HENSOLDT-Aktie verliert: Starke Auftragslage dank Rüstungsboom - So reagieren Rheinmetall, RENK und TKMS

Der weltweite Rüstungsboom hat beim Radar-Spezialisten HENSOLDT im vergangenen Jahr für einen Auftragsrekord und einen deutlichen Gewinnanstieg im Tagesgeschäft gesorgt.
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"Die geopolitische Lage zwingt Europa zu einer nachhaltigen Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit. Das sehen wir nicht nur in steigenden Budgets, sondern seit dem letzten Halbjahr auch in beschleunigten und konkreten Beschaffungsentscheidungen", sagte Konzernchef Oliver Dörre laut Mitteilung vom Donnerstag im bayerischen Taufkirchen. Analysten hatten sich allerdings mehr von Zahlen und Ausblick erhofft.
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie schrieb in einer ersten Einschätzung, der operative Ausblick liege im Mittelpunkt um zwei Prozent unter den Markterwartungen. Auch falle die Dividende enttäuschend aus, und im Schlussquartal habe HENSOLDT ebenfalls etwas schwächer abgeschnitten als gedacht - das gelte aber nicht für die Entwicklung beim freien Barmittelfluss und dem Auftragseingang.
Insgesamt waren nach Angaben von HENSOLDT bis Jahresende 2025 Buchungen im Wert von gut 4,7 Milliarden eingegangen, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Deutschland sei dabei wesentlicher Treiber gewesen. Gefragt waren insbesondere Luftverteidigungsradare, etwa für den Eurofighter. Aber auch im Geschäft mit optischen und optoelektronischen Geräten der Sparte Optronics lief es rund - dort verdoppelten sich die Aufträge, und HENSOLDT zog beispielsweise Orders rund um die Kampfpanzer Leopard 2 und das Spähfahrzeug Luchs 2 an Land.
Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zu. Für 2026 konkretisierte der Vorstand seine Ziele und erwartet einen Erlösanstieg auf zirka 2,75 Milliarden Euro. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) soll auf 18,5 bis 19,0 Prozent steigen. Analysten waren bisher beim Umsatz etwas optimistischer und lagen mit Blick auf die Marge im Schnitt zuletzt bereits am oberen Ende der prognostizierten Bandbreite.
Im vergangenen Jahr hatte HENSOLDT seine Profitabilität von zuvor 18,1 auf 18,4 Prozent steigern können. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um knapp 12 Prozent auf 452 Millionen Euro. Den Aktionären winkt nun eine Dividendenerhöhung um 0,05 auf 0,55 Euro.
Barclays belässt Hensoldt auf 'Equal Weight' - Ziel 97 Euro
Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für HENSOLDT mit einem Kursziel von 97 Euro auf "Equal Weight" belassen. Der starke Auftragseingang kompensiere den leicht schwächeren Gewinn, schrieb Afonso Osorio am Donnerstag nach den Zahlen des Herstellers von Rüstungsgütern.
Rüstungsaktien tiefer
Via XETRA gab die HENSOLDT-Aktie am Donnerstag schließlich um 4,31 Prozent auf 76,65 Euro nach. Damit setzt sich die jüngste Talfahrt weiter fort und das bisherige Jahresplus reduziert sich auf knapp 6 Prozent. Seitdem die Aktie Mitte Oktober 2025 ein Rekordhoch markiert hatte, hat sie aber rund ein Drittel an Wert verloren. Bereits im vergangenen November enttäuschte HENSOLDT die Investoren mit seinen Mittelfristprognosen, was zu Kurseinbußen führte.
Die Konkurrenten notieren ebenso leichter: Papiere von Rheinmetall verloren 0,48 Prozent auf 1.674,00 Euro, für RENK ging es 0,14 Prozent auf 58,13 Euro abwärts und TKMS gewann 0,96 Prozent auf 94,85 Euro.
TAUFKIRCHEN (dpa-AFX)
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