finanzen.net
20.03.2019 16:28
Bewerten
(0)

FMC-Aktie höher: Dialyseanbieter kuriert sich aus

Fresenius-Tochter im Fokus: FMC-Aktie höher: Dialyseanbieter kuriert sich aus | Nachricht | finanzen.net
Fresenius-Tochter im Fokus
DRUCKEN
Aus dem Medizinkonzern Fresenius und seiner auf Dialyse spezialisierten Tochter Fresenius Medical Care (FMC) kamen im vergangenen Jahr überraschend schlechte Nachrichten.
Doch inzwischen schwimmen die DAX-Unternehmen an der Börse wieder nach oben. Denn beide geloben eine schnelle Lösung ihrer Probleme. Was bei Fresenius Medical Care los ist, was die Experten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI FMC:

Gut eineinhalb Jahre musste der Dialyseanbieter auf das grüne Licht der US-Wettbewerbshüter warten. Die Prüfung zog sich hin, doch Ende Februar 2019 konnte FMC den auf Heimdialyse spezialisierten US-Medizintechnikanbieter NxStage Medical dann endlich übernehmen.

Der Entscheid aus den USA kam zur rechten Zeit: FMC hatte im vergangenen Jahr überraschend im Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Dialyse enttäuscht. Dort war das Unternehmen nicht so vorangekommen, wie es sich dank neuer regulatorischer Vorgaben ursprünglich erhofft hatte. So musste FMC bestimmte Medikamente, die neuerdings über die Dialysezentren verabreicht werden, am Ende niedriger dosieren als gedacht.

Auch die Veräußerung einiger Aktivitäten kostete Umsatz. Zudem ging die Zahl der Privatpatienten zurück, deren Behandlung für die Fresenius-Tochter lukrativer ist als die jener Nierenkranker, die über die staatlichen Systeme in den USA abgesichert sind. Daneben bremsten die Währungskrisen in einigen lateinamerikanischen Ländern die Entwicklung aus. Nach einem Ergebniszuwachs 2017 kam FMC damit überraschend wieder ins Stolpern, konnte seine Resultate dank des Verkaufs des Ärztenetzwerks Sound Inpatient Physicians aber aufbessern.

Im Jahresverlauf hatte FMC mehrmals zurückrudern müssen. Zweimal kürzte das Unternehmen seine Umsatzziele, auch die Gewinnziele wurden gekappt. Wegen der Probleme beim Dialyseanbieter musste auch die FMC-Mutter Fresenius ihre Ambitionen für 2018 eindampfen und strich anschließend auch noch die Gewinnprognosen für 2020 - wobei hier zusätzlich noch das stotternde Krankenhausgeschäft eine entscheidende Rolle spielte.

In seinem größten Markt USA steht FMC - wie die gesamte Pharmabranche auch - unter dem stetigen Kostendruck der Krankenkassen und des Staates. Der Konzern sucht nach passenden Wegen, diesem zu begegnen. Mit NxStage hat FMC womöglich nun ein Ass im Ärmel. Denn die Heimdialyse gilt als kostengünstiger. Erst kürzlich kursierten Medienberichte, wonach die staatliche Gesundheitsfürsorge an einem neuen Vergütungsansatz arbeitet, mit der sie verstärkt auf die Behandlung von Nierenpatienten zu Hause setzen wolle.

Neben seiner Investition in NxStage will FMC nun als Teil der Problemlösung im laufenden Jahr seine Kosten besser in den Griff bekommen. Gleichzeitig will das Unternehmen mehr in das eigene Wachstum investieren - etwa durch den Ausbau seines Geschäfts in Schwellenländern. Auch mehr Privatpatienten versucht der Konzern anzulocken. Hierzu dürfte wohl der Vertrieb mobilisiert werden.

Nach vorerst zurückhaltenden Prognosen für das Jahr 2019, in dem ein bereinigtes Konzernergebnis in der Nähe des Vorjahreswerts erwartet wird, verspricht FMC für 2020 wieder ein beschleunigtes Wachstum. Die Wartezeit bis dahin versüßt das Unternehmen den Anlegern mit einem Aktienrückkauf - gestartet Mitte März will FMC binnen der nächsten zwei Jahre eigene Papiere im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die Probleme bei FMC hatten bei Analysten zunächst für große Überraschung gesorgt. Erst nach einer Telefonkonferenz wurde richtig klar, dass das bisher surrende Kerngeschäft mit Dialyseleistungen nicht betroffen ist. Viele Experten zeigten sich erleichtert. Volker Braun vom Bankhaus Lampe hielt daher den Kurseinbruch der Aktie nach der Gewinnwarnung für übertrieben. FMC kämpfe vor allem mit Einmaleffekten, die dem Geschäftsmodell aus struktureller Sicht keinen Schaden antäten, argumentierte er. Er sah bereits im November eine einmalige Einstiegsgelegenheit in den Titel und gab daher eine - bis dato gültige - Kaufempfehlung aus.

Auch andere Beobachter sind zuversichtlich: Nach dem Übergangsjahr 2019 dürfte der Dialyseanbieter 2020 wieder auf den Wachstumsweg zurückfinden, schätzt etwa Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Und HSBC-Experte Richard Latz spricht inzwischen von einem vielversprechenden Ausblick des Unternehmens für das kommende Jahr. An der Börse hatte FMC nach Einschätzung von Stefan Röhle von Independent Research zuletzt zudem mit einer Dividendenerhöhung und dem Aktienrückkauf wieder für mehr Zuversicht sorgen können.

Doch es gibt auch zurückhaltende Stimmen: Marcus Wieprecht von Mainfirst hatte vor wenigen Wochen seine Kaufempfehlung für das Papier hingegen aufgegeben, weil aus seiner Sicht Unsicherheiten wie steigende Kosten in der Dialyse und beim Übergang zur Heimdialyse andauerten. Er sieht daher für die Aktie kaum noch Potenzial.

Mit seiner neutralen Haltung ist Wieprecht in guter Gesellschaft: Mit 11 von 21 im dpa-AFX Analyser erfassten FMC-Beobachtern votiert aktuell die Mehrheit mit "Halten", obwohl gleichzeitig fast alle der Aktie noch deutliches Kurspotenzial zutrauen. Eine Verkaufs-Empfehlung hat bisher kein Experte abgegeben. Im Schnitt liegt das Kursziel aller erfassten FMC-Kenner bei knapp 82 Euro.

DAS MACHT DIE FMC-AKTIE:

Wenn es auch nicht immer ohne Rückschläge ging, so arbeitete sich die FMC-Aktie doch in den vergangenen Jahren kontinuierlich vorwärts - bis sie im Februar 2018 den bisher höchsten Stand bei 93,82 Euro markierte. Den danach einsetzenden Gewinnmitnahmen und dem schwachen Börsenumfeld zum Trotz schaffte es die Aktie bis Oktober nahezu an dieses Niveau zurück - bis FMC Mitte desselben Monats seine Jahresziele kassierte.

Der Einbruch der Aktie kam prompt. Im Laufe des folgenden Handelstages verlor das Papier zeitweise fast ein Fünftel an Wert. Es dauerte, bis sich der Kurs stabilisierte, dann kam mit dem Rückpfiff der bisherigen Gewinnziele für 2020 durch die Mutter Fresenius im Dezember auch schon der nächste Rückschlag. Der war zutiefst verheerend: Bei 55,44 Euro erreichte die Aktie in der Folge Anfang Januar den tiefsten Stand seit Oktober 2014.

Mit den allgemein wieder anziehenden Börsen ist inzwischen auch die Erholung der FMC-Aktie wieder in Gang gekommen. Schub dürfte auch der zuversichtliche Ausblick des Managements gegeben haben, sodass das Papier aktuell wieder über 70 Euro notiert. Dabei dürfte zuletzt auch der Aktienrückkauf des Unternehmens gestützt haben. Zum Kurs vor dem großen Wertverfall im Oktober sind es gleichwohl immer noch rund 20 Prozent. Am Mittwoch können die FMC-Aktien in einem schwachen Marktumfeld 1,17 Prozent auf 71 Euro zulegen. Und auch das Mutterunternehmen Fresenius gewinnt 1,66 Prozent auf 49,63 Euro.

/tav/elm/fba

BAD HOMBURG (dpa-AFX)

Bildquellen: Fresenius Medical Care
Anzeige

Nachrichten zu Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
09.04.2019Fresenius Medical Care buyDeutsche Bank AG
01.04.2019Fresenius Medical Care buyGoldman Sachs Group Inc.
18.03.2019Fresenius Medical Care Sector PerformRBC Capital Markets
12.03.2019Fresenius Medical Care buyHSBC
11.03.2019Fresenius Medical Care buyKepler Cheuvreux
09.04.2019Fresenius Medical Care buyDeutsche Bank AG
01.04.2019Fresenius Medical Care buyGoldman Sachs Group Inc.
12.03.2019Fresenius Medical Care buyHSBC
11.03.2019Fresenius Medical Care buyKepler Cheuvreux
05.03.2019Fresenius Medical Care buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.03.2019Fresenius Medical Care Sector PerformRBC Capital Markets
07.03.2019Fresenius Medical Care HoldJefferies & Company Inc.
05.03.2019Fresenius Medical Care HaltenDZ BANK
21.02.2019Fresenius Medical Care HaltenIndependent Research GmbH
21.02.2019Fresenius Medical Care NeutralCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Oster-Wochenende -- Tesla kündigt nach Video von Autobrand in Shanghai Untersuchung an -- Gewinnmitnahmen bei Wirecard-Aktie -- Pinterest-Aktie mit fulminantem Börsendebüt

Apple nimmt zweite Roboter-Linie zum iPhone-Recycling in Betrieb. PUMA-Aktionäre segnen Aktiensplit ab. Samsung nimmt Falt-Handy wegen möglicher Mängel unter die Lupe. 3,4 Milliarden Dollar: Cannabis-Megadeal in Nordamerika eingefädelt. Nestlé: Robuster Start ins neue Geschäftsjahr. US-Versicherer Travelers steigert Gewinn.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier gibt es die beliebtesten Jobs
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht sich derzeit starker Kritik ausgesetzt. Zu Recht?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Amazon906866
Apple Inc.865985
Scout24 AGA12DM8
TeslaA1CX3T
Allianz840400
CommerzbankCBK100
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
BASFBASF11
BMW AG519000
E.ON SEENAG99
BayerBAY001
Aurora Cannabis IncA12GS7