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04.02.2018 10:00
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Banken mit Zukunft: Bräutigam sucht Braut!

Euro am Sonntag-Aktien-Check: Banken mit Zukunft: Bräutigam sucht Braut! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Aktien-Check
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Im Vergleich zur US-Konkurrenz sind Europas Finanzhäuser schwach aufgestellt. Fusionen - auch über Grenzen hinweg - könnten sie stärken. Die Gerüchte treiben schon jetzt die Aktienkurse.
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Schon wieder rote Zahlen. Zum dritten Mal in Folge schreibt die Deutsche Bank im Gesamtjahr wohl einen Verlust. Wenn Chef John Cryan bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag ans Mikrofon tritt, muss er eine gute Erklärung parat haben, warum alle Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen bislang nichts gebracht haben.


Drei Argumente sind vorhersehbar: Wie bereits die Zahlen der US-amerikanischen und einiger europäischer Geldhäuser gezeigt haben, ist die seit dem letzten Quartal 2017 geltende US-Steuerreform eine Bürde.


Unter anderem können aus der Finanzkrise übertragene Verluste nicht mehr geltend gemacht werden. Großbanken müssen zudem auf im Ausland erwirtschaftete Gewinne und Dividenden Abgaben zahlen. Das reißt milliardentiefe Löcher in die Bilanzen. Nicht nur bei der Deutschen Bank, die einen negativen Effekt von 1,5 Milliarden Euro erwartet.

Zudem leiden die Finanzkonzerne unter dem schwachen Handel am Anleihemarkt. Aufgrund niedriger Volatilität schrumpfen auch die Erträge aus dem Aktien- und Devisenhandel. Argument Nummer 3: Die Umsetzung neuer Regulierungsvorschriften in die IT-Systeme kostet einen Batzen.


Cryan dürfte noch hinzufügen können, dass der Verkauf der polnischen Privatbanktochter den Gewinn drückt. Doch auch unter Berücksichtigung aller Sondereffekte ist die Deutsche Bank nicht da, wo Investoren sie gern sähen. Gleiches gilt für die zweitgrößte börsennotierte Bank Deutschlands, die Commerzbank. Zwar können Anleger hier mit einem Gewinn rechnen - üppig fällt dieser aber beileibe nicht aus.

Zahl der Banken sinkt

Die Eigenkapitalrendite heimischer Institute liegt einer Studie des Bankhauses Lampe zufolge seit Jahren im Schnitt bei drei Prozent. Das ist wenig. Die Konkurrenz in den USA schafft im Schnitt mehr als zehn Prozent. Dass ausgerechnet die Deutschen der Branchenerholung hinterherhinken, hat auch damit zu tun, dass das Land quasi vor Banken überquillt. Viele Häuser bedeuten große Konkurrenz. Die durchschnittliche Gewinnmarge liegt bei 3,9 Prozent - hohe Profitabilität sieht anders aus.

Seit Jahren hallen Rufe nach Konsolidierung durch die Säle von Verbänden und wissenschaftlichen Instituten. "In einer Industrie mit Überkapazitäten, hohen Kosten und wenig Gewinn wird rationales Wirtschaften siegen. Übernahmen und Fusionen werden die schwächsten Akteure wegspülen, bis Gleichgewicht herrscht", prophezeit etwa die Unternehmensberatung ZEB.

Europaweit ist bereits einiges passiert: Laut Europäischer Zentralbank hat sich die Zahl der Banken auf dem Kontinent in den sechs Jahren bis Ende 2015 von 8.237 auf 7.110 verringert, seitdem dürfte sie weiter gesunken sein. Liquiditätsengpässe haben Institute in Italien zu Fusionen gezwungen. In Spanien hat Santander zuletzt nicht ganz freiwillig Banco Popular übernommen. In Deutschland verbünden sich immerhin regionale Sparkassen und Volksbanken. Die Zentralbank der Volksbanken, die DZ Bank, schloss sich mit der WGZ Bank zusammen. Die HSH Nordbank steht zum Verkauf, der Finanzinvestor Cerberus soll mehr als 700 Millionen Euro geboten haben.

Dass New Yorker Investoren ebenfalls an der Deutschen Bank und der Commerzbank beteiligt sind, hatte zuletzt die Gerüchteküche angeheizt. Fusionieren die beiden deutschen Branchenriesen etwa? Doch dem hatte Cerberus-Chef Stephen Feinberg eine Absage erteilt. Seine Begründung: In Deutschland gebe es Platz für zwei große Privatbanken.

Werber für die Coba

Die Liste der Interessenten besonders an der Commerzbank ist lang. Die Schweizer UBS hatte jüngst bekundet, einige Teile kaufen zu wollen - kam damit aber zeitlich nach einem Werben der Franzosen BNP Paribas sowie Crédit Agricole und der deutsch-italienischen Unicredit um die Coba.

Noch ist eine Übernahme über europäische Grenzen hinweg wenig wahrscheinlich. "Bei grenzüberschreitenden Fusionen lassen sich weniger Synergieeffekte erzielen als bei nationalen", sagt Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier. Der Mann weiß, wovon er spricht. Als Kostenkiller taugen paneuropäische Fusionen nicht unbedingt, dazu sind die nationalen Märkte in Europa zu unterschiedlich. Überdies fehlt es den Werbern an Kraft. "Die meisten europäischen Banken verfügen aktuell noch nicht über die nötige Finanzkraft", sagt Martin Hellmich, Experte für Risikomanagement an der Frankfurt School of Finance.

Dennoch wird die Konsolidierung voranschreiten, US-amerikanische und chinesische Investoren dürften ihre Anteile an den europäischen Häusern erhöhen. Und regionale Institute dürften sich vermählen - oder verschwinden. Gerüchte werden jedoch sicher weiter für Aufregung sorgen - aber wohl weniger bei der Deutschen Bank. Eher bei der Coba.

Investor-Info

Commerzbank
Übernahmekandidat

Die Commerzbank hat bereits im dritten Quartal vergangenen Jahres mit einem hohen operativen Gewinn überrascht. Zudem legt die Bank beim Umbau ein hohes Tempo vor. Schwierige Schiffskredite etwa baute das Haus schneller als geplant ab. Die jüngsten Entwicklungen machen die Commerzbank - und vor allem die 15 Prozent, die der Bund seit der Finanzkrise hält - für Investoren interessant. Spekulationen treiben den Kurs.

Deutsche Bank
In der Warteschleife

Einiges hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr bereits geschafft: Die harte Kernkapitalquote liegt mit 13,8 Prozent auf einem ausreichenden Niveau, viele Rechtsrisiken sind abgearbeitet und die hausinterne Bad Bank konnte geschlossen werden. Nun gilt es, Marktanteile, besonders im Investmentbanking, zurückzugewinnen und profitabel zu werden. Unter den Bankaktien bislang eine der schlechtesten. Noch meiden.

UBS
Aktionärsfreundlich

Die UBS legt zwei Sparten der Vermögensverwaltung zusammen, um Kosten zu sparen. Sparen macht Sinn, da Kapitalauflagen die künftige Ertragskraft mindern und die US-Steuerreform die Schweizer zwei Milliarden Franken gekostet hat. Um Investoren bei Laune zu halten, erhöhen die Schweizer die Dividende und starten ein Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Franken. Die Schweizer sind zudem in Kauflaune, letzte Woche haben sie Nordeas Private-Banking-Sparte in Luxemburg übernommen.














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Bildquellen: Thomas Lohnes/Getty Images, Creativa / Shutterstock.com
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