Hermès-Aktie gefragt: Stärkeres Wachstum als erwartet - Wechselkurse belasten aber

Eine robuste Nachfrage nach Birkin-Taschen liefert dem französischen Luxuskonzern Hermes weiter Rückenwind.
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Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. Bereinigt um Währungsschwankungen fiel das Wachstum mit 8,9 Prozent noch stärker aus, dabei übertraf der Konzern im Schlussquartal auch die Erwartungen von Analysten. Für die Aktie des EURO STOXX 50-Schwergewichts ging es daraufhin zuletzt um rund 2,7 Prozent auf 2.178 Euro nach oben.
Die Kennziffern des Luxusgüterkonzerns seien unerwartet stark ausgefallen, schrieb Jefferies-Analyst James Grzinic. Auch Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC lobte die solide Umsatzentwicklung, obendrein sei das operative Ergebnis (Ebit) besser als erwartet ausgefallen. Im vergangenen Jahr standen hier knapp 6,6 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Unter dem Strich ging der Gewinn maßgeblich wegen höherer Steuern jedoch um 1,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zurück.
Dabei legte der Erlös bereinigt um Währungsschwankungen weltweit zu, in Europa sogar mit prozentual zweistelligen Wachstumsraten. In der mit Abstand wichtigsten Region Asien stieg der Umsatz um 7 Prozent. Während das Geschäft rund um Parfüm und Beauty ebenso wie das Uhren-Segment schwächelten, entwickelten sich die übrigen Sparten prächtig - allen voran das Lederwarengeschäft mit Birkin-Taschen. Da das Angebot hier eingeschränkt sei, könne man die Qualität des Wachstums von Hermes aber infrage stellen, bemängelte UBS-Expertin Zuzanna Pusz.
Hermes konzentriert sich vor allem auf exklusive Kunden und hält bestimmte Produkte bewusst knapp. Das stärkte zuletzt die Nachfrage und macht den Luxuskonzern unabhängiger von den schwankenden Ausgaben weniger wohlhabender Kundengruppen - welche ihr Geld nach der Pandemie tendenziell eher beisammen halten. So hatte Hermes die Krise im Luxusgütersektor auch wesentlich besser überstanden als Konkurrenten wie LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton oder Kering.
LVMH deutete jüngst an, dass 2026 kein einfaches Jahr werden dürfte. Kering will im neuen Jahr zwar wieder wachsen, muss sich mit Blick auf die erhoffte Erholung seiner schwächelnden Modemarke Gucci aber weiter gedulden. Hermes bestätigte nun wiederum trotz ökonomischer sowie geopolitischer Unsicherheiten seine Mittelfristziele. Außerdem dreht der Luxuskonzern weiter an der Preisschraube: Im neuen Jahr seien die Preise bisher im Schnitt um fünf bis sechs Prozent erhöht worden.
Die Entwicklung der Dividende dürfte für die Aktionäre allerdings eine kleine Enttäuschung sein: Für das vergangene Jahr soll eine ordentliche Dividende von 18 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, während Analysten im Schnitt rund 20 Euro auf dem Zettel hatten. Für 2024 wurde noch eine ordentliche Dividende von 16 Euro pro Anteilsschein gezahlt.
Im Donnerstagshandel an der EURONEXT Paris steigt die Hermès-Aktie zeitweise um 2,97 Prozent auf 2.183,00 Euro.
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PARIS (dpa-AFX)
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