Zahlenvorlage

Sartorius-Aktie dreht ins Minus: Prognose für 2025 erfüllt - weiteres Wachstum angepeilt

03.02.26 11:01 Uhr

Sartorius-Aktie dreht ins Minus: 2025-Zahlen im Plan - Wachstum 2026 erwartet | finanzen.net

Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat im vergangenen Geschäftsjahr die Prognose erfüllt und stellt für 2026 weiteres profitables Wachstum in Aussicht.

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Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius will 2026 an seine jüngste Erholung anknüpfen. Nach einer längeren Durststrecke, die sich an eine starke Corona-Zeit angeschlossen hatte, sehen die Göttinger sich und die Branche inzwischen wieder im Aufwind. Im vergangenen Jahr hatte Sartorius vor allem von einem starken Lauf in seiner Bioprozesssparte profitiert. Konzernchef Michael Grosse ist optimistisch, dass nun auch der kleineren Laborsparte ein Aufschwung bevorsteht. An der Börse konnte die Aktie anfängliche Gewinne aber nicht halten.

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Das im MDAX notierte Papier legte im frühen Handel deutlich zu, bevor es zurückfiel. Zuletzt stand via XETRA ein Minus von 2,43 Prozent bei 229,10 Euro zu Buche, im laufenden Jahr hat die Aktie damit schon knapp sieben Prozent verloren. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest wies darauf hin, dass die durchschnittlichen Markterwartungen bislang am oberen Ende des für 2026 veröffentlichten Ausblicks gelegen hätten. Die Konzernprognose bezeichnete er aber als vorsichtig - sie lasse Spielraum für mehr im Jahresverlauf.

"Unsere Branche ist zurück auf Kurs, hat ihr langfristiges Wachstumsniveau aber noch nicht vollständig erreicht", sagte der seit vergangenem Juli amtierende Sartorius-Lenker Grosse. Mit der dynamischen Nachfrage nach biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten gewännen derzeit die grundsätzlichen Wachstumstreiber für den Life-Science-Markt wieder zunehmend an Bedeutung.

Zuletzt profitierte das Unternehmen vor allem vom Wiederanziehen des Geschäfts mit Verbrauchsmaterialien, das nach dem Corona-Boom eingebrochen war. Mit größeren Investitionen hätten sich die Kunden allerdings noch zurückgehalten, so Grosse. Erholungspotenzial gebe es vor allem im Geschäft mit Anlagen und Instrumenten, das sich immerhin im Verlauf von 2025 bei Sartorius zunehmend stabilisieren konnte.

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Für 2026 erwartet das Sartorius-Management konzernweit ein währungsbereinigtes Umsatzplus von fünf bis neun Prozent. In der Bioprozessparte soll es bei rund sechs bis zehn Prozent liegen. In der kleineren Laborsparte, die für rund ein Fünftel des Umsatzes steht, soll sich das Wachstum auf rund zwei bis sechs Prozent beschleunigen. In den Zielen mit eingerechnet sind der jüngste Zukauf des Mikrogewebespezialisten Mattek und US-Zölle. Der Konzern hat bisher die gestiegenen US-Zollaufschläge weitgehend an seine Kunden weiterreichen können, wodurch sich der Umsatz erhöht.

Wegen der weiterhin bestehenden makroökonomischen und geopolitische Unsicherheiten habe Sartorius aber für das neue Jahr einen bewusst breiten Prognosekorridor gewählt, hieß es weiter. "Demgegenüber gehen wir aktuell von einer fortschreitenden Normalisierung der Marktdynamik aus", so Grosse. In einer Videokonferenz mit Journalisten ergänzte er, 2027 und danach dürfte der Bioprozessmarkt das übliche Marktwachstum von acht bis neun Prozent erreichen. "Wir sehen für uns Wachstum oberhalb des Marktes."

2025 hatte das Göttinger Unternehmen seinen Erlös laut vorläufigen Berechnungen zu konstanten Währungen um 7,6 Prozent auf 3,54 Milliarden Euro steigern können, nominal betrug das Plus knapp 5 Prozent.

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Zugleich verdiente der Konzern mehr, auch dank des zunehmenden Anteils der margenstarken Verbrauchsmaterialien. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 1,05 Milliarden Euro, nach 945 Millionen ein Jahr zuvor. Die entsprechende Marge kletterte von 28 auf 29,7 Prozent. Damit traf der Konzern die Erwartungen von Analysten.

Unter dem Strich schwoll der Gewinn auf 154,9 Millionen Euro an, nach 84 Millionen ein Jahr zuvor. "Für Sartorius war es ein erfolgreiches Jahr", sagte Grosse. "Wir haben unsere Umsatz- und Profitabilitätsziele zuverlässig erreicht und sind sehr zufrieden."

Sartorius hatte in der Corona-Pandemie von einer starken Nachfrage etwa für die Produktion von Impfstoffen profitiert. Danach litt das Unternehmen aber unter dem Abflauen des Booms und den hohen Lagerbeständen bei Kunden, die inzwischen aber abgebaut sind.

Die Niedersachsen hatten mit Einsparungen reagiert und auch Personal abgebaut. Inzwischen wächst die Belegschaft wieder: 2025 kamen mehr als 500 Stellen hinzu, die Belegschaft wuchs wieder auf etwas mehr als 14.000 Mitarbeitende. Vor allem in der Produktion wurden Leute eingestellt.

Noch offen ist ein Rechtsstreit um die Patente der slowenischen Tochter BIA Separations, die Sartorius 2020 übernommen hatte. Drohende Belastungen sieht Grosse aber nicht kommen. "Für den unwahrscheinlichen Fall, dass da ein Anspruch besteht", müsse dann die Versicherung des damaligen Verkäufers einspringen. Ein erstes Teilurteil in Österreich sei noch nicht rechtskräftig. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine" über den Rechtsstreit berichtet. Dem Bericht zufolge geht es um mehr als 200 Millionen Euro.

dpa-AFX

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