'Wirtschaftsweise' widerspricht Bund bei Commerzbank

16.03.26 14:38 Uhr

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BERLIN (dpa-AFX) - Die Vorsitzende der "Wirtschaftsweisen", Monika Schnitzer, stellt sich bei der möglichen Commerzbank-Übernahme durch die italienische UniCredit gegen die Bundesregierung. "Es spricht ökonomisch viel dafür, grenzüberschreitende Konsolidierungen ernsthaft zu prüfen, statt sie reflexhaft politisch abzuwehren", sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

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Der europäische Finanzmarkt sei nach wie vor zu wenig integriert, und gerade deutsche Banken seien weniger produktiv und damit weniger wettbewerbsfähig als manche ihrer internationalen Konkurrenten. Der Sachverständigenrat ist das wichtigste wirtschaftspolitische Beratergremium der Bundesregierung.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums hatte am Montag gesagt, der Bund lehne eine "feindliche Übernahme" der Commerzbank weiter ab. "Der Bund unterstützt die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank. Eine feindliche Übernahme wäre insbesondere mit Blick darauf, dass die Commerzbank eine systemrelevante Bank ist, nicht akzeptabel."

"Lokale Standortfragen nachrangig"

Schnitzer sagte, dass große Bankenfusionen aus Sicht der Finanzstabilität heute positiver zu beurteilen seien als vor der Finanzkrise. Ebenso seien lokale Standortfragen gesamtwirtschaftlich nachrangig. "Die Sorge um Filialschließungen oder einzelne Arbeitsplätze greift zu kurz. Gerade darum geht es bei Strukturwandel: die Produktivität zu erhöhen und den Bankensektor effizienter zu machen", sagte die "Wirtschaftsweise".

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Eine europäische Bankenfusion könne zudem Vorteile haben, weil sie die enge Verbindung zwischen nationaler Politik und "ihren" Banken lockere und damit den staatlichen Rettungsreflex schwäche. Eine nüchterne Bewertung solle sich weniger an nationalen Reflexen orientieren, sondern an der Frage, ob ein stärkerer europäischer Bankenmarkt entstehe./als/tam/DP/nas

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