MÄRKTE USA/Wall Street dürfte Unwägbarkeiten weiter trotzen

27.01.26 14:23 Uhr

DOW JONES--Die Stimmung an der Wall Street ist besser als von etlichen Marktbeobachtern vorausgesagt. Denn auch am Dienstag stehen die Börsenampeln auf Grün, der Aktienterminmarkt deutet einen etwas festeren Handelsbeginn am Kassamarkt an. Beim marktbreiten S&P-500 könnte sogar ein Allzeithoch winken. Das Prinzip "Sell America" scheint am Aktienmarkt anders als beim Dollar keine große Rolle zu spielen. Die jüngste Eskalation mit neuen US-Zolldrohungen gegen Kanada scheint Anleger genauso wenig zu schrecken wie die Möglichkeit eines neuen teilweisen Regierungsstillstands ab Freitag.

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"Diese Woche ist entscheidend für die kurzfristige Marktstimmung im weiteren Verlauf des Jahres 2026. Die Geschichte zeigt, dass ein starker Januar oft den Rahmen für den Rest des Jahres vorgibt, wobei die Anlegerpsychologie eine übergeordnete Rolle spielt", bemüht Chefmarktstratege Chris Brigati von SWBC die Geschichte. Im Haushaltsstreit um die Finanzierung der Heimatschutzbehörde (ICE) schickt US-Präsident Donald Trump nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten seinen Grenzbeauftragten Tom Homan nach Minneapolis. Beobachter werten dieses Vorgehen als Versuch der Deeskalation und Aufarbeitung der Geschehnisse.

Am Dienstag beginnt die zweitägige Sitzung der US-Notenbank. Von der Fed wird keine Änderung des Leitzinses erwartet. Da sich die Amtszeit von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell dem Ende zuneigt, könnte er seine übliche rhetorische Zurückhaltung aufgeben. Insofern versprechen seine Kommentare am Mittwoch spannender zu werden als üblich. Im frühen Handel wird der Index des Verbrauchervertrauens für Januar veröffentlicht, Volkswirte rechnen mit einer leichten Verbesserung.

Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen notieren etwas höher - im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,23 Prozent. Obwohl allgemein erwartet wird, dass die Fed die Zinssätze am Mittwoch unverändert lassen wird, "werden die Märkte sehr empfindlich auf jegliche Zinsprognose reagieren (...)", mutmaßt Analyst Konstantinos Chrysikos von Kudotrade. Entsprechende Verlautbarungen dürften Anleihen und Dollar in Bewegung versetzen.

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Der US-Dollar bleibt unter den dritten Tag in Folge Druck, der Dollar-Index büßt weitere 0,4 Prozent ein. Starke Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer gingen wohl zulasten des Greenbacks. Zu den Risiken für den Dollar in dieser Woche zählten möglicherweise schwache US-Emissionen.

Die Goldpreise (+1,6%) ziehen wieder an und marschieren Richtung 6.000 Dollar pro Feinunze - Silber legt noch deutlicher zu. Dollar-Schwäche und die geopolitische Verunsicherung stützen. Händler verweisen zudem auf die hohen Verschuldungsquoten der Staaten und die anhaltenden Käufe der Notenbanken. Yardeni Research rechnet mit einem Goldpreisanstieg auf 6.000 Dollar je Unze noch in diesem Jahr und mit 10.000 Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts.

Am Erdölmarkt tut sich derweil wenig - die Preise sinken ganz leicht. "Trotz der jüngsten Rally wird die Stimmung von der Erwartung belastet, dass die weltweite Ölförderung die Nachfrage weiterhin übertreffen wird, zumal Kasachstan die Wiederaufnahme der Produktion im Tengiz-Feld vorbereitet und Chevron mehr venezolanisches Rohöl auf die Märkte bringt", meint MUFG-Analystin Soojin Kim von MUFG.

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Am Aktienmarkt klettern Werte mit KI-Bezug, nachdem der Sektor in Asien besonders gut gelaufen ist. Micron Technology teilte zudem mit, dass das Unternehmen aufgrund der stark steigenden Nachfrage nach Speicherchips in den nächsten zehn Jahren rund 24 Milliarden US-Dollar in Singapur investieren werde - der Kurs steigt vorbörslich um 4,6 Prozent. Berichte über eine Kooperation der südkoreanischen SK Hynix mit Microsoft (+0,6%) kommen ebenfalls gut an. CoreWeave und Oracle steigen um 5,2 bzw. 0,6 Prozent.

US-Gesundheitstitel geraten unter Druck, nachdem die Trump-Regierung eine sehr niedrige Anhebung der Sätze für die Medicare-Versicherung vorgeschlagen hat - Analysten hatten mit deutlich höheren Aufschlägen gerechnet. UnitedHealth brechen um 18,5 Prozent ein, zusätzlich belasten von schwachen Geschäftszahlen. Die Krankenversicherung hat im vierten Quartal unter anderem wegen massiver Belastungen nur noch einen marginalen Gewinn verzeichnet. Für das laufende Jahr stellt Unitedhealth einen möglichen Umsatzrückgang in Aussicht. Die Aktien der Mitbewerber Humana und CVS Health stürzen um 16,8 bzw. 13,3 Prozent ab.

Boeing verlieren 0,9 Prozent nach Vorlage von Geschäftszahlen. Zwar berichtete der Flugzeugriese klar besser als erwartet ausgefallene Gewinnkennzieffern, diese waren aber durch den Verkauf von Vermögenswerten getrieben. Zudem war die Aktie zuletzt gut gelaufen. Überraschend gute Geschäftszahlen des Paketlogistikers UPS hieven den Kurs um 3,4 Prozent nach oben.

Eine angekündigte Wertberichtigung hat General Motors (GM) im vierten Quartal tiefrote Zahlen beschert. Der operative Gewinn lag dagegen im Rahmen der Erwartungen - der Kurs zieht um 4,4 Prozent an. Der Wehrtechnikkonzern RTX (+3,4%) überzeugt dagegen mit seinem Quartalsausweis. American Airlines (+4,1%) hat zwar die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal verfehlt, aber einen optimistischen Ausblick geliefert. Nucor sinken um 2,1 Prozent nach schwachen Viertquartalszahlen des Stahlkonzerns. Agilysys rauschen 13,5 Prozent gen Süden, der Anbieter von Gastro-Software verfehlte die Markterwartung in der dritten Periode.

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DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mo, 17:20 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1937 +0,5% 1,1878 1,1883 +1,1%

EUR/JPY 182,92 -0,1% 183,13 183,01 -0,6%

EUR/CHF 0,9195 -0,4% 0,9233 0,9210 -0,8%

EUR/GBP 0,8684 -0,0% 0,8686 0,8673 -0,4%

USD/JPY 153,24 -0,6% 154,16 154,00 -1,7%

GBP/USD 1,3745 +0,5% 1,3676 1,3701 +1,5%

USD/CNY 6,9844 -0,0% 6,9874 6,9865 -0,5%

USD/CNH 6,9494 +0,0% 6,9487 6,9502 -0,4%

AUS/USD 0,6948 +0,6% 0,6910 0,6928 +3,6%

Bitcoin/USD 87.852,90 -0,2% 88.042,20 87.394,20 -0,6%

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 60,52 60,63 -0,2% -0,11 +5,4%

Brent/ICE 65,42 65,59 -0,3% -0,17 +7,6%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold 5.089,24 5.011,05 +1,6% 78,19 +16,0%

Silber 111,30 103,86 +7,2% 7,44 +45,7%

Platin 2.234,71 2.172,77 +2,9% 61,94 +23,9%

Kupfer 5,88 6,02 -2,3% -0,14 +4,8%

YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/hab

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January 27, 2026 08:24 ET (13:24 GMT)

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