finanzen.net
22.03.2018 17:50
Bewerten
(0)

United Internet und Drillisch enttäuschen mit Ausblick - Aktien brechen ein

Nach erfolgreichem Jahr: United Internet und Drillisch enttäuschen mit Ausblick - Aktien brechen ein | Nachricht | finanzen.net
Nach erfolgreichem Jahr
Der Telekommunikations-Konzern United Internet will nach der Übernahme des Mobilfunkanbieters Drillisch mit viel Geld neue Mobilfunkkunden anlocken.
Im ersten vollen gemeinsamen Jahr will United Internet rund 300 Millionen Euro zusätzlich in Subventionen für Smartphones stecken. Das Geld will Konzernchef Ralph Dommermuth über die Tariflaufzeit der Verträge zwar wieder hereinholen, wie er am Donnerstag sagte. Doch am Aktienmarkt sorgten die massiven Investitionspläne für Kopfzerbrechen bei den Anlegern: Die Papiere von United Internet und 1&1 Drillisch schmierten kräftig ab.

Die hohen Investitionen sollen dabei helfen, insgesamt rund 1,2 Millionen neue Kundenverträge im Mobilfunk sowie für DSL-Internet zu gewinnen. Dommermuth will unter anderem bei den Internetmarken des Konzerns, GMX und Web.de, sowie bei den 1&1 Drillisch-Marken Smartmobil und Yourfone mit günstigeren Smartphones und höheren Werbebudgets punkten. "Bei GMX und Web.de gab es bis Ende letzten Jahres keine Hardware, sondern nur Sim-Karten - das ändern wir jetzt", sagte Dommermuth im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Auch bei Drillisch gab es bisher keine subventionierten Smartphones, sondern nur gegen hohe Einmalzahlung", so der Mitgründer und Großaktionär. "Wir wollen in diesem Bereich unsere Marktchancen nutzen, denn die Konkurrenten bieten das auch an." Die Netzanbieter wie Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland bieten über ihre Discountermarken Congstar, Otelo und Blau teils teure Oberklasse-Smartphones ohne hohe Einmalkaufpreise an - diesen Markt will Dommermuth nun stärker ins Visier nehmen.

Am Donnerstagmittag rutschte die United-Internet-Aktie zeitweise um mehr als 11 Prozent ab. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 9,46 Prozent bei 51,50 Euro an der Kurstafel. Commerzbank-Analystin Heike Pauls sah das in der neuen Prognose angepeilte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,2 Milliarden Euro zwar nominell in der Höhe wie am Markt erwartet. Allerdings steigt das operative Ergebnis allein aus der Änderung von Bilanzregeln um rund 300 Millionen Euro. Mit den zusätzlichen 300 Millionen Euro an Rabatten für Telefone hatte die Expertin nicht gerechnet. Grundsätzlich seien sie aber sinnvoll - schließlich beackere Dommermuth damit einen bisher unangetasteten Bereich.

Die Ankündigung steigender Zuschüsse für Smartphones dürfte den Wettbewerb auf dem deutschen Markt verschärfen, schrieb Analyst Joshua Mills von Goldman Sachs. Die Wachstumsinitiative habe einen hohen Preis. Die Prognose für den operativen Gewinn in diesem Jahr dürfte um rund 40 Prozent unter den aktuellen Durchschnittsschätzungen des Marktes liegen, so der Experte.

Dommermuth hatte mit der Drillisch-Übernahme im vergangenen Jahr seinen lange gehegten Wunsch wahr gemacht, aus United Internet einen größeren Konkurrenten für die deutschen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland zu schmieden. Im Mobilfunk muss 1&1 Vorleistungen von den Netzbetreibern einkaufen, weil die Westerwälder kein eigenes Netz haben.

Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, fast 330 Millionen stammten davon aus der Erstkonsolidierung von Drillisch und Strato. In diesem Jahr will Dommermuth die Erlöse um rund ein Viertel auf 5,2 Milliarden Euro steigern. Dabei spielen auch die Übernahmen weiter eine Rolle, 2017 gehörte Drillisch seit September zum Konzernkreis, Strato seit April.

Das operative Ergebnis stieg 2017 um 17 Prozent auf 980 Millionen Euro. Auch hier schlugen die Übernahmen zu Buche, ausgeklammert waren hingegen außerordentliche Erträge aus der Neubewertung von bereits gehaltenen Drillisch-Anteilen nach der Übernahme. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn inklusive vieler Sondereffekte auf 687 Millionen Euro - knapp das Vierfache des Vorjahreswerts.

Das Unternehmen will eine um 5 Cent auf 0,85 Euro erhöhte Dividende je Aktie zahlen. Von den so auszuschüttenden knapp 170 Millionen Euro erhält Dommermuth als größter Aktionär mit einem Anteil von 40 Prozent rund 68 Millionen Euro.

Die Drillisch-Dividende soll dagegen von 1,80 Euro auf 1,60 Euro je Anteilsschein sinken. Dommermuth begründete das mit der durch die Übernahme deutlich gestiegenen Aktienzahl - insgesamt sei die Ausschüttung von 99 auf 283 Millionen Euro gestiegen. "Wir können nur das ausschütten, was wir haben - unsere Regel zur Ausschüttungsquote liegt bei zirka 80 Prozent des operativen Gewinns", sagte er.

Die finanzielle Möglichkeiten für weitere Zukäufe seien da, so Dommermuth. "Die Frage ist, was man angeboten bekommt und wie es passt." Der angedachte, aber noch nicht beschlossene Börsengang der Sparte mit Geschäftsanwendungen braucht aber laut Dommermuth noch Zeit. In diesem Jahr komme dieser "auf keinen Fall", sagte der Konzernchef.

1&1 Drillisch ist der Konzernteil für das Privatkundengeschäft mit Telekommunikationsanschlüssen und weiterhin an der Börse im TecDax notiert. United Internet besitzt rund 73 Prozent der Aktien. Auch für die Papiere von 1&1 Drillisch ging es nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise um mehr als 12 Prozent nach unten. Bis Handelsschluss konnte das Papier die Verluste aber wieder auf rund 6 Prozent eingrenzen.

MONTABAUR (dpa-AFX)

Bildquellen: Drillisch, A. Hesse

Nachrichten zu 1&1 Drillisch AG

  • Relevant
    3
  • Alle
    9
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu 1&1 Drillisch AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.11.20191&1 Drillisch kaufenWarburg Research
15.11.20191&1 Drillisch HoldJefferies & Company Inc.
14.11.20191&1 Drillisch overweightBarclays Capital
13.11.20191&1 Drillisch kaufenIndependent Research GmbH
12.11.20191&1 Drillisch HaltenDZ BANK
18.11.20191&1 Drillisch kaufenWarburg Research
14.11.20191&1 Drillisch overweightBarclays Capital
13.11.20191&1 Drillisch kaufenIndependent Research GmbH
04.11.20191&1 Drillisch overweightBarclays Capital
30.10.20191&1 Drillisch buyWarburg Research
15.11.20191&1 Drillisch HoldJefferies & Company Inc.
12.11.20191&1 Drillisch HaltenDZ BANK
12.11.20191&1 Drillisch NeutralUBS AG
12.11.20191&1 Drillisch HoldKepler Cheuvreux
12.11.20191&1 Drillisch HoldJefferies & Company Inc.
17.10.20191&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group
27.08.20191&1 Drillisch verkaufenCredit Suisse Group
17.07.20191&1 Drillisch UnderperformMacquarie Research
10.07.20191&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group
28.06.20191&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für 1&1 Drillisch AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

USA vs. China

Diese Unternehmen hat kaum ein Anleger auf dem Zettel: die Profiteure des Handels­konflikts zwischen China und den USA. Welche das sind, erfahren Sie heute im Webinar ...

Jetzt kostenlos anmelden!
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX mit neuem Hoch -- Dow fester erwartet -- Aroundtown: Offerte für TLG -- thyssenkrupp beauftragt wohl Bank mit Untersuchung von Industrial Solutions -- Drägerwerk, easyJet, VW, MorphoSys im Fokus

Gerresheimer-Aktie mit deutlichem Minus: Sanofi kündigt Projekt. Merck KGaA erwägt angeblich Verkauf des Pigment-Geschäfts. Home Depot senkt Prognose für Umsatzwachstum im Gesamtjahr. Deutsche Börse offenbar ebenfalls mit möglichem Interesse an BME. innogy liefert Solarstrom an Audax in Spanien.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Hohe Ausgaben
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2019
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Die wertvollsten Marken der Welt 2019
Diese Unternehmen sind vorne mit dabei
Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier arbeiten die Deutschen am liebsten
Die Performance der TecDAX-Werte im Oktober 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wo sehen Sie den Bitcoin-Kurs Ende 2019?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
Ballard Power Inc.A0RENB
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Microsoft Corp.870747
EVOTEC SE566480
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
K+S AGKSAG88
Amazon906866
BASFBASF11
AramcoARCO11