15.12.2020 17:55

Ceconomy-Aktie zündet Kursrakete: Ceconomy will Onlinehandel ausbauen - Übernahme von Media-Saturn

Kellerhals wird Großaktionär: Ceconomy-Aktie zündet Kursrakete: Ceconomy will Onlinehandel ausbauen - Übernahme von Media-Saturn | Nachricht | finanzen.net
Kellerhals wird Großaktionär
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Nach jahrelangem Zwist hat sich der Elektronikhändler Ceconomy mit der Familie Kellerhals über deren Anteil an der Media-Saturn-Holding geeinigt.
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Dank seines boomenden Online-Geschäfts ist der Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn) bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Nun will der Handelsriese seinen E-Commerce-Plattform verstärkt auch für andere Händler öffnen und sie zum größten Omnichannel-Marktplatz für Konsumerelektronik in Europa aufbauen. Ein Baustein für die weitere Strategie ist zudem die Komplettübernahme der Media-Saturn-Holding. Damit will Ceconomy einen Schlussstrich unter die seit Jahren schwelenden Konflikte mit der Familie Kellerhals ziehen.

Trotz der coronabedingten sechswöchigen Schließung der Geschäfte im Frühjahr lag der Umsatz des größten deutschen Elektronikhändlers im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 mit 20,8 Milliarden Euro währungsbereinigt lediglich um 1,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Denn die Ausfälle im stationären Geschäft wurden zu einem beträchtlichen Teil durch das boomende Online-Geschäft aufgefangen, wie Ceconomy mitteilte.

Der Online-Umsatz stieg um mehr als 44 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro und erreichte damit einen Anteil von gut 20 Prozent am Gesamtumsatz. Außerdem profitierte der Konzern von der pandemiebedingten erhöhten Nachfrage nach technischer Ausrüstung zum Arbeiten, Lernen und Leben zuhause.

Dennoch: Unter dem Strich verzeichnete Ceconomy im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 237 Millionen Euro, dabei belasteten Abschreibungen auf die Beteiligung an dem französischen Konzern Fnac Darty.

Mit Blick auf die Zukunft ist der Konzern durchaus optimistisch. Das Wachstum des Online-Geschäfts und die gestiegene Nachfrage nach Heimelektronik prägten nach wie vor die Entwicklung. Die Umsatzdynamik im Oktober und November sei ungebrochen gut und habe sich im Vergleich zum vierten Geschäftsquartal sogar beschleunigt.

Ceconomy will aber nicht nur das Onlinegeschäft weiter ausbauen, auch die stationären Läden von Media Markt und Saturn will Ceconomy umkrempeln. Zwar sollen die klassischen Märkte mit einer Fläche von künftig im Schnitt 1750 Quadratmetern weiterhin den Schwerpunkt bilden. Doch soll es daneben deutlich kleinere "Smart"-Märkte geben, bei denen der Fokus auf der schnellen Mitnahme der Produkte sowie auf Dienstleistungen liegen soll. Dazu kommen ein Shop-in Shop-System sowie Flagship-Läden, in denen etwa die neuesten Technologien gezeigt werden sollen.

Erleichtert werden dürfte die Zukunftsplanung des Konzerns durch die Beilegung des seit Jahren schwelenden Konflikte mit dem MediaMarktSaturn-Großaktionär, der Familie Kellerhals. Das Verhältnis zwischen Ceconomy und dem inzwischen verstorbenen Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals war immer wieder durch Streitigkeiten um die Vorherrschaft und die Richtung bei Media-Saturn geprägt. Diese reichen in die Zeit weit vor der Abspaltung von Ceconomy durch den Handelskonzern Metro 2017 zurück und wurden teilweise vor Gericht ausgetragen.

Am Montagabend teilte Ceconomy mit, der Konzern werde die von der Kellerhals-Familienholding Convergenta gehaltene Beteiligung von 21,62 Prozent an MediaMarktSaturn übernehmen. Im Gegenzug erhält Convergenta bis zu 29,99 Prozent an dem Elektronikhändler und wird dessen größter Aktionär. Convergenta soll damit auch künftig im Aufsichtsrat vertreten sein. "Mit dieser Einigung haben wir die Zeit vergangener Konflikte hinter uns gelassen und eine gute Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden", kommentierte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann.

Mit der Neuorganisation der Gesellschafterstruktur will Ceconomy die komplizierte Struktur des Konzerns vereinfachen. Das Unternehmen erhofft sich dadurch Einsparungen in Millionenhöhe.

Einigung bei Media-Saturn lässt Ceconomy-Aktie springen

Mit einem Schlussstrich unter eine seit Jahren schwelende Aktionärsfehde bei der Media-Saturn-Holding hat die Ceconomy-Aktie am Dienstag den Kurseinbruch vom Frühjahr komplett wieder aufgeholt. Um beachtliche gut 26 Prozent schoss der Kurs via XETRA zeitweise nach oben und wetzte damit sogar die tiefe Scharte aus der Zeit des weltweiten Börsen-Crash im Frühjahr komplett wieder aus. Erstmals seit dieser Zeit handelten die Papiere wieder über 5 Euro. Zum Handelsende stand noch ein Plus von 25,12 Prozent bei 5,13 Euro an der Tafel.

Analyst Thilo Kleibauer von Warburg Research nannte die Übereinkunft einen "strategisch wichtigen Meilenstein". Mit diesem erlange Ceconomy die volle Flexibilität zurück, die lange währende Auseinandersetzung mit Convergenta sei für den Elektronikhändler über Jahre hinweg ein Hemmnis gewesen. Zwar zahle Ceconomy dem Investor im Rahmen des komplexen Deals eine beachtliche Prämie, dessen Rückbeteiligung an Ceconomy aber wertete der Experte aber als "klares Bekenntnis" zum Eigentümer von Saturn und Media Markt.

Von Anfang 2019 bis Anfang 2020 pendelte der Kurs von Ceconomy unter starken Schwankungen um die Marke von 5 Euro. Mit Beginn der Corona-Epidemie im Februar drittelte er sich in wenigen Wochen bis auf ein historisches Tief von rund 1,70 Euro. Diesen Einbruch hat der Kurs nun wieder ausgebügelt.

Eine "großartige Nachricht" nannte Volker Bosse von der Baader Bank den ausgehandelten Deal. Damit vereinfache sich die Struktur der Ceconomy-Gruppe ganz erheblich. Auch für das operative Geschäft berge die Vereinbarung Vorteile, und in der Verwaltung könne das Unternehmen nun Kosten von geschätzt 4 Millionen Euro jährlich einsparen. Auch könne Ceconomy steuerliche Verlustvorträge nutzen. Der Analyst riet zum Kauf der Ceconomy-Aktie.

Diese ist allerdings von einstigen Kurshöhen noch immer weit entfernt. Vor 20 Jahre zahlten Anleger im Hoch fast 25 Euro für die Papiere. Unter sehr starken Schwankungen lagen in den darauf folgenden Jahren die markanten Zwischenhochs bei knapp 22 Euro, anschließend bei 18,67 Euro und schließlich Anfang 2018 bei 13,40 Euro.

DÜSSELDORF (dpa-AFX)

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