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02.09.2019 20:25
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Kommt der Kurssturz? - Angeblicher Bitcoin-Erfinder muss halbes Bitcoin-Vermögen abgeben

Gerichtsurteil gefällt: Kommt der Kurssturz? - Angeblicher Bitcoin-Erfinder muss halbes Bitcoin-Vermögen abgeben | Nachricht | finanzen.net
Gerichtsurteil gefällt
Er hat sich selbst zum Schöpfer des Bitcoins ernannt: Craig Wright. Mehrfach in der Vergangenheit behauptete er öffentlich, mehr als eine Million Coins zu besitzen. Nun verurteilte ihn ein US-Gericht dazu, den Erben seines ehemaligen Geschäftspartners davon die Hälfte auszuhändigen. Die Hintergründe.
• Craig Wright unterliegt im Rechtsstreit um Bitcoin-Vermögen
• Ca. 500.000 Bitcoins könnten bald den Besitzer wechseln
• Satoshi Nakamotos Identität weiterhin nicht bewiesen

Mehr als einmal schon hat Craig Wright die Krypto-Welt in Aufruhr versetzt. So behauptete er im Jahr 2015 erstmals, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannte Bitcoin-Erfinder zu sein. Viele Male hat er diese Behauptung seitdem wiederholt und sich gar bei der zuständigen US-Urheberrechtsbehörde als Inhaber für das Copyright des Bitcoin-Whitepapers und für den ursprünglichen Computercode der ältesten Kryptowährung registrieren lassen. Darüber hinaus kreierte er eine weitere Kryptowährung: Bitcoin Satoshi Vision, kurz Bitcoin SV oder BSV. Diese würde seiner Einschätzung nach den echten Nutzen des Bitcoin erfüllen, da sich die älteste Kryptowährung von ihrer ursprünglichen Idee zu weit entfernt hätte. Trotzdem gibt es aufgrund fehlender glaubwürdiger Beweise in der Krypto-Community erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Wrights Behauptung, hinter Satoshi Nakamoto zu stecken. Ob es jedoch der Wahrheit entspricht, könnte bald ans Licht kommen.

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Unangetastetes milliardenschweres Bitcoin-Vermögen?

Der vermeintliche Satoshi Nakamoto verlautete in der Vergangenheit mehrmals, über ein Vermögen von über einer Million Bitcoins zu verfügen, die er durch frühes Schürfen, als die Cyberdevise noch in den Kinderschuhen steckte, erlangt habe. Diese seien in einem Treuhandfonds hinterlegt, der auch unter dem Namen "Tulip Trust" bekannt ist und einer IT-Firma namens W&K Info Defense Research gehört. Dieses IT-Unternehmen hingegen hatte Wright gemeinsam mit seinem damaligen Geschäftspartner Dave Kleiman gegründet, der mittlerweile verstorben ist. Mit ihm gemeinsam will Wright zwischen 2009 und 2011 die unglaubliche Anzahl an Coins geschürft haben, wie Modern Consensus berichtet. Allerdings habe Wright den Fonds bisher nicht angetastet, um den Krypto-Markt nicht aus dem ohnehin schon empfindlichen Gleichgewicht zu werfen. Denn sollte mit einem Mal eine derartige Menge an Coins verkauft werden, würde dies einen massiven und plötzlichen Wertverlust des Bitcoins nach sich ziehen, so Wright.

Worum geht es im Rechtsstreit?

Im vergangenen Jahr kam es dann dazu, dass der Bruder des verstorbenen Geschäftspartners Wrights, Ira Kleiman, den vermeintlichen Bitcoin-Erfinder auf die Hälfte seines in dem Treuhandfonds hinterlegten Vermögens verklagte. Schließlich hätte seinem Bruder die Hälfte zugestanden und würde nach seinem Tod seinen Erben zustehen. Sollte Wright demnach gelogen haben und über gar kein Vermögen verfügen, hätte er sich mit seiner Behauptung mächtig verzockt.

In dem Gerichtsverfahren, das schon im Jahr 2018 begann, wurde nun durch ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Florida ein Urteil gesprochen. Ein Richter verurteilte Wright dazu, die Hälfte seiner vor dem Jahr 2014 geschürften Bitcoins an die Erben seines damaligen Geschäftspartners Dave Kleiman zu überweisen. Damit jedoch nicht genug. Während des Gerichtsprozesses hatte Wright gefälschte Dokumente vorgelegt, die beweisen sollten, dass er der alleinige Besitzer des Vermögens wäre. Diese wurden jedoch als Fälschungen enttarnt, woraufhin der Richter Wright des Meineids und der Urkundenfälschung schuldig sprach.

Was bedeutet das Urteil für den Bitcoin-Kurs?

Aus dem Urteil ergeben sich für die Kryptowelt einige interessante Schlüsse. Sollte Wright die Wahrheit gesagt haben und tatsächlich über mehr als eine Million Bitcoins verfügen, müssten nun circa 500.000 Coins den Besitzer wechseln: Eine Transaktion, die den Bitcoin-Kurs massiv beeinflussen dürfte. Darüber hinaus werden auch für die Erben 40 Prozent Erbschaftssteuer fällig. Da sich diese angesichts des derzeitigen Bitcoinpreises im Milliardenbereich bewegt, dürften die Erben gezwungen sein, zumindest einen Teil der zugesprochenen Bitcoins auf den Markt zu werfen, was wiederum massive Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben dürfte.

In der Krypto-Welt wurde über das Urteil zwar eingehend berichtet, eine Panik am Cyberdevisenmarkt blieb jedoch aus, was dafür sprechen dürfte, dass nur wenige Bitcoin-Anhänger davon ausgehen, dass ein massiver Preissturz kurz bevor stehen dürfte. Der britische Krypto-Experte Peter McCormack ging sogar so weit, 10.000 US-Dollar darauf zu wetten, dass Wright die mit Satoshi Nakamoto verbundenen Bitcoins nicht innerhalb eines Jahres bewegen könne.

Craig hingegen hatte in einem Interview mit Modern Consensus kurz nach dem Urteilsspruch bekannt gegeben, dass er der Aufforderung des Gerichts Folge leisten werde.

Satoshi Nakamotos Identität bleibt unbestätigt

Wie n-tv den zuständigen US-Richter zitiert, stellte dieser jedoch klar, dass durch das Urteil noch immer nicht geklärt sei, ob es sich bei Craig Wright tatsächlich um den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto handele: "Ich habe nicht zu entscheiden und ich werde nicht entscheiden, ob Dr. Wright Satoshi Nakamoto ist. Ich muss auch nicht entscheiden und ich werde nicht über die Zahl der Bitcoins entscheiden, die Dr. Wright heute kontrolliert". Eine genaue Summe ist demnach nicht festgelegt.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: igor.stevanovic / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com

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