Zähes China-Geschäft

Aktien von VW, Mercedes & Co von China-Exportregeln belastet - Mercedes-Benz und Volkswagen verkaufen weniger Autos

12.01.26 15:44 Uhr

Mercedes-Benz-Aktie trotzt Absatzrückgang | finanzen.net

Vor allem wegen Rückschlägen bei den Verkaufszahlen in China und in den USA haben der VW-Konzern und Mercedes-Benz im vergangenen Jahr weniger Autos verkauft.

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Beide Autobauer legten am Montag ihre Absatzzahlen für 2025 vor. Der VW-Konzern lieferte 2025 weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken an seine Kunden aus. Das waren 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Bei Mercedes fiel der Rückgang deutlicher aus. Die Schwaben setzten mit rund 2,16 Millionen Pkw und Vans zehn Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr an die Händler ab.

Bereits vergangene Woche hatte Mercedes-Konkurrent BMW seine Verkaufszahlen veröffentlicht. Die Münchener verzeichneten ein kleines Plus von 0,5 Prozent, wie der Konzern mitteilte. 2,46 Millionen Fahrzeuge verkaufte BMW demnach an seine Kunden.

Die Zahlen sind angesichts der etwas unterschiedlichen Berechnung nicht eins zu eins miteinander vergleichbar, zeigen aber dennoch eine Entwicklung auf. Finanzkennzahlen für das vergangene Jahr liegen bisher nicht vor, diese veröffentlichen die DAX-Unternehmen im Laufe des ersten Quartals.

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VW-Konzern

In Europa legte Europas größter Autobauer zwar zu. 3,38 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken wurden hier ausgeliefert, 3,8 Prozent mehr als 2024. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. "Insbesondere die intensive Wettbewerbssituation in China sowie die Zölle und der Entfall der Elektro-Förderung in den USA haben unser Geschäft beeinträchtigt", sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut.

In China, wo der Konzern mit dem harten Preiswettbewerb lokaler Elektroautoanbieter kämpft, wurden 2025 noch 2,69 Millionen Fahrzeuge an die Kunden übergeben, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. In Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von Präsident Donald Trump leiden, sackte die Zahl der Auslieferungen um 10,4 Prozent auf 946.800 Fahrzeuge ab.

Kräftig zulegen konnten vor allem die Verkäufe reiner Elektroautos. Weltweit wurden im Gesamtjahr 983.100 E-Autos aller Konzernmarken ausgeliefert, fast ein Drittel mehr als 2024. In Europa ging es sogar um 66 Prozent nach oben. Fast jeder neunte Neuwagen aus dem Konzern war 2025 ein Batteriewagen.

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Angaben zu den einzelnen Marken machte VW noch nicht. Zum VW-Konzern zählen neben der Kernmarke Volkswagen unter anderem auch Audi und der Sportwagenbauer Porsche AG.

Mercedes-Benz

Die Stuttgarter gliedern ihren Absatz nach Pkw und Vans. Pkw verkaufte Mercedes demnach insgesamt etwas über 1,8 Millionen, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Vans verzeichneten einen Rückgang von elf Prozent auf 359.100 Fahrzeuge. Rein elektrisch war bei den Pkw knapp jeder zehnte Wagen.

In China, wohin Mercedes mit 551.900 Pkw noch immer fast ein Drittel aller Autos lieferte, fiel der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Dort sitzt das Geld nicht so locker wie früher. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb durch neue einheimische Unternehmen stark zugenommen hat. In Deutschland blieben die Schwaben mit 213.200 Fahrzeugen auf Vorjahresniveau.

In den USA hätten sich unter anderem die Zölle auf den Konzernabsatz ausgewirkt, teilte der Dax-Konzern mit. Mercedes verkaufte dort im vergangenen Jahr rund 285.000 Fahrzeuge, was einem Rückgang von zwölf Prozent entspricht.

Hoffnungen machen dem Dax-Konzern neue Modelle. Die Kundenaufträge für den im vergangenen Jahr vorgestellten neuen elektrischen CLA und GLC lägen deutlich über den Erwartungen, hieß es laut Mitteilung. In diesem Jahr soll dann unter anderem eine neue Version der S-Klasse vorgestellt werden.

BMW

Auch bei BMW drückte das China-Geschäft deutlich auf die Zahlen. Die dortige Marktschwäche hatte im Herbst dazu geführt, dass der Münchener Konzern eine Gewinnwarnung veröffentlichte. Doch die Verkäufe in Europa und den USA, aber auch die Tochtermarke Mini bewahrten BMW vor einem weiteren Jahr mit schrumpfenden Auslieferungen.

Konkret verkaufte BMW in Europa im vergangenen Jahr 1,02 Millionen Autos, 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In den USA waren es 417.638, was ein Plus von 5 Prozent bedeutet. In China ging es allerdings um 12,5 Prozent nach unten auf 625.527 Autos.

Autowerte nach neuen EU-Regeln für China-Exporte unter Druck

Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen Auto-Aktien am Montag belastet. Im DAX zeigt sich Volkswagen mit einem Abschlag via XETRA von zeitweise 0,77 Prozent auf 103,05 Euro. BMW büßte 1,78 Prozent auf 90,38 Euro ein, die Papiere der Porsche Holding verloren 0,98 Prozent auf 38,24 Euro. Mercedes-Benz stand 1,26 Prozent im Minus bei 59,61 Euro. Im MDAX sackten die Aktien der Porsche AG um 2,78 Prozent auf 45,86 Euro ab.

Die EU-Kommission zeigte den chinesischen Autobauern zu Wochenbeginn einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Unternehmen können sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, für in die Europäische Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen. Zudem würden bei einem entsprechenden Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet werden.

Aus Sicht von Citigroup-Analyst Harald Hendrikse ist das ein weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller. Zwar könnte die Vereinbarung BMW und Volkswagen dabei helfen, ihre in China produzierten Autos günstiger in die EU zu schiffen. Allerdings dürfte der Konkurrenzkampf in Europa durch chinesische Marken umso härter werden. Weniger wettbewerbsfähige europäische Produktionskapazitäten würden weiter entwertet.

Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern außerdem nicht auf dem chinesischen Markt helfen, ergänzte Hendrikse. Es sei unvermeidbar, dass die europäischen Hersteller dort weitere Marktanteile verlieren. Die genauen Konsequenzen für die hiesige Branche seien allerdings erst absehbar, wenn die tatsächlichen Mindestpreise feststünden.

Entsprechende Preisangebote der chinesischen Autobauer will die EU-Kommission objektiv und fair bewerten, heißt es in der Leitlinie. Voraussetzung für die Annahme sei, dass die Maßnahmen die schädigenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten. Das Handelsministerium in Peking begrüßte die erzielten Fortschritte.

Hintergrund der 2024 eingeführten EU-Zusatzabgaben war eine Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen. Seitdem variiert die Höhe der Zusatzzölle je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tätige ausländische Konzerne wie BMW und Mercedes.

/rwi/DP/men

STUTTGART (dpa-AFX)

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