Ergebnis sinkt

Mercedes-Benz-Aktie sackt ab und zieht VW & Co mit: Maue Geschäfte & US-Zölle sorgen für Gewinneinbruch

12.02.26 20:00 Uhr

Mercedes-Aktie tief im Minus: Gewinneinbruch und weniger Dividende - Auch Aktien von VW & Co unter Druck | finanzen.net

Der Autobauer Mercedes-Benz hat im vergangenen Jahr vor allem wegen der US-Zölle und der schwachen Geschäfte im einstigen Wachstumsmarkt China spürbar weniger erwirtschaftet.

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Um Sondereffekte bereinigt sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Den Stuttgartern machte dabei auch der schwache Dollar zu schaffen. In der wichtigsten Sparte mit dem Pkw-Bau sackte die bereinigte operative Marge um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Analysten hatten mit 4,8 Prozent noch etwas weniger erwartet.

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Bei einem um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro gesunkenen Gesamtumsatz fiel das Konzernergebnis um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro. Dabei kam auch das Sparprogramm mit hohen Einmalkosten für einen Jobabbau zum Tragen. Mercedes hatte vergangenes Jahr mit 1,8 Millionen Fahrzeugen 9,2 Prozent weniger Pkw verkauft. Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken.

Mercedes erwartet erneut sinkende Pkw-Marge - Ergebnis soll deutlich anziehen

Mercedes-Benz hat sich für 2026 vorsichtige Ziele in seiner wichtigsten Sparte mit dem Pkw-Bau gesetzt. Zurückhaltend zeigt sich der Autobauer vor allem mit Blick auf das Geschäft im Riesenmarkt China. In der Volksrepublik geraten die Schwaben immer stärker unter Druck - zum einen wegen der Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, aber auch wegen der erstarkenden Konkurrenz im bisher sicher geglaubten Terrain mit höherwertigen Autos. Eine Modelloffensive soll dem DAX-Konzern zurück in die Spur helfen. Anleger zeigten sich angesichts der Aussichten der Pkw-Sparte in China jedoch ernüchtert, die Aktie fiel deutlich.

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Konzernchef Ola Källenius will in den kommenden Jahren wieder den Weg zurück zu Wachstum finden. Mittelfristig soll der Absatz dank 40 neuer Modelle wieder rund zwei Millionen Autos erreichen. Das wären etwa 200.000 mehr als 2025. Der Manager sprach von der größten Modelloffensive im Konzern bisher.

Zu den Plänen gehört auch ein Nachfolger für die 2027 auslaufende A-Klasse, die im Einstiegssegment auf dem europäischen Markt wieder Schub geben soll. Darüber hinaus will Källenius vor allem mit Fahrassistenzfunktionen mithilfe von KI bei den Kunden punkten. Der Fokus liegt auch weiter auf den besonders teuren und damit margenträchtigen Modellen - hier soll der Absatz mittelfristig um 15 Prozent auf über 300.000 Fahrzeuge anziehen.

Zunächst aber steht den Schwaben ein weiteres Jahr des Übergangs bevor. So dürfte die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern im Pkw-Geschäft in diesem Jahr bei 3 bis 5 Prozent landen und damit nur im besten Fall auf Vorjahresniveau. Der DAX-Konzern hatten bereits angekündigt, erst 2027 wieder eine zweistellige Marge in Angriff zu nehmen. Analysten hatten für 2026 einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel, 2025 war die Marge um gut 3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent abgerutscht.

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Källenius sprach bei der Vorstellung der Zahlen in Sindelfingen von Vorsicht auf dem chinesischen Markt - dort dürfte der Absatz 2026 erneut sinken. Auch im vergangenen Jahr hatte Mercedes dort einen empfindlichen Dämpfer einstecken müssen. Zudem werden im gesamten Jahr erhöhte Zölle anfallen - unter anderem beim Export in die USA, aber auch aus den Vereinigten Staaten heraus nach China. Damit dürfte die diesjährige Belastung noch über dem Vorjahreswert von rund einer Milliarde Euro liegen, wie Finanzchef Harald Wilhelm erklärte.

Im Massengeschäft mit Elektroautos spielen die deutschen Autobauer in China bisher kaum eine Rolle, weil die Chinesen preislich deutlich günstiger sind. Die elektrischen Varianten vom Kompaktwagen CLA und der E-Klasse sollen nun Erleichterung bringen und dürften zu einem Prüfstein für das weitere Abschneiden von Mercedes in China werden. Auch die erneuerte S-Klasse als Flaggschiff soll in China endlich wieder mehr Anklang finden.

Insgesamt dürfte der Umsatz des Konzerns 2026 bei einem geplanten Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau stabil bleiben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dürfte hingegen deutlich steigen. Zum einen kommen Einsparungen aus dem Stellenabbauprogramm zum Tragen, zum anderen wiederholen sich die Einmalkosten dafür nicht in der Höhe des Vorjahres. Für den Jobabbau - für den Mercedes keine konkrete Stellenanzahl als Ziel nennt - stellte der Autobauer 2025 rund 1,6 Milliarden Euro zurück.

Auszahlungen für Aufhebungsverträge werden allerdings den freien Mittelzufluss im Industriegeschäft - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - belasten. Dieser soll noch einmal leicht fallen, aber bei mehr als 4 Milliarden Euro liegen. Bereits im vergangenen Jahr sackte die für Anleger wichtige Kennzahl spürbar von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab.

Die finanziellen Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen und seien getragen "von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität", sagte Källenius.

Das Unternehmen hatte bereits vor einem Jahr auf die angespannte Lage reagiert und ein Sparprogramm ausgerufen. Es soll dabei helfen, wieder profitabler zu werden, unter anderem durch Produktionsverlagerung nach Ungarn. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten im Vergleich zu 2024 um zehn Prozent sinken. Zudem wird an den Materialkosten gearbeitet. Auch die Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent sinken. Helfen soll auch das Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also außerhalb der Produktion.

Mercedes-Benz will dieses Jahr einen Teil seiner Daimler-Truck-Aktien verkaufen

Der Autobauer Mercedes-Benz will in diesem Jahr einen Teil seiner Daimler Truck-Aktien zu Geld machen. Das sei die klare Absicht des Managements, kündigte Finanzchef Harald Wilhelm am Donnerstag in Sindelfingen an. Zusammen mit anderen Anteilsverkäufen will Mercedes dieses Jahr um die 2 Milliarden Euro einnehmen und damit unter anderem die Dividende und den angekündigten Aktienrückkauf finanzieren. Seit der Abspaltung von Daimler Truck im Dezember 2021 hält Mercedes direkt rund 30 Prozent der Aktien des DAX-Konzerns, weitere rund 5 Prozent der ehemaligen Tochter sind in einem Pensionsfonds der Stuttgarter untergebracht.

Die Mercedes-Aktie fiel zuletzt um knapp zwei Prozent wegen der Enttäuschung von Anlegern über den Ausblick 2026 im Pkw-Geschäft. Damit reduzierte das Papier seinen zunächst deutlicheren Kursrutsch. Der Kurs von Daimler Truck sackte mit den Aussagen von Mercedes ab und verlor zuletzt 2,3 Prozent. Mercedes hatte seit längerem in Aussicht gestellt, dass der Verkauf von Anteilen an dem Nutzfahrzeughersteller eine Option ist, um sich Geld ins Haus zu holen.

Daimler Truck wird an der Börse derzeit mit knapp 34 Milliarden Euro bewertet. Der direkte Anteil von Mercedes ist damit gut 10 Milliarden Euro wert. Details zu der angestrebten Größe des Anteilsverkaufs machte Wilhelm nicht. Im Anfang März erscheinenden Geschäftsbericht will das Unternehmen nähere Angaben machen.

Elektrofahrzeuge in USA wegen defekter Batterien zurückgerufen

Mercedes-Benz ruft eine Reihe von Elektrofahrzeugen wegen möglicher Probleme mit Batterien zurück. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) teilte mit, dass Besitzer dieser Fahrzeuge angewiesen werden, im Freien und in sicherem Abstand zu Gebäuden zu parken, bis die Batterien ausgetauscht werden können. Zudem sollen die Fahrzeuge nur bis zu einer Kapazität von maximal 80 Prozent geladen werden. Die Probleme könnten zu einem Brand während der Fahrt oder im geparkten Zustand führen.

Der Rückruf umfasst nahezu 12.000 Fahrzeuge des Typs Mercedes-Benz EQB. Darunter befinden sich die Modelle EQB 250+, die zwischen 2023 und 2024 hergestellt wurden, EQB 300 4Matic aus den Baujahren 2022 bis 2024 sowie EQB 350 4Matic.

Händler werden die Hochvolt-Batterie in diesen Fahrzeugen kostenlos austauschen, wie die NHTSA weiter mitteilte.

Mercedes-Benz setzt mit Zahlen ganzen Sektor unter Druck

Autowerte stehen am Donnerstag wegen Mercedes-Benz auf der Schattenseite des DAX. Nach der Vorlage von Quartalszahlen und des Ausblicks gerieten die Aktien des Premium-Autobauers unter Druck. Im XETRA-Handel notierte die Mercedes-Benz-Aktie letztlich 1,45 Prozent tiefer bei 57,11 Euro. Erst auf dem Tief seit Ende Oktober und an der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 54,63 Euro verläuft, konnten sie sich dann stabilisieren.

Die Titel der anderen Autobauer BMW (-1,23 Prozent auf 88,36 Euro), VW (-0,29 Prozent auf 103,25 Euro) und Porsche AG (-0,07 Prozent auf 41,15 Euro) stehen ebenso unter Druck.

Laut den Experten von Index-Radar passen die Nachrichten von Mercedes in das schon länger bestehende Branchenbild. "Die Kombination aus massiv steigenden Investitionen in Elektromobilität und Softwarearchitektur, zunehmendem Wettbewerbsdruck - insbesondere aus Asien - sowie strukturellen Margenrisiken belastet die Visibilität nachhaltig", schrieben die Experten am Donnerstag. Der technologische Umbau binde Kapital, während die Branche operativ mit Preisdruck und Nachfrageschwankungen zu kämpfen habe.

Mercedes-Benz hatte für 2025 einen Gewinneinbruch vermeldet, der es in sich hat. Patrick Hummel von der UBS verwies dabei auf ein "sehr schwaches viertes Quartal". Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe die Konsensschätzung im Schlussquartal um 29 Prozent verfehlt, kommentierte Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research das Ergebnis, das nur auf der Umsatzseite besser aussehe.

Das Abschneiden der Pkw-Kernsparte im vergangenen Jahr wurde als Enttäuschung gewertet und in der Folge hat sich der Autobauer für das neue Jahr auch nur vorsichtige Ziele gesetzt. Das obere Ende der Margen-Zielspanne liege mit 5 Prozent unter dem Konsens, schrieb Reitman. Laut Analyst Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC herrscht Vorsicht mit Blick auf die Geschäfte in China und USA - letzteres zollbedingt.

Dass die für 2025 an die Aktionäre ausgezahlte Mercedes-Dividende von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken soll, war keine Belastung. Der Rückgang sei nicht so drastisch wie gedacht, hieß es hierzu von Händlerseite. UBS-Experte Hummel bezeichnete die Auszahlung gemeinsam mit der Barmittel-Entwicklung als solide. Das Cashflow-Ziel für 2026 bezeichnete Philippe Houchois von Jefferies sogar als "ermutigend" in einem Jahr des Übergangs.

dpa-AFX / DOW JONES

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