich

Auch den Automobilstandort Deutschland sieht Cavallo langfristig nicht in Gefahr. "Wir haben gute Köpfe, wir haben super Ingenieure, wir haben Tradition, wir haben einen Kundenstamm, auf den wir setzen können, und wir können auch dem Wettbewerb Paroli bieten." Voraussetzung seien jedoch bessere politische Rahmenbedingungen und faire Bedingungen für die Branche. "Dann hat die Automobilindustrie auch eine sehr gute Zukunft."

Cavallo forderte einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, wettbewerbsfähige Strompreise sowie eine abgestimmte Industriepolitik in Deutschland und Europa. Zudem brauche es faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Herstellern und Planungssicherheit angesichts von US-Zöllen. Freier Handel allein reiche nicht aus. "Wir brauchen eine Industriepolitik aus einem Guss, wo auch Förderung, aber auch Subvention für lokale Industrie stattfindet. Und wir brauchen vor allen Dingen Planungssicherheit für die Zukunft."

Heute lädt der VW-Betriebsrat in Wolfsburg zur regulären Betriebsversammlung. Zur Belegschaft sprechen wird neben Cavallo auch Markenchef Thomas Schäfer.

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VW-Betriebsratschefin will Töchter an die kurze Leine nehmen

Die VW-Betriebsratschefin hat den Konzernvorstand aufgefordert, Töchter wie Audi und Porsche vz AG an die kürzere Leine zu nehmen. "Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein", sagte sie auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg laut Redemanuskript, das der dpa in Auszügen vorliegt. "Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten", so Cavallo.

"Im Moment ist das oft Kraut und Rüben", kritisierte sie. "Es mangelt an Disziplin!" Die Konzernspitze um Oliver Blume fordert sie auf, Machtworte zu sprechen, "um Marken-Egoismen einzufangen". Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. "Es braucht gemeinsame Ziele." Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.

VW gibt Ausblick auf Golf 9

Erstmals gezeigt wurde auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9 - als schwarz-weißer Umriss auf der Großbildleinwand. Das Seitenprofil sieht dabei fast genauso aus wie beim derzeitigen Golf 8. VW will die Produktion des aktuellen Modells 2027 nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle. Ende des Jahrzehnts soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen. Damit, so Cavallo, bleibe der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger.

Entscheidung über Anerkennungsprämie noch offen

Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei VW. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl - die kommende Woche stattfindet - entscheiden, sagte sie. Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen.

Laut Betriebsrat hatte der Konzernvorstand zunächst ein externes Gutachten eingeholt - mit dem Ergebnis, dass der Vorstand vor Ende der Betriebsratswahl nicht über eine Prämie beschließen dürfe. Sonst, so die Befürchtung, könnte das die Wahl beeinflussen, was verboten sei.

Cavallo regierte mit Unverständnis: "Wir fordern das unabhängig davon, ob nun gerade Betriebsratswahl ist oder nicht." Sondern einfach, "weil es jetzt ansteht und weil es nur fair ist". Sie werde daher weiter für die Prämie kämpfen. Schließlich erhalte auch der Vorstand einen Bonus. "Also alle oder keiner. Fair muss es sein."

Autonome VW-Busse: Serienproduktion in Hannover ab 2027

Das Volkswagen-Werk in Hannover steht nach 70 Jahren mit Millionen Nutzfahrzeugen vor einem wichtigen Schritt bei der Produktion vollautonom fahrender Busse. "Das 1956 gegründete Werk wird in diesem Jahr sein elfmillionstes Fahrzeug produzieren", sagte Vorstandschef Oliver Blume. Ab 2027 werde die Serienproduktion des ID. Buzz AD - des ersten vollautonomen Serienfahrzeugs Europas - starten, kündigte Blume an.

Im Werk laufe bereits die Vorserienproduktion des vollautonomen Bullis an, was aus VW-Sicht den nächsten Schritt auf dem Weg zur Industrialisierung autonomer Mobilität in Europa markiere. Im Jahresverlauf werde die Vorserienproduktion in Hannover auf rund 500 Fahrzeuge hochgefahren, die für verschiedene Projekte in Europa und den USA vorgesehen sei, kündige die VW-Marke an.

Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert am kommenden Sonntag (8. März) "70 Jahre Werk Hannover". An dem Tag startete 1956 die Produktion des Transporters T1 im heutigen Stammwerk. Nach Konzernangaben arbeiten aktuell rund 11.000 Menschen für die Nutzfahrzeuge auf dem etwa 1,1 Millionen Quadratmeter großen Gelände.

Die VW-Aktie gewinnt im XETRA-Handel zeitweise 1,45 Prozent auf 94,94 Euro.

WOLFSBURG / HANNOVER (dpa-AFX)

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11.03.2026Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
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19.03.2026Volkswagen (VW) vz BuyWarburg Research
16.03.2026Volkswagen (VW) vz BuyJefferies & Company Inc.
11.03.2026Volkswagen (VW) vz OverweightBarclays Capital
10.03.2026Volkswagen (VW) vz OutperformRBC Capital Markets
10.03.2026Volkswagen (VW) vz BuyJefferies & Company Inc.
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11.03.2026Volkswagen (VW) vz NeutralUBS AG
11.03.2026Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
10.03.2026Volkswagen (VW) vz NeutralUBS AG
10.03.2026Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
10.03.2026Volkswagen (VW) vz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
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