MÄRKTE EUROPA/Neuerlicher Rücksetzer - Trump in Davos versöhnlich
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DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch mit kleinen Verlusten geschlossen. Der DAX gab um 0,6 Prozent auf 24.561 Zähler nach, der Euro-Stoxx-50 verlor leicht auf 5.883 Punkte. Für einen kurzfristigen Abverkauf um die Mittagszeit sorgte die Nachricht, dass das Europäische Parlament das Mercosur-Abkommen nicht wie erwartet durchgewunken hat. Stattdessen soll es an den Europäischen Gerichtshof weitergeleitet werden. Dies könnte den erhofften Freihandel nicht nur um zwei Jahre verzögern, sondern ihn ganz zum Scheitern bringen. Mit Blick auf den für die EU so wichtigen freien Welthandel und den US-Protektionismus erntete diese Uneinigkeit in Brüssel Kopfschütteln an der Börse.
Trumps Rede sorgt für Erleichterung, aber keine Entwarnung
Die Reaktion auf Trumps Rede in Davos verhalf den Kapitalmärkten zu einer Erholung vom Tagestief. Marktstratege Neil Wilson von Saxomarkets nahm eine steigende Risikobereitschaft wahr. Risiko-Assets wie Aktien erholten sich und Gold gab nach, als Trump in einer ausschweifenden Rede in Davos den Einsatz von Gewalt zum Erwerb Grönlands auszuschließen schien. "Ich werde keine Gewalt anwenden", sagte er, was eine sofortige Reaktion an den Märkten auslöste. Er bekräftigte jedoch seinen Wunsch, die Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit zu erwerben. Für Wilson haben die Kommentare die Sorgen des Marktes vor dem Extremrisiko einer US-Invasion in Grönland gemildert, aber sie beruhigten nicht die Bedenken hinsichtlich der Zölle gegen mehrere europäische Nationen und der Gefahr eines eskalierenden Handelskrieges zwischen der EU und den USA.
Qiagen stellt sich ins Schaufenster
Im DAX sprangen Qiagen um 4,9 Prozent auf 46,25 Euro. Die Analysten von Jefferies sahen bei Qiagen den Grund in einem Bloomberg-Bericht, wonach der Biopharmakonzern strategische Optionen - einschließlich eines Verkaufs - prüft. Auch wenn sich das Unternehmen nicht dazu geäußert habe, falle der Zeitpunkt günstig aus - nach dem jüngsten Ausscheiden des CEO. Das Portfolio von Qiagen betrachten die Analysten als hochgradig differenziert und potenziell unterstützend für einen Übernahmepreis von rund 60 US-Dollar oder eben 51,20 Euro je Aktie.
Daneben gab es erste Eckdaten zur Geschäftsentwicklung in 2025 von Traton (+6,1%) und Continental (-0,7%). "Anleger hatten schwächere Daten erwartet", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Traton-Daten. Positiv hob er zum einen hervor, dass der Netto-Cashflow mit 1,643 Milliarden Euro oberhalb der Zielspanne von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro ausgefallen sei. Zum anderen habe aber auch die Marge nicht negativ überrascht.
Bei Continental wiederum lag im vierten Quartal das bereinigte EBIT 7 Prozent unter dem Bloomberg-Konsens und um 3 Prozent unter der Schätzung von JP Morgan. Dies sei vor allem auf eine schwächere Volumenentwicklung als erwartet bei Contitech zurückzuführen, die Umsätze seien hier im vierten Quartal die niedrigsten aller Quartale 2025 gewesen.
Aixtron schlossen nach einer Hochstufung durch JP Morgan auf Overweight gleich 11,1 Prozent im Plus.
Kursgewinner in Europa war der Rohstoffsektor, der um 3,6 Prozent zulegte. Treiber waren unter anderem starke Geschäftszahlen von Rio Tinto (+5,2%). Der Bergbaukonzern meldete für das vierte Quartal 2025 Ergebnisse, die die Konsensschätzungen übertrafen, wobei die Kupferproduktion 10 Prozent über der Konsensschätzung lag. Der Kupferpreis ist in den zurückliegenden Wochen auf Rekordstände geklettert. Der große Goldförderer Endeavour Mining gewann 1,7 Prozent.
Danone brachen um 8,4 Prozent ein. Nach der Deutschen Bank am Dienstag hat sich nun auch die Bank of America skeptisch geäußert. Von der Deutschen Bank hieß es, dass sich das Wachstum der chinesischen Importe von Babynahrung verlangsamt habe. Die Veröffentlichung der chinesischen Regierung, wonach die Geburtenrate im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf ein Rekordtief von ca. 7,92 Millionen Geburten gesunken sei, verstärke die Sorge, dass Unternehmen im Bereich Säuglingsnahrung mit China-Geschäft neu bewertet werden müßten.
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Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn*
Euro-Stoxx-50 5.882,88 -0,2% +1,7%
Stoxx-50 5.011,65 -0,3% +2,2%
Stoxx-600 602,67 -0,0% +1,8%
XETRA-DAX 24.560,98 -0,6% +0,9%
FTSE-100 London 10.126,78 k.A. +3,1%
CAC-40 Paris 8.069,17 +0,1% -1,1%
AEX Amsterdam 993,94 +0,3% +4,2%
ATHEX-20 Athen 5.659,15 +0,5% +5,2%
BEL-20 Bruessel 5.255,84 +0,1% +3,4%
BUX Budapest 121.308,37 +0,0% +9,2%
OMXH-25 Helsinki 5.796,22 +1,0% +2,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 12.728,18 k.A. +13,7%
OMXC-20 Kopenhagen 1.717,90 -1,5% +8,5%
PSI 20 Lissabon 8.460,36 -0,0% +2,4%
IBEX-35 Madrid 17.439,50 +0,1% +2,1%
FTSE-MIB Mailand 44.488,36 -0,5% -1,0%
OBX Oslo 1.646,61 +0,4% +2,6%
PX Prag 2.670,63 +0,8% -1,3%
OMXS-30 Stockholm 2.988,02 +0,4% +3,2%
WIG-20 Warschau 3.262,89 -0,2% +2,7%
ATX Wien 5.410,16 +0,7% +0,8%
SMI Zuerich 13.156,81 -0,1% -0,7%
*bezogen auf Vortagesschluss
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1705 -0,1% 1,1721 1,1733 -0,2%
EUR/JPY 185,14 -0,1% 185,38 185,31 +0,7%
EUR/CHF 0,9284 +0,3% 0,9259 0,9268 -0,5%
EUR/GBP 0,8717 -0,0% 0,8719 0,8717 -0,0%
USD/JPY 158,18 +0,0% 158,17 157,94 +0,9%
GBP/USD 1,3427 -0,1% 1,3444 1,3460 -0,2%
USD/CNY 6,9991 +0,0% 6,9966 6,9959 -0,4%
USD/CNH 6,9595 +0,1% 6,9558 6,9553 -0,3%
AUS/USD 0,6764 +0,4% 0,6734 0,6743 +0,9%
Bitcoin/USD 87.630,40 -0,8% 88.340,40 90.682,50 +1,0%
ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 60,39 60,36 +0,0% 0,03 +4,6%
Brent/ICE 64,89 64,92 -0,0% -0,03 +5,9%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 4.825,83 4.763,50 +1,3% 62,33 +10,3%
Silber 93,27 94,60 -1,4% -1,33 +32,7%
Platin 2.166,63 2.105,12 +2,9% 61,51 +20,1%
Kupfer 5,79 5,81 -0,4% -0,02 +1,8%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(Angaben ohne Gewähr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/cln
(END) Dow Jones Newswires
January 21, 2026 12:04 ET (17:04 GMT)
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