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27.09.2021 15:16

ING-Aktie legt zu: ING Deutschland will Echtzeitzahlungen bald auch für Privatkunden ermöglichen

Instant Payments: ING-Aktie legt zu: ING Deutschland will Echtzeitzahlungen bald auch für Privatkunden ermöglichen | Nachricht | finanzen.net
Instant Payments
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Überweisungen in Sekundenschnelle sind seit Jahren möglich - nun sollen auch Privatkunden der Direktbank ING Deutschland sogenannte Instant Payments nutzen können.
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"Wir wollen das bis Ende dieses Jahres auch unseren Privatkunden anbieten. Zunächst für eingehende Zahlungen, im kommenden Jahr dann auch für ausgehende Zahlungen", sagte ING-Deutschland-Chef Nick Jue der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Kostenlos werden solche Turbo-Überweisungen wie bei anderen Banken auch voraussichtlich nicht sein, wie ein ING-Deutschland-Sprecher erklärte: Bezüglich eines Preises für ausgehende Echtzeitzahlungen werde sich das Institut am Markt orientieren.

Unter Instant Payments versteht man Zahlungen von Konto zu Konto, die rund um die Uhr in Sekundenschnelle abgewickelt werden. Bei solchen Echtzeitzahlungen kann der Empfänger sofort nach Absenden der Zahlung über den erhaltenen Betrag verfügen. Bisher wurde das Geld meist erst am nächsten Bankarbeitstag verbucht. Wer zum Beispiel sein altes Auto privat verkauft, musste bislang zumindest das Risiko einkalkulieren, dass der Käufer nicht zahlt. Wird ein solches Geschäft per Echtzeitzahlung abgewickelt, kann der Verkäufer direkt kontrollieren, ob das Geld auf seinem Konto angekommen ist.

In Europa sind seit dem 21. November 2017 die "SCT Inst" genannten schnellen Überweisungen möglich. Noch am selben Tag testete die zum italienischen UniCredit-Konzern gehörende Hypovereinsbank (HVB) das System, seit dem 27. November 2017 können HVB-Kunden über das Online-Banking Überweisungen in Echtzeit in Auftrag geben. Mitte Juli 2018 zogen die Sparkassen nach, auch Deutsche Bank und Commerzbank sowie diverse Genossenschaftsbanken bieten den Service an.

Der von Experten erhoffte Schub für diese Art des bargeldlosen Zahlens jedoch blieb aus. Etliche Geldhäuser verzichten bis heute auf Instant Payments, wie der Branchennewsletter "finanz-Szene.de" kürzlich aufzeigte, der zudem über den Instant-Payments-Start für Firmenkunden bei der Direktbank ING berichtete.

Den durchschlagenden Erfolg erwartet auch ING-Deutschland-Chef Jue durch die Einführung für Privatkunden nicht, wie er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte: "Wir müssen das im Angebot haben. Ob das wirklich so stark genutzt wird, da bin ich skeptisch."

Europaweit ist noch Luft nach oben. Der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss (European Payments Council) listet aktuell 2304 Zahlungsdienstleister aus 24 Ländern des sogenannten Sepa-Raums auf, die Instant Payments anbieten. Das seien 59 Prozent der Zahlungsdienstleister in Europa.

Im Zahlungsverkehrsraum Sepa ("Single Euro Payments Area") sollen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisiert und so beschleunigt werden. Dieser einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum umfasst die 27 EU-Staaten sowie außerdem: Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco, San Marino, Andorra, den Staat Vatikanstadt und das Vereinigte Königreich. Die EU-Kommission hatte das Ziel ausgegeben, das sekundenschnelle Bezahlen bis Ende 2021 in der ganzen Europäischen Union zum Standard machen.

In Amsterdam klettert die ING-Aktie derzeit um 3,32 Prozent auf 12,312 Euro.

/ben/DP/zb

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Tupungato / Shutterstock.com

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