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01.03.2019 11:48
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Aus für A380 lässt den Flugzeugbauer Airbus abheben

Produktions-Ende: Aus für A380 lässt den Flugzeugbauer Airbus abheben | Nachricht | finanzen.net
Produktions-Ende
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Für Luftfahrt-Fans geht ein schöner Traum zu Ende, doch von den Aktionären fällt eine Last ab.
Das frühe Produktions-Aus für den weltgrößten Passagierjet A380 spaltet die Anhänger des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Die Aktie schwebt unterdessen auch dank guter Geschäftszahlen kurz vor dem Abgang von Konzernchef Tom Enders auf Rekordniveau.

DAS IST LOS BEIM UNTERNEHMEN:

Beim weltweit zweitgrößten Flugzeugbauer nach Boeing ist eine Menge im Umbruch. Vorstandschef Enders und sein Finanzchef Harald Wilhelm übergeben bei der Hauptversammlung im April ihre Posten an ihre Nachfolger. Neuer Kopf des Konzerns wird der bisherige Verkehrsflugzeug-Chef Guillaume Faury, die Finanzen übernimmt der bisherige Infineon-Manager Dominik Asam. Faurys alten Job bekommt Michael Schöllhorn vom Hausgeräte-Hersteller BSH.

Die alte Konzernführung hat Airbus vor allem mit dem modernisierten Mittelstreckenjet A320neo bei den Produktionszahlen fast auf Augenhöhe mit Boeing gebracht. Mit 800 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen lagen die Europäer 2018 nur noch sechs Maschinen hinter dem US-Konzern, und 2019 soll es auf 880 bis 900 Maschinen weiter aufwärts gehen. Bei den Bestellungen hat die A320neo Boeings Verkaufsschlager 737 und dessen Neuauflage 737-MAX längst abgehängt.

Bei den ganz großen Jets lag Airbus aber schwer daneben. Der 2007 erstmals ausgelieferte weltgrößte Passagierjet A380 fand in den vergangenen Jahren kaum noch Abnehmer. Als nun Großkundin Emirates bereits erteilte Bestellungen in Frage stellte, zogen Enders & Co. die Reißleine: In zwei Jahren ist Schluss mit der Produktion des doppelstöckigen Jets. Der Traum vom Erfolg der Riesenflieger ist ausgeträumt.

Dennoch konnte Airbus 2018 glänzende Geschäftszahlen vorweisen. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 63,7 Milliarden Euro zu. Und trotz Belastungen durch das A380-Aus und Mehrkosten beim Militärtransporter A400M sprang der Nettogewinn um 29 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro nach oben. So musste der Konzern wegen des Aus für die A380 nur knapp eine halbe Milliarde Euro abschreiben.

Allerdings hinterlässt das Team um Enders seinen Nachfolgern einige Baustellen. Da ist der Militärflieger A400M, der nach immenser Verspätung und milliardenschweren Mehrkosten viele versprochene Fähigkeiten noch immer nicht erfüllt. Enders hofft, dass der Konzern bei dem Flieger am Ende wenigstens kein Geld drauflegt. Beim Kampfjet Eurofighter war mangels Neuaufträgen zeitweise die Produktion in Gefahr. Jetzt will Airbus die ältesten Eurofighter der deutschen Luftwaffe durch neue ersetzen - und hofft, dass der Flieger auch die Nachfolge der veralteten Tornado-Flotte antreten kann.

Trotz allem glaubt Enders, den Konzern in all den Jahren zu einem besseren Unternehmen gemacht zu haben. Dafür müssen allerdings auch die seit 2016 laufenden Korruptionsermittlungen abgeschlossen werden, in deren Folge dem Konzern Milliardenstrafen drohen.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die Luftfahrt-Experten unter den Finanzanalysten sind richtige Fans von Airbus. Von den 19 im dpa-AFX Analyser erfassten Branchenexperten empfehlen 17 die Aktie zum Kauf, die 2 übrigen raten zum Halten der Papiere. Obwohl der Aktienkurs gerade erst den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht hat, sehen Analysten weiterhin Luft nach oben. Im Schnitt schreiben sie der Aktie ein Kursziel von fast 127 Euro zu. Am optimistischsten ist Goldman-Sachs-Experte Chris Hallam, der mit 148 Euro rechnet. Yan Derocles von der Investmentbank Oddo BHF ist mit 103 Euro am pessimistischsten.

Die Einstellung der A380-Produktion sei "schade, andererseits aber ein Befreiungsschlag für Airbus", urteilt Analyst Wolfgang Donie von der NordLB. Immerhin habe sich der Hersteller mit der größten A380-Kundin Emirates auf Ersatzaufträge für seine kleineren Langstreckenjets A350 und A330neo verständigt. Zudem dürfte die Produktion dieser Modelle ebenso wie die des Mittelstreckenjets A320neo in nächster Zeit rentabler werden. Bei der A380 hatten Analysten der Credit Suisse für die Jahre 2021 und 2022 bisher hingegen mit Verlusten von je 350 Millionen Euro gerechnet.

Gefahren wittern Experten allerdings durch mögliche weitere Mehrkosten bei der A400M - und den Strafen, die Airbus wegen der seit 2016 laufenden Korruptionsermittlungen drohen. Der Vorstand hatte hier von möglichen Belastungen in signifikanter Höhe gesprochen. Analyst Christophe Menard von Kepler Cheuvreux geht von 2 bis 2,5 Milliarden Euro Strafe in Großbritannien und Frankreich aus - und lässt mögliche Ermittlungen der US-Behörden noch außen vor.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Für die Airbus-Aktionäre waren die vergangenen Jahre eine Erfolgsgeschichte - trotz aller Schwierigkeiten. In den letzten drei Jahren hat sich der Kurs der Aktie an der Frankfurter Börse fast verdoppelt. Nach dem Mitte Februar bekannt gewordenen Aus für die A380 und glänzenden Geschäftszahlen ging es für die Aktie weiter aufwärts - bis auf ein Rekordhoch von 114,76 Euro an diesem Freitag. Allein seit dem Jahreswechsel hat das Papier inzwischen mehr als ein Drittel an Wert gewonnen. Treue zu Airbus hat sich für Anleger bisher ausgezahlt.

/stw/elm/jha/

TOULOUSE (dpa-AFX)

Bildquellen: Selfiy / Shutterstock.com, Naiyyer / Shutterstock.com

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