23.05.2012 17:17

Facebook - der ganz normale Wahnsinn

Grüner Fisher-Kolumne: Facebook - der ganz normale Wahnsinn | Nachricht | finanzen.net
Grüner Fisher-Kolumne
Thomas Grüner
Folgen
Ein Börsengang für die Geschichtsbücher
Werbung
Der größte Internet-Börsengang aller Zeiten ist vollbracht. Facebook und die Alteigentümer haben 421 Millionen Aktien verkauft und damit rund 16 Milliarden US-Dollar eingenommen. Insgesamt belief sich der Wert des Unternehmens zum Börsenstart auf 104 Milliarden US-Dollar. Damit hat Facebook eine deutlich größere Marktkapitalisierung als deutsche Aktienschwergewichte wie Siemens oder VW. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte erreicht damit ihren vorläufigen Höhepunkt.

Ob Banken, Großinvestoren oder Kleinanleger – jeder hat dabei natürlich versucht, am Erfolg dieses Mega-Börsengangs zu partizipieren. Der Börsenbetreiber Nasdaq lockerte sogar die Aufnahmeregelung in den Technologieindex Nasdaq 100, um den Börsengang einläuten zu dürfen. Dabei sein ist alles. Nach der überschäumenden Euphorie, die den Aktienpreis letztendlich am ersten Handelstag bis auf 45 US-Dollar ansteigen ließ, ist jetzt der Katzenjammer groß. Die Medien – die den Börsengang am Freitagnachmittag noch als Raketenstart beschrieben hatten – titeln jetzt mit dem „Facebook-Fiasko“. Zeit für eine rationale Analyse.

Übermut tut selten gut

Bereits am ersten Handelstag zeichnete sich ein baldiges Ende der Euphorie ab. Technische Probleme verursachten eine Verzögerung des Handelsbeginns - ein schlechtes Omen. Nur durch Stützkäufe der begleitenden Banken konnte der Schlusskurs der Aktie das Niveau des Ausgabekurses von 38 US-Dollar halten. Der zweite Handelstag sorgte dann endgültig für lange Gesichter bei den Investoren: Der Aktienkurs begab sich deutlich auf Talfahrt und notiert heute nur noch bei rund 30 US-Dollar. Mittendrin im Getümmel: Spekulativ orientierte Anleger. Die überzogene Erwartungshaltung wird in den Basisdaten zahlreicher angebotener Optionsscheine verdeutlicht: Um im Geld zu landen, muss teilweise das Kursziel von 60 US-Dollar erreicht werden – bei einer Laufzeit von drei oder vier Monaten. Viele dieser Scheine hatten schon nach den ersten beiden Handelstagen 80 bis 90 % ihres Wertes verloren. Schnell viel Geld verdienen zu wollen bedeutet an der Börse meist das Gegenteil. Geduld ist oft der bessere Ratgeber.

Langfristiges Potential

Facebook hat sicherlich einige Voraussetzungen, um auch an der Börse seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben zu können. Die extreme Überbewertung wurde bereits in den ersten Handelstagen deutlich korrigiert. Sukzessive Umsatz- und Gewinnsteigerungen sind sehr wahrscheinlich – auch wenn das Mitgliederwachstum des globalen Netzwerks bald an seine natürlichen Grenzen stoßen wird.

Letztendlich wurden in den vergangenen Tagen per Saldo keine Milliardensummen verbrannt, sondern nüchtern betrachtet eher durch das rasante Wachstum des Unternehmens in den letzten Jahren überhaupt erst generiert. Auch bei vergangenen Erfolgsgeschichten wie Apple oder Google kam der Erfolg nicht über Nacht.

Fazit

Die Gier ist bei diesen Börsengängen kein guter Ratgeber. Der Traum von der schnellen Rendite ist jetzt erst einmal ausgeträumt. Langfristig orientierten Anlegern bieten sich nach dem ersten Kursrutsch Chancen. Facebook kann durchaus auch an der Börse zu einer Erfolgsstory werden. Ähnlich wie Google dies bereits bewiesen hat, muss Facebook jetzt erst einmal seine hohen Mitglieder- und Nutzerzahlen in Umsätze und Gewinne umsetzen. Der Weg dahin wird für die Investoren noch manche Überraschung bereithalten.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Ausgewählte Hebelprodukte auf Meta Platforms (ex Facebook)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Produkte auf Meta Platforms (ex Facebook)
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Hebel
KO
Emittent
Laufzeit

Nachrichten zu Meta Platforms (ex Facebook)

  • Relevant
    5
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Künstliche Intelligenz
NVIDIA- und Meta-Aktien vorbörslich unter Druck: NVIDIA und Facebook bauen Supercomputer für das Metaversum
Der Facebook-Riese Meta hat sich seit längerem der Idee verschrieben das Metaversum voranzutreiben. Dabei hat der Konzern jüngst einen wichtigen Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit Hardware-Spezialist NVIDIA wurde ein neuer Supercomputer gebaut, der in Sachen Künstlicher Intelligenz neue Maßstäbe setzen soll.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Meta Platforms (ex Facebook)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
24.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) BuyGoldman Sachs Group Inc.
20.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) BuyUBS AG
18.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) OverweightJP Morgan Chase & Co.
28.12.2021Meta Platforms (ex Facebook) BuyJefferies & Company Inc.
17.11.2021Meta Platforms (ex Facebook) BuyGoldman Sachs Group Inc.
24.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) BuyGoldman Sachs Group Inc.
20.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) BuyUBS AG
18.01.2022Meta Platforms (ex Facebook) OverweightJP Morgan Chase & Co.
28.12.2021Meta Platforms (ex Facebook) BuyJefferies & Company Inc.
17.11.2021Meta Platforms (ex Facebook) BuyGoldman Sachs Group Inc.
18.03.2019Facebook HoldNeedham & Company, LLC
01.02.2019Facebook NeutralUBS AG
07.01.2019Facebook NeutralNomura
26.11.2018Facebook HaltenDZ BANK
26.07.2018Facebook NeutralUBS AG
05.12.2019Facebook ReduceHSBC
31.01.2019Facebook SellPivotal Research Group
31.10.2018Facebook SellPivotal Research Group
12.10.2018Facebook SellPivotal Research Group
06.07.2018Facebook SellSociété Générale Group S.A. (SG)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Meta Platforms (ex Facebook) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt noch kostenlos anmelden!

Kryptowährungen versprechen viel Potenzial und Rendite. Doch bisher benötigte man ein Wallet und musste den Markt selbstständig einschätzen, um in Crypto-Assets zu investieren. Im Online-Seminar um 18 Uhr gibt Star-Investor Jan Beckers einen Ausblick auf neue Investitionsmöglichkeiten im Krypto-Markt.
Schnell noch anmelden!
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Dow leichter erwartet -- DAX legt zu -- ifo-Index über Erwartungen -- EVOTEC kooperiert mit Boehringer -- IBM mit starkem Umsatzsprung -- NVIDIA, Meta, VW, Credit Suisse im Fokus

Tankkarten-Anbieter DKV will anscheinend an die Börse. J&J steigert Umsatz. Bayer beteiligt sich an künftigem Hersteller von Zelltherapien. Verizon verdient mehr als erwartet und gibt optimistische Prognose. Raytheon Technologie will weiter wachsen. BioNTech und Pfizer starten klinische Studie zu Omikron-Impfstoff. Rio Tinto-Aktie stärker: Einigung auf milliardenschweres Bergbauprojekt in der Mongolei.

Umfrage

Halten Sie es für richtig, dass die EZB an ihrer lockeren Geldpolitik festhält?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln