05.03.2020 17:58

Merck-Aktie letztlich höher: Merck übertrifft im 4. Quartal Erwartungen und will weiter wachsen

Jahresziele erreicht: Merck-Aktie letztlich höher: Merck übertrifft im 4. Quartal Erwartungen und will weiter wachsen | Nachricht | finanzen.net
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Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im vierten Quartal mehr verdient und umgesetzt als erwartet und seine Jahresziele erfüllt.
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Die Aktionäre sollen eine um 5 Cent höhere Dividende von 1,30 Euro je Aktie erhalten. Auch im laufenden Jahr will die Merck KGaA aus Darmstadt weiterhin profitabel wachsen. Der Ausblick ist jedoch angesichts der noch unklaren Auswirkungen der aktuellen Coronavirus-Epidemie mit Unsicherheiten behaftet.

In den drei Monaten per Ende Dezember stieg der Umsatz um 12,7 Prozent auf 4,38 Milliarden Euro. Das organische Wachstum lag, weiterhin getragen von den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science, bei 4,3 Prozent. Hinzu kamen günstige Währungseffekte von 2,2 Prozent und ein Portfolioeffekt von 6,2 Prozent, der vor allem auf die Akquisition von Versum zurückzuführen ist.

Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA pre) kletterte um 27 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn brach auf 318 Millionen Euro ein, von 2,45 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter Basis verdiente Merck je Aktie mit 1,54 Euro 26,2 Prozent mehr.

So lief es für die einzelnen Sparten

Größtes Zugpferd war für Merck 2019 wie erwartet die Laborsparte, in der die Umsätze um elf Prozent zulegten. Dabei liefen die Geschäfte vor allem im Bereich Process Solutions wieder rund. Hier bietet Merck Dienstleistungen und Produkte rund um die Arzneimittelherstellung an. In der Pharmasparte gab es ein Umsatzplus von 7,5 Prozent. Das verdankt Merck unter anderem seinem neuen Medikament Mavenclad zur Behandlung Multipler Sklerose, das sich besser verkaufte als erwartet. Hierfür hatte der Konzern erst im vergangenen Jahr eine lang ersehnte Zulassung in den USA erhalten.

In der seit einiger Zeit problembehafteten Sparte der Spezialmaterialien konnte sich Merck nur dank seiner jüngsten Zukäufe und günstiger Währungseffekte über Wasser halten. Die Erlöse legten um sieben Prozent zu, aus eigener Kraft sanken sie wie erwartet um sechseinhalb Prozent. Merck macht vor allem das Geschäft mit Flüssigkristallen zu schaffen, die etwa zur Produktion von Smartphones und Displays benötigt werden. Hier macht eine wachsende Konkurrenz aus Asien Druck. Dazu bekam Merck bei seinem Pigmentgeschäft etwa für Autolacke das raue Umfeld zu spüren. Man werde das Geschäft aber behalten, betonte Oschmann.

Der Fokus soll nun auf die Halbleiterindustrie verlegt werden. Hier verspricht sich der Konzern angesichts des Trends zur vernetzten Industrie, immer leistungsfähigeren Prozessoren, künstlicher Intelligenz und des regelmäßig steigenden Datenvolumens hohe Wachstumschancen. Um die Position hier zu stärken, haben sich die Darmstädter zuletzt den US-Halbleiterzulieferer Versum sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular einverleibt. Nach Abschluss des 5,8 Milliarden Euro teuren Versum-Deals Anfang Oktober war das Management davon ausgegangen, dass die US-Amerikaner im restlichen Geschäftsjahr 270 Millionen Euro an Umsatz beisteuern würden. Am Ende waren es 250 Millionen. Unter anderem entwickelte sich der Chip-Markt zuletzt nicht ganz so gut wie vom Konzern erhofft.

Für 2020 erwartet Merck auf Konzernebene ein solides organisches Umsatzwachstum und einen starken organischen Anstieg des bereinigten EBITDA. Allerdings seien die möglichen Auswirkungen der aktuellen Coronavirus-Epidemie auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und auf das Geschäft von Merck derzeit schwer zu bestimmen.

Nach dem derzeit angenommenen Szenario rechnet Merck damit, dass die Coronavirus-Epidemie im ersten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht und dann im Laufe des zweiten Quartals abklingt. Unter dieser Annahme sollte sich die Epidemie 2020 mit einem negativen Effekt von minus 1 Prozent im Konzernumsatz niederschlagen, teilte der Pharma- und Chemiekonzern mit. Dies stehe noch im Einklang mit der Prognose für 2020. Sollte sich die Krise jedoch ausweiten oder gar eine globale Rezession auslösen, würde das Unternehmen die Geschäftsprognose anpassen.

Momentan rechnet das Management damit, dass die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 im ersten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreichen wird und im Laufe des zweiten Quartals abklingt. In diesem Szenario dürfte die Epidemie die Umsätze im Gesamtjahr um 1 Prozent belasten, was sich vor allem im ersten Quartal bemerkbar machen soll.

Grundlegend behält sich Merck dabei eine Anpassung der Prognose vor, sollte sich die Krise ausweiten oder gar eine globale Rezession auslösen. "Wir sagen nicht, dass das in unserer Prognose enthaltene Szenario das Wahrscheinlichste ist", merkte Oschmann diesbezüglich an. Es sei nur das Einzige, das sich zur Zeit einigermaßen seriös quantifizieren lasse.

Generell dürften die Auswirkungen je nach Industrie unterschiedlich ausfallen, sagte der Vorstandschef weiter. Mit Blick auf die Lieferkette und mögliche befürchtete Engpässe seien etwa Generikahersteller besonders abhängig von China. In dem Bereich ist Merck aber nicht mehr aktiv. Abgesehen davon stelle der Konzern seine wichtigsten Medikamente auch noch selbst in Europa her. "Da ist China mehr auf uns angewiesen als umgekehrt", sagte Oschmann. In China, wo das Unternehmen mehr als 4000 Menschen beschäftigt, normalisiere sich zudem die Lage. Die Mitarbeiter kehren wieder in die Büros zurück.

Merck KGaA-Aktien nähern sich nach Zahlen dem Rekordhoch - aber nur kurz

Aktien der Merck KGaA sind am Donnerstag nach Geschäftszahlen und dem Ausblick für 2020 im XETRA-Handel zeitweise um bis zu 6,07 Prozent auf 121,50 Euro geklettert. Bei 125,95 Euro hatten sie im Vormonat ein Rekordhoch markiert, bevor auch die Papiere der Darmstädter die Coronavirus-Krise erwischte. Am Nachmittag mussten sie sich zwischenzeitlich dem Druck des Gesamtmarktes beugen und rutschten ins Minus. Zum XETRA-Handelsschluss verbuchte das Papier aber einen Aufschlag von 0,31 Prozent auf 114,90 Euro.

Analysten zogen aus der Bilanzvorlage vornehmlich positive Schlüsse. Bernstein-Experte Wimal Kapadia sowie Barclays-Analystin Emily Field schrieben in ihrer jeweiligen Ersteinschätzung von einem "ordentlichen" vierten Quartal. Bei JPMorgan und dem Analysehaus Pareto war sogar von "starken" Resultaten die Rede.

Mit Blick auf die Prognose für 2020 fielen die Reaktionen indes unterschiedlich aus. Für die Analysten der Häuser Pareto und Kepler Cheuvreux deutet der Ausblick auf ein solides Wachstum hin. Bernstein-Analyst Kapadia rechnet dagegen damit, dass die Marktschätzungen nun etwas zurückgehen dürften. Und Barclays-Expertin Field findet, dass der Ausblick generell mehr Fragen aufwerfe, als er Antworten gebe. Mit einem Dividendenvorschlag von 1,30 Euro je Aktie für das abgelaufene Jahr hatten die Analysten am Markt in etwa gerechnet. Zuvor hatten die Aktionäre 1,25 Euro erhalten.

/ag/jha/

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