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18.09.2019 18:03
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Öl-Angriff: Folgen für Aktienmärkte und Rohölpreise

Möglicher Wendepunkt: Öl-Angriff: Folgen für Aktienmärkte und Rohölpreise | Nachricht | finanzen.net
Möglicher Wendepunkt
Der Drohnenangriff auf eine Öl-Raffinerie in Saudi-Arabien sorgte für Turbulenzen an den Aktienmärkten und ließ die Ölpreise in die Höhe schnellen.
• Drohnenangriff lässt die Ölpreise steigen
• Produktionsmenge der betroffenen Anlage fällt auf die Hälfte zurück
• Reparaturen könnten Wochen oder gar Monate dauern
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Die Konflikte im Nahen Osten rücken immer weiter in den Fokus der Anleger: Am Samstag zerstörte eine Drohnen-Attacke Teile der Anlage des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco in Abkaik und ein nahegelegenes Ölfeld. Die Angriffe sorgten dafür, dass die Produktionsmenge massiv einbrach. Daraufhin knickten am Sonntag die Kurse an der Börse in Riad ein, am Montag schossen dann die Ölpreise deutlich in die Höhe. Bereits am Wochenende bewilligte US-Präsident Donald Trump, falls nötig, vorhandene Ölreserven einzuspeisen, um den Effekt auf die Ölpreise abzudämpfen und drohte den Urhebern der Angriffe mit Vergeltung. Er machte den Iran für die Angriffe verantwortlich, während man in Saudi-Arabien davon ausgeht, jemenitische Huthi-Rebellen hätten den Angriff ausgeführt und dafür iranische Waffen eingesetzt.

Weltweite Auswirkungen

Der Öl-Experte Phil Flynn, von Price Futures Group, erklärt gegenüber MarketWatch, dass der Drohnenangriff ein großes Problem darstelle, das in einem enormen Anstieg der Ölpreise enden könnte. Denn getroffen wurde eine der wichtigsten Ölanlagen des Landes, die gleichzeitig die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt ist, deren Produktionsmenge daraufhin, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, auf die Hälfte des normalen Tagesvolumens zurückfiel. Dies machte sich an den Märkten weltweit bemerkbar. Vor allem Aktien aus dem Tourismussektor und von Airlines büßten deutlich ein, während Öl-Aktien Aufwind verspürten.

Ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich am Montag im Tageshoch auf 63,38 US-Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete im Tageshoch 71,95 US-Dollar. Am Dienstag beläuft sich der Preis eines Barrels WTI zeitweise noch auf 61,59 US-Dollar, während der Brent-Preis bei 67,65 US-Dollar liegt. Die Preise kamen somit also wieder etwas zurück, notieren jedoch nach wie vor deutlich höher - so hoch wie seit Mai nicht mehr.

Hier zeigen sich die weitreichenden Folgen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

Möglicher Wendepunkt

Helima Croft, Rohstoffexpertin bei BRC Capital Markets, schrieb in einem Untersuchungsbericht am Samstag: "Wir behaupten, dass der Drohnenangriff heute Morgen auf Saudi-Arabiens wichtigste Produktionsanlage Abkaik (die eine Produktionskapazität von mehr als sieben [Millionen Barrel am Tag] besitzt) und das 1,5 mb/d Ölfeld in Khurais einen Wendepunkt in der weiter eskalierenden verfahrenen Situation mit dem Iran darstellen könnte."

Experte Phil Flynn geht davon aus, "weltweite strategische Reserven müssten genutzt werden, um einen starken Preisanstieg zu verhindern." Doch die Augen würden sich nicht nur darauf richten, wann die Produktion wiederaufgenommen werde, sondern auch darauf, wie Saudi-Arabien seine Anlagen und Ölfelder in Zukunft schützen könne. Denn auch die Tatsache, dass die Saudi Aramco-Anlagen so leicht verwundbar sind, dürfte langfristige Auswirkungen auf den Ölmarkt haben.

Wiederaufbau könnte dauern

Saudi Aramco gab, nach Prüfung des Zustandes seiner Anlagen bekannt, man wolle bis Ende September in der Ölraffinerie in Abkaik wieder das Produktionsniveau von vor dem Angriff erreichen. Laut dem saudischen Energieminister, Prinz Abdulaziz bin Salman, könnte die volle Produktionskapazität des Landes im November wieder erreicht werden. Wie lange es dauert bis die Anlage wieder normal läuft, sei laut Experten mit entscheidend für die weitere Entwicklung der Ölpreise. Experten erwarten, dass Saudi-Arabien, da das Land von den höheren Preisen profitiert, die Produktion nur langsam wieder hochfahren werde.

Die internationale Energieagentur in Paris als auch die Bundesregierung sehen derzeit keinen Grund strategische Ölreserven freizugeben. Die Märkte seien vorerst ausreichend versorgt.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: William Potter / Shutterstock.com, Robert Lucian Crusitu / Shutterstock.com

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