WDH/ROUNDUP/Chefwechsel bei Sanofi: Scheidende Merck-Lenkerin kommt

12.02.26 13:41 Uhr

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(Konkretisiert wird der dritte Satz im zweiten Absatz. Klargestellt wird, dass Sanofi sich weitgehend vom klassischen Diabetes-Geschäft verabschiedet hat. Der Konzern produziert aber noch Insulin, beispielsweise in Frankfurt Hoechst.)

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PARIS/DARMSTADT (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Sanofi löst überraschend seinen bisherigen Chef Paul Hudson ab. Der Manager wird das Unternehmen bereits am 17. Februar verlassen, wie der französische Arzneimittelhersteller am Donnerstag verkündete. Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden: die scheidende Merck-Chefin Belén Garijo. Sie soll nach der Hauptversammlung am 29. April den Spitzenposten bei Sanofi übernehmen. In der Übergangsphase werde das Geschäftsleitungsmitglied Olivier Charmeil die Geschicke bei Sanofi leiten. An der Börse geriet die Aktie nach der Ankündigung unter Druck - das Papier verlor zuletzt fast 6 Prozent.

Hudson war im September 2019 von Novartis zu Sanofi gewechselt. Unter seiner Ägide gelang dem Konzern der Weg zunächst aus seiner damaligen Krise im Insulingeschäft. Da der vormalige Primus zunehmend von Anbietern modernerer Insulin-Produkte überholt wurde, verabschiedete sich Hudson weitgehend vom klassischen Diabetes-Geschäft. Stattdessen richtete er den Konzern auf Immunkrankheiten, Impfstoffe und innovative Therapien aus. Im vergangenen Jahr verkaufte Sanofi zudem sein Konsumentengeschäft Opella, womit sich die Franzosen nur noch auf verschreibungspflichtige Arzneien konzentrieren.

Doch zuletzt stand Hudson unter Druck. Für den milliardenschweren Kassenschlager Dupixent, der unter anderem bei Asthma und Neurodermitis angewendet wird, werden wegen des bevorstehenden Patentablaufs Umsatzeinbußen befürchtet. Die Suche nach möglichen neuen Umsatzbringern und Hudsons ambitionierte Pläne, mehr neue Medikamente auf den Markt zu bringen, waren bislang aber nur bedingt von Erfolg gekrönt. Mehrere wichtige Medikamentenstudien scheiterten ausgerechnet in der letzten und entscheidenden Phase oder brachten durchwachsene Ergebnisse.

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So floppte Sanofi kürzlich mit dem Wirkstoff Tolebrutinib bei der sogenannten primär progredienten Form der Multiple Sklerose (PPMS). Und auch Amlitelimab gegen Neurodermitis, das einige schon als möglichen Dupixent-Nachfolger gesehen hatten, konnte in den Tests nicht völlig überzeugen.

Analysten zeigten sich unterdessen von dem Personalwechsel überrascht. Nach den Forschungsrückschlägen sorge die plötzliche Veränderung eher noch für mehr Verunsicherung, konstatierte etwa Graham Parry von der Citigroup. Er hob zwar Garijos lange Erfahrung in der Pharmaindustrie hervor, hätte aber eher mit einem Kandidaten aus einem großen forschenden Pharmaunternehmen gerechnet. Nun bleibe abzuwarten, welche Maßnahmen die neue Chefin ergreifen werde.

Michael Leuchten von Jefferies schrieb, Garijo habe bei Merck zwar nicht das Profil einer Top-Pharmamanagerin erreicht, er hielt ihr aber zugute, dass sie in Darmstadt immerhin ein alterndes Medikamentenportfolio gut gemanagt habe.

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Sanofi-Verwaltungsratschef Frédéric Oudéa lobte unterdessen die Expertise von Garijo: "Sie ist eine anerkannte Führungskraft in unserer Branche mit einem unbestrittenen Ruf. Sie kennt die Sanofi-Gruppe sehr gut, wo sie 15 Jahre lang wichtige Positionen innehatte und viele Erfolge erzielt hat." Neben Sanofi gehörte auch der Arzneimittelkonzern Abbott zu Garijos beruflichen Stationen, wo sie mehrere Jahre in der Forschung arbeitete.

Beim Pharma- und Technologiekonzern Merck stand die studierte Medizinerin seit Mai 2021 an der Spitze. Dort steht die Staffelübergabe schon seit längerem fest: Den bisherigen Ankündigungen zufolge soll der amtierende Leiter der Elektroniksparte, Kai Beckmann, Garijo zum 1. Mai an der Konzernspitze ablösen. Den Wechsel hatte das Darmstädter DAX-Unternehmen im vergangenen September verkündet.

Garijo hatte Merck durch die Corona-Pandemie gesteuert. Zudem managte sie Zukäufe, wie zuletzt die Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics./tav/niw/stk/mis

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