05.08.2014 03:00

US-Tabakbranche: Vielleicht ein Zug zu viel

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Die Wahrscheinlichkeit für neue Rekordwerte bei Übernahmen stuft Jeremy Grantham, Gründer des renommierten US-Vermögensverwalters GMO, als sehr hoch ein.
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von Jörg Lang, Euro am Sonntag

In der Tat sorgen niedrige Zinsen dafür, dass Finanzierungen günstig und die Renditen der gekauften Firmen in diesem Licht betrachtet erstaunlich hoch sind. Bei Übernahmen zahlt der Käufer in der Regel einen Aufpreis. Daher steigen die Notierungen bei einem Angebot kräftig an. Wer die Aktie im Depot hat, sollte dann zum ersten Mal über einen Verkauf nachdenken. Aber auch die Aktionäre des Käufers müssen neu kalkulieren.

Ein interessanter Fall ist die geplante Übernahme des US-Tabakherstellers Lorillard durch Reynolds America, nach Altria die Nummer 2 auf dem US-Markt. In diesen Deal sind zudem noch British American Tobacco (BAT) als größter Aktionär von Reynolds (42 Prozent) und Imperial Tobacco involviert. Die Aktien der Unternehmen werden wegen ihrer hohen Dividenden auch von deutschen Anlegern gehalten. Reynolds bietet 50,50 Dollar plus 0,29 eigene Aktien pro Lorillard-Aktie, umgerechnet rund 68 Dollar je Aktie.

Als zum ersten Mal Gerüchte zu einer möglichen Übernahme aufkamen, kostete die Lorillard-Aktie 42 Dollar. Das Aufgeld ist also stattlich. Ein Teil des 27,4 Milliarden Dollar schweren Geschäfts wird von BAT finanziert. Die Briten steuern mehr als vier Milliarden Dollar bei. Rund sieben Milliarden Dollar zahlt Imperial nach Abschluss an Reynolds und erhält dafür Marken wie Kool, Maverick, Salem und Winston. Sieht irgendwie so aus, als ob es bei diesem Geschäft nur Gewinner gäbe. Lorillard-Aktionäre machen Kasse, Reynolds kann den Marktanteil ausbauen, Imperial erhöht die Präsenz in den USA deutlich. Und auch BAT zahlt quotal betrachtet weniger, als wenn Lorillard direkt erworben worden wäre.

Doch so muss es nicht kommen. Zum einen könnte der Deal scheitern, weil die Wettbewerbsbehörden nicht zustimmen. Trotz des Zuwachses von Imperial wird der Markt dann von Reynolds und Altria dominiert. Bei einem Nein der Wettbewerbsbehörde fällt die Aktie von Lorillard wie ein Stein. Geht das Geschäft durch, sind Lorillard-Aktionäre aus dem Schneider. Der Gefahrenübergang liegt dann bei Reynolds und Großaktionär BAT. Die USA sind ein gefährliches Pflaster für Zigarettenfirmen, die Schadenersatzzahlungen können immens sein.

Im Fall von Lorillard kommt hinzu, dass das Unternehmen rund 80 Prozent der Gewinne mit Mentholzigaretten erwirtschaftet. In der EU sind die ab 2020 verboten. Auch die US-Gesundheitsbehörde FDA untersucht, ob diese Tabakform nicht zusätzliche Schädigungen mit sich bringt. Ein Mentholverbot kann über Nacht kommen. Kommt es, nachdem Reynolds den Deal beendet hat, werden dessen Aktionäre und die von BAT keinen Spaß an der neuen Tochter haben.

Bildquellen: Dima Sobko / Shutterstock.com

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