+++ Das beste Portfolio für die Altersvorsorge: Hier exklusiven Expertentipp auf finanzen.net einholen +++-w-
30.07.2018 14:20

Nestlé-Aktie im Fokus: Aktivistischer Investor macht Lebensmittelriesen Beine

Hedgefonds-Einstieg: Nestlé-Aktie im Fokus: Aktivistischer Investor macht Lebensmittelriesen Beine | Nachricht | finanzen.net
Hedgefonds-Einstieg
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.10. zusätzlich! -W-

Beim Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé ist Feuer unterm Kessel.
Werbung
Der aktivistische Investor Dan Loeb drängt auf schnelle Veränderungen bei dem schwerfälligen Riesen und treibt das Management um den früheren Fresenius-Chef Mark Schneider an. Die Führungsriege wiederum fühlt sich zu Unrecht der Langsamkeit beschuldigt und sieht Erfolge beim Konzernumbau. Wie die Lage bei Nestlé ist, was die Analysten sagen und was die Aktie macht.

DIE LAGE BEI NESTLE:

Aktivistische Investoren kaufen sich in der Regel bei Unternehmen ein, bei denen sie noch nicht gehobene Wertreserven vermuten. Dann üben sie publikumswirksam Druck auf das Management aus, den strategischen Kurs zu ändern, Teile zu verkaufen - um dann am Ende wieder mit Gewinn auszusteigen. Dan Loeb zählt zu dieser Kategorie von Investoren. Über seinen Hedgefonds Third Point hat er sich vor über einem Jahr für 3,5 Milliarden US-Dollar bei Nestlé eingekauft und hält aktuell gut ein Prozent der Aktien.

Konsumgüterhersteller geben mit ihren hohen Ausgaben und recht mauen Wachstumsraten eine Zielscheibe für aktivistische Investoren ab. Dies hatte auch der Milka-Hersteller Mondelez erfahren müssen, der unter Bill Ackman zu Sparmaßnahmen angetrieben wurde, oder Procter & Gamble, bei dem der Investor Nelson Peltz inzwischen im Aufsichtsrat sitzt.

Dan Loeb hat konkrete Pläne für den weltgrößten Lebensmittelhersteller. Der US-Investor fordert die Trennung von Unternehmensteilen, die für 15 Prozent des Umsatzes stehen. Die Mittel daraus soll Nestle für Zukäufe und weitere Aktienrückkäufe verwenden. Auch die Beteiligung von 23 Prozent am Kosmetikkonzern L'Oréal soll Nestlé versilbern. Darüber hinaus schlägt Loeb die Aufteilung des Konzerns in die drei Sparten Getränke, Gesundheit und Lebensmittel vor. Damit könnte die Bürokratie bei Nestlé verringert werden, so die Begründung.

Beim Gewinn will Loeb den Schweizern ebenfalls Beine machen. Ihm schwebt eine operative Gewinnmarge von 20 Prozent vor. Nestlé hat sich dagegen bis 2020 ein Ziel in der Bandbreite von 17,5 bis 18,5 Prozent gesetzt.

WIE REAGIERT DAS UNTERNEHMEN:

Nestlé-Chef Mark Schneider war gerade mal ein halbes Jahr im Amt, als Investor Loeb auf den Plan trat. Die Berufung des Managers, der zuvor die Geschicke des Gesundheitskonzerns Fresenius lenkte, sahen bereits viele als ein Signal für Veränderung. Denn Schneiders Vorgänger bei Nestlé waren alles Eigengewächse.

Schneider nahm dann auch einiges in Angriff, wie den Ausbau des Kaffee-Geschäfts in den USA. Auf die Übernahme der Mehrheit am kalifornischen Kaffeeröster Blue Bottle Coffee folgte eine Kaffee-Partnerschaft mit Starbucks. Von der Kaffeehauskette aus Seattle erwirbt Nestlé das Handelsgeschäft und kann somit künftig weltweit Starbucks-Kaffee vertreiben. Nestlé ist bereits mit Verkaufsschlagern wie Nescafé und Nespresso der größte Kaffee-Konzern der Welt. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. Vor allem die Holding der deutschen Unternehmerfamilie Reimann JAB ist umtriebig und hat sich ein Portfolio an Kaffee-Marken zusammengekauft.

Auch das Thema Gesundheit hat Nestlé auf dem Schirm. Der Konzern kaufte den kanadischen Hersteller von Multivitaminpräparaten und Proteinnahrung Atrium Innovations. Zudem investierte der Konzern in Unternehmen rund um gesundes Essen wie Freshly, Sweet Earth oder Terrafertil.

Im Gegenzug wurden schwächelnde Geschäfte wie das Süßwarengeschäft in den USA an den Nutella-Hersteller Ferrero verkauft. Für das Lebensversicherungsgeschäft Gerber Life prüft Nestlé Optionen. Kreisen zufolge denkt der Konzern auch über den Verkauf des deutschen Fleischwarenkonzerns Herta nach.

Darüber hinaus verschärften die Schweizer ihren Sparkurs und legten ein Aktienrückkaufprogramm auf. Schneider hat zudem angedeutet, sich beim L'Oréal-Anteil die Möglichkeiten offen zuhalten. Loeb geht dies jedoch alles nicht weit genug. "Das Management von Nestlé bewegt sich beim Ausstieg aus wenig rentablen und nicht strategischen Geschäftsteilen zu langsam", schrieb er.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Die Kritik, die Loeb in Bezug auf die Schwerfälligkeit von Nestlé übt, halten viele Analysten für nachvollziehbar. Nicht jeder begrüßt aber die rigorose Art, mit der Loeb vorgeht. Aus Sicht von Analyst Martin Deboo von Jeffries tobt bei Nestlé derzeit hinter den Kulissen ein Kampf der Kulturen. Und Deboo glaubt nicht, dass der konfrontative Kurs des Investors zielführend sein wird. Noch sei Third Point ein recht kleiner Aktionär und es sei unklar, wie viel Rückendeckung Loeb von anderen Investoren erhalten könne, schrieb er in einer Studie.

Zudem habe Konzernchef Schneider für Nestlé-Standards geradezu revolutionäre Veränderungen eingeleitet. Erstmals gebe es mittelfristige Ziele, und das Aktionärsbündnis mit der L'Oréal-Gründerfamilie sei nicht erneuert worden. Mit der Berufung der Chefs von Inditex und adidas wehe nun auch ein frischer Wind im Verwaltungsrat.

Warren Ackerman von der französischen Bank Société Générale findet ebenfalls, dass sich das Management nicht zu sehr von Loeb die Agenda bestimmen lassen sollte. Es sei nicht weise, Nestlé zu hohe Zielvorgaben zu setzen. Besser sei es, die gültigen zu übertreffen, schreibt er. Aus seiner Sicht würde der von Loeb geforderte Verkauf der L'Oréal-Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt auch wenig Sinn machen, da Nestlé bereits ein 20 Milliarden Franken schweres Aktienrückkaufprogramm laufen habe. Der Konzern solle den Anteil lieber als Akquisitionswährung behalten. Interessante Zielobjekte könnten die medizinische Ernährung Nutricia von Danone, die Babynahrung Similac von Abbott oder die Tierfuttermarke Hills von Colgate sein.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Mit Blick auf den Aktienkurs hat sich das Milliarden-Investment für Loeb bislang wohl nicht gelohnt. Vor der Bekanntgabe des Einstiegs notierte die Aktie bei gut 82 Schweizer Franken. Aktuell notiert sie etwas darunter. Dazwischen liegt ein Rekordhoch von 86,40 Franken, das die Aktie im Dezember letzten Jahres erreichte. Danach ging es bergab mit dem Papier bis auf 75 Franken im Juni./she/tav/jha/

VEVEY (dpa-AFX)

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, Taina Sohlman / Shutterstock.com

Nachrichten zu Nestlé SA (Nestle)

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Nestlé SA (Nestle)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.10.2020Nestlé HoldJefferies & Company Inc.
23.10.2020Nestlé overweightJP Morgan Chase & Co.
22.10.2020Nestlé kaufenDZ BANK
22.10.2020Nestlé buyUBS AG
22.10.2020Nestlé NeutralCredit Suisse Group
23.10.2020Nestlé overweightJP Morgan Chase & Co.
22.10.2020Nestlé kaufenDZ BANK
22.10.2020Nestlé buyUBS AG
21.10.2020Nestlé buyUBS AG
21.10.2020Nestlé overweightJP Morgan Chase & Co.
23.10.2020Nestlé HoldJefferies & Company Inc.
22.10.2020Nestlé NeutralCredit Suisse Group
21.10.2020Nestlé HoldJefferies & Company Inc.
29.09.2020Nestlé HoldJefferies & Company Inc.
01.09.2020Nestlé HoldDeutsche Bank AG
21.10.2020Nestlé UnderperformRBC Capital Markets
21.10.2020Nestlé UnderperformRBC Capital Markets
01.09.2020Nestlé UnderperformRBC Capital Markets
30.07.2020Nestlé UnderperformRBC Capital Markets
24.07.2020Nestlé UnderperformRBC Capital Markets

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Nestlé SA (Nestle) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX fester erwartet -- Asiens Börsen uneinheitlich -- Schaeffler kommt aus den roten Zahlen -- Covestro zurück in der Gewinnzone -- HSBC mit Gewinneinbruch wegen niedrigem Zinsniveau

Tiffany: EU-Kartellwächter haben Übernahme durch LVMH genehmigt. Santander schneidet besser ab als erwartet. RATIONAL wagt trotz Erholung im Sommer weiter keine Prognose für 2020. Trump: Werde Wahl nur bei 'massivem Wahlbetrug' verlieren. BMW-Partner in China kämpft mit Zahlungsschwierigkeiten. Linde ernennt Sanjiv Lamba zum COO.

Umfrage

Die Infektionszahlen steigen und die Corona-Schutzmaßnahmen werden verstärkt. Decken Sie sich angesichts dessen vermehrt mit Waren des täglichen Gebrauchs ein?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
SAP SE716460
BioNTechA2PSR2
BayerBAY001
NEL ASAA0B733
TeslaA1CX3T
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Amazon906866
CureVacA2P71U
Lufthansa AG823212
Daimler AG710000
Ballard Power Inc.A0RENB
AlibabaA117ME
XiaomiA2JNY1
Plug Power Inc.A1JA81