AKTIEN IM FOKUS: Rückversicherer schwach - 'Preisdruck bei Erneuerungsrunde'
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FRANKFURT/ZÜRICH (dpa-AFX) - Preisdruck bei der Vertragserneuerungsrunde der Rückversicherer hat am Montag die Aktien der europäischen Anbieter weiter unter Druck gebracht. Im Januar werden die Preise für Policen neu verhandelt und Analysten verwiesen darauf, dass weitere goldene Zeiten nun vorerst vorbei seien.
Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) büßten im deutschen Leitindex DAX zuletzt 1,2 Prozent auf 533,80 Euro ein, nachdem sie zum Jahresauftakt am Freitag bereits fast vier Prozent verloren hatten. Hannover Rück gaben um 1,5 Prozent auf 253,00 Euro nach und haben damit seit Jahresanfang fünf Prozent eingebüßt.
Im Schweizer SMI sanken die im neuen Jahr erstmals wieder gehandelten Papiere der Swiss Re zudem um 3,8 Prozent auf 127,75 Franken. Scor (SCOR SE Prov Regpt) in Frankreich verloren 1,1 Prozent auf 27,90 Euro, nach knapp zwei Prozent am Freitag. Unter den kleineren Werten gaben in London an diesem Montag Beazley um 2,6 Prozent auf 796 Pence nach und Hiscox sanken um 1,4 Prozent auf 1.379 Pence.
"Nach der außergewöhnlich profitablen Periode von 2023 bis 2025 beschreiben die großen Rückversicherungsmakler die Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2026 als eine Phase der Abschwächung des harten Marktes", schrieben die Analysten Michael Christodoulou und Michael Huttner von Berenberg. Damit ist gemeint, dass die Zeiten, in denen Rückversicherungsschutz aufgrund der Risikobewertung knapp und teuer gewesen ist, in diesem Ausmaß ein Ende gefunden haben dürfte.
Die Versicherungskonzerne, erklärten die Berenberg-Experten weiter, verfügten über reichlich Kapital. Zugleich habe sich der Wettbewerb verschärft und die auf hohem Niveau angekommenen und nun an die Risiken angepassten Preise in den Sach- und Spezialversicherungssparten sänken. Entsprechend dürften die Rückversicherer beginnen, ihre Margen verstärkt zu verteidigen, während zugleich der Druck durch die Erstversicherer zunehme.
Auch Ivan Bokhmat von Barclays schrieb von einem deutlich zunehmenden Preisdruck bei den Erneuerungen in diesem Jahr, was zusätzliches Risiko für die Schätzungen erwarten lasse. "Während der Rückgang der Preise für Sachkatastrophen im niedrigen zweistelligen Bereich mit minus 12 Prozent den Erwartungen zu entsprechen scheint, könnte sich dies mit Blick auf die breitere Abschwächung in anderen Sparten anders verhalten", konkretisierte er seine Einschätzung.
Die künftige Rentabilität dürfte Bokhmat zufolge die Eigenkapitalkosten der Rückversicherer zwar weiterhin decken, doch Angebot und Nachfrage in den Jahren 2026 und 2027 dürften besser aufeinander abgestimmt werden, erwartet er. Zudem werde der Bestand an überschüssigem Kapital, der derzeit wohl bei 50 bis 100 Milliarden US-Dollar liege - "auch weiterhin die künftigen Vertragsverlängerungen belasten, sodass der Markt bis April, Juni/Juli und bis 2027 überversorgt sein dürfte".
Von dem durch die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 erfolgten herben Rückschlag für die europäische Versicherungsbranche, hatte sich diese bis 2023 wieder vollständig erholt. Seither ging es beständig und auch deutlich aufwärts: Bis Ende 2025 summiert sich das Kursplus auf fast 60 Prozent./ck/mis/zb
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