15.09.2018 08:00

Ökonomen-Barometer: Heikler Umbau

Euro am Sonntag-Meldung: Ökonomen-Barometer: Heikler Umbau | Nachricht | finanzen.net
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Führende Volkswirte werden wieder optimistischer. Bei Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank soll sich Berlin raushalten.
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von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

Deutsche Topökonomen blicken im Herbst wieder optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung. Das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv hat sich im September gefangen und nach Monaten des Rückgangs einen Umschwung geschafft. Die Einschätzung für die aktuelle Lage liegt mit 67,9 Punkten um drei Prozent über dem Stand des Vormonats. Die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten schnellte um zehn Prozent auf 66,1 Punkte nach oben. Ursache dürfte vor allem die nachlassende Sorge über einen globalen Handelskrieg sein.

Banken im Fokus

Die Volkswirte beschäftigten sich auch mit einem möglichen Zusammenschluss von Commerzbank und Deutscher Bank. Zuletzt hatten entsprechende Spekulationen die Aktienkurse beider Häuser angetrieben. Demzufolge befürwortet inzwischen nicht nur die Bundesregierung eine Fusion, sondern auch die Führungen beider Häuser. Um sich darauf vorzubereiten, werde die Einführung einer Holding-Struktur bei der Deutschen Bank geprüft, heißt es.

Zuletzt wuchs auch der politische Druck auf die Häuser. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, es sei ein Problem, dass die Institute derzeit nicht die notwendige Größe hätten, um die Wirtschaft zu begleiten.



Einer politisch begleiteten oder gar initiierten Umstrukturierung der deutschen Bankenlandschaft erteilten die im Ökonomen-Barometer befragten Volkswirte eine klare Absage. Drei Viertel aller Teilnehmer der September-Umfrage lehnten dies ab. Auch die Fusion selbst wird kontrovers diskutiert. Synergiepotenziale könnten vor allem über massiven Stellenabbau und Filialschließungen gehoben werden. Derzeit seien die Häuser aber noch zu sehr mit dem eigenen Umbau beschäftigt.

Andre Schmidt von der Uni Witten-Herdecke hält grundsätzlich wenig von einer Fusion. Die Syn­ergieeffekte seien zu gering, um eine international leistungsfähige Bank zu schaffen. Sowohl Deutsche wie Commerzbank hätten interne strukturelle Probleme, die auch durch eine Fusion nicht beseitigt würden. "Schiere Größe vermag die Probleme nicht zu lösen."




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